Ein Keramikgrill – auch Kamado genannt – ist der Allrounder unter den Holzkohlegrills. Dank der hervorragenden Isolierung der Keramikwände hält er die Hitze über Stunden konstant und verbraucht dabei deutlich weniger Kohle als herkömmliche Grills. Ob scharfes Angrillen bei 350 °C, langsames Smoken bei 110 °C oder Pizza backen: Mit einem Kamado Grill von Monolith, The Bastard oder Kamado Joe bist du für jede Zubereitungsart gerüstet.
Was ist ein Keramikgrill?
Ein Keramikgrill – international als Kamado bekannt – ist ein kugelförmiger Holzkohlegrill mit massiven Keramikwänden. Der Begriff „Kamado" stammt aus dem Japanischen und bedeutet „Herd" oder „Kochtopf". Das Grundprinzip reicht über 3.000 Jahre zurück, als in Asien Tonöfen zum Kochen und Backen genutzt wurden. Moderne Keramikgrills kombinieren diese bewährte Bauweise mit präziser Temperatursteuerung und hochwertigen Materialien.
Die charakteristische Eiform ist kein Zufall: Sie sorgt für eine optimale Luftzirkulation und gleichmäßige Wärmeverteilung. Die dicken Keramikwände speichern die Hitze und geben sie kontinuierlich ab – ähnlich einem Steinofen. Dadurch bleibt die Temperatur über Stunden stabil, ohne dass du ständig nachlegen musst.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Holzkohlegrills mit dünnen Metallwänden verliert ein Keramikgrill kaum Wärme nach außen. Das spart Brennmaterial und ermöglicht extrem langes Garen bei niedrigen Temperaturen – das sogenannte Low & Slow.
Die typische Eiform sorgt für gleichmäßige Wärmeverteilung.
Aufbau und Funktionsweise
Der Blick in einen Keramikgrill zeigt Feuerbox, Kohlekorb und Rost-System.
Ein Keramikgrill besteht aus mehreren Komponenten, die perfekt aufeinander abgestimmt sind:
- Keramikkörper: Die isolierende Außenhülle aus Hochleistungskeramik oder Cordierit.
- Feuerbox: Der Brennraum am Boden, in dem die Holzkohle liegt.
- Kohlekorb: Hält die Kohle zusammen und ermöglicht Luftzufuhr von unten.
- Feuerring: Trennt den Feuerraum vom Garraum und schützt die Keramik.
- Deflektorstein: Für indirektes Grillen – lenkt die Hitze um das Grillgut herum.
- Rost-System: Mehrstufige Einsätze für verschiedene Garzonen.
- Lüftungsschieber: Oben (Daisy Wheel) und unten zur präzisen Temperatursteuerung.
Die Temperaturregulierung erfolgt ausschließlich über die Luftzufuhr. Mehr Luft bedeutet mehr Sauerstoff, stärkere Verbrennung und höhere Temperaturen. Durch Schließen der Lüftungsschieber drosselst du die Verbrennung und senkst die Temperatur – ohne die Glut zu ersticken.
💡 Profi-Tipp: Beim Anheizen die Lüftungsschieber vollständig öffnen. Erst wenn die Zieltemperatur erreicht ist, schrittweise schließen. Keramik reagiert träge – warte nach jeder Anpassung 10-15 Minuten, bevor du nachregulierst.
Was kann ich mit einem Keramikgrill zubereiten?
Die Vielseitigkeit ist das größte Plus eines Keramikgrills. Mit der richtigen Konfiguration meisterst du praktisch jede Garmethode:
| Methode |
Temperatur |
Typische Gerichte |
| Direktes Grillen |
200-350 °C |
Steaks, Burger, Würstchen |
| Indirektes Grillen |
150-200 °C |
Hähnchen, Braten, Rippchen |
| Low & Slow |
90-120 °C |
Pulled Pork, Brisket |
| Räuchern |
80-120 °C |
Lachs, Forelle, Schinken |
| Pizza backen |
300-400 °C |
Pizza, Flammkuchen |
| Brot backen |
200-250 °C |
Brot, Brötchen, Focaccia |
Für Pizza und Brot benötigst du einen Pizzastein oder Deflektorstein. Er wandelt die direkte Hitze in gleichmäßige Strahlungswärme um – wie in einem traditionellen Steinofen. Einige Modelle wie der Monolith LeCHEF Keramikgrill PRO-Serie 2.0 bieten bereits ab Werk umfangreiches Zubehör für alle Garmethoden.
Mit Pizzastein wird der Keramikgrill zum Steinofen.
Vorteile und Nachteile
Bevor du dich für einen Keramikgrill entscheidest, solltest du Vor- und Nachteile kennen:
| Vorteile |
Nachteile |
| Hervorragende Wärmespeicherung |
Hohes Gewicht (40-150 kg) |
| Sparsamer Kohlenverbrauch |
Höherer Anschaffungspreis |
| Präzise Temperatursteuerung |
Längere Aufheizzeit (15-30 Min) |
| Vielseitig: Grillen, Smoken, Backen |
Keramik empfindlich gegen Stöße |
| Ganzjahrestauglich |
Lernkurve bei Temperaturregelung |
| Langlebig (20+ Jahre) |
Nicht mobil |
⚠️ Achtung: Keramik verträgt keine Temperaturschocks. Niemals kaltes Wasser auf den heißen Grill gießen – die Keramik kann reißen. Zum Ablöschen immer warten, bis der Grill abgekühlt ist.
Welche Größe passt zu mir?
Die Wahl der richtigen Größe hängt von der Personenzahl und deinen Grillambitionen ab:
| Größe |
Durchmesser |
Geeignet für |
Beispielmodell |
| Small/Mini |
33-38 cm |
1-2 Personen, Balkon |
The Bastard Small |
| Junior/Medium |
38-46 cm |
2-4 Personen |
Monolith Junior |
| Classic/Large |
46-54 cm |
4-8 Personen |
The Bastard Medium Complete |
| XL/LeCHEF |
54-61 cm |
8-12+ Personen |
Monolith LeCHEF |
Faustregel: Lieber eine Nummer größer wählen. Ein großer Keramikgrill kann auch kleine Mengen garen, umgekehrt wird es bei Grillpartys schnell eng. Bedenke auch das Gewicht: Ein LeCHEF wiegt über 100 kg und sollte einen festen Standort haben.
Zubehör für den Keramikgrill
Mit dem passenden Zubehör holst du noch mehr aus deinem Keramikgrill heraus:
- Deflektorstein: Unverzichtbar für indirektes Grillen und Backen.
- Pizzastein: Für knusprige Pizza wie vom Italiener.
- Grillthermometer: Kerntemperaturfühler für perfekte Garergebnisse.
- Gusseisen-Rost: Erzeugt markante Grillstreifen.
- Wok-Einsatz: Für asiatische Gerichte bei hoher Hitze.
- Rotisserie: Drehspieß für gleichmäßig gebräuntes Geflügel.
- Feuerplatte: Plancha-Grillen für Fisch und Gemüse.
Viele Hersteller bieten Complete-Sets an, die bereits die wichtigsten Zubehörteile enthalten. Das spart gegenüber dem Einzelkauf und du bist sofort startklar.
Eine Feuerplatte erweitert die Zubereitungsmöglichkeiten um Plancha-Grillen.
Welcher Keramikgrill ist der beste?
Die Antwort hängt von deinen Prioritäten ab. Hier eine Orientierung nach Einsatzzweck:
| Anforderung |
Empfehlung |
Warum? |
| Einsteiger / gutes Preis-Leistung |
The Bastard Urban |
Solide Ausstattung, faire Preise |
| Premium / beste Isolation |
Monolith PRO-Serie 2.0 |
Deutsche Qualität, BBQ Guru Option |
| Große Gruppen / Gastronomie |
Monolith LeCHEF |
61 cm Durchmesser, mehrstufig |
| Klassiker / Statussymbol |
Big Green Egg |
Marktführer, riesige Community |
| Innovation / Smart Grilling |
Kamado Joe |
Divide & Conquer System |
💡 Profi-Tipp: Achte auf die Qualität der Grillkohle. Hochwertige Holzkohle ohne Zusätze brennt sauberer und länger. Für Low & Slow eignen sich besonders große Kohlestücke (Restaurant-Qualität).
FAQ: Häufige Fragen zu Keramikgrills
Wie hoch ist der Kohleverbrauch bei einem Keramikgrill?
Deutlich geringer als bei herkömmlichen Grills. Für 4-6 Stunden Low & Slow benötigst du etwa 2-3 kg Holzkohle. Bei hohen Temperaturen zum Steakgrillen reicht eine Füllung für 2-3 Sessions. Die gute Isolierung spart bis zu 50% Brennmaterial gegenüber Metallgrills.
Kann ich einen Keramikgrill im Winter nutzen?
Ja, Keramikgrills sind ganzjahrestauglich. Die dicken Wände isolieren so gut, dass auch bei Minusgraden konstante Temperaturen möglich sind. Die Aufheizzeit verlängert sich bei Kälte um etwa 5-10 Minuten. Eine Abdeckhaube schützt vor Feuchtigkeit und Frost.
Wie reinige ich einen Keramikgrill?
Nach jedem Grillen den Rost mit einer Grillbürste reinigen, solange er warm ist. Die Asche im Kohlekorb nach dem Abkühlen entfernen. Für eine Tiefenreinigung den Grill auf 300-350 °C aufheizen und 30 Minuten brennen lassen – Fettreste verbrennen dabei (Pyrolyse). Die Keramik außen nur mit feuchtem Tuch abwischen.
Welche Holzkohle eignet sich für Keramikgrills?
Am besten eignet sich hochwertige Holzkohle in großen Stücken (Restaurant-Qualität). Sie brennt länger und gleichmäßiger als kleine Stücke oder Briketts. Für Low & Slow sind Briketts durch ihre konstante Brenndauer ebenfalls geeignet. Vermeide selbstzündende Kohle – sie kann Geschmack und Keramik beeinträchtigen.
Wie lange dauert es, einen Keramikgrill aufzuheizen?
Für Temperaturen um 200 °C benötigst du etwa 15-20 Minuten. Für hohe Temperaturen über 300 °C plane 25-30 Minuten ein. Die Aufheizzeit ist länger als bei Metallgrills, aber dafür bleibt die Temperatur anschließend sehr stabil.
Was kostet ein guter Keramikgrill?
Einsteigermodelle beginnen bei etwa 400 Euro. Für einen vollwertigen Kamado in mittlerer Größe mit Grundausstattung solltest du 800-1.500 Euro einplanen. Premium-Modelle mit umfangreichem Zubehör kosten 1.500-3.000 Euro. Die Investition lohnt sich: Keramikgrills halten bei guter Pflege 20 Jahre und länger.
Fazit
Ein Keramikgrill ist die richtige Wahl, wenn du Vielseitigkeit suchst: Vom scharfen Angrillen über stundenlanges Smoken bis zum Pizza backen meistert ein Kamado jede Herausforderung. Die Anschaffung ist höher als bei Metallgrills, aber du bekommst ein Gerät, das bei guter Pflege Jahrzehnte hält und deutlich weniger Kohle verbraucht. Bei kamdi24 findest du Keramikgrills von Monolith, The Bastard, Kamado Joe und weiteren Marken in verschiedenen Größen.
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