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Zugluftbegrenzer

Zieht der Schornstein deutlich stärker, als Ihr Ofen braucht, brennt das Holz schneller ab und der Ofen gibt mehr Wärme ab als gewollt. Ein Zugbegrenzer am Kaminofen, auch Zugluftbegrenzer genannt, regelt das selbsttätig über Nebenluft: Seine Pendelklappe mit Ausgleichsgewicht öffnet sich, sobald der Unterdruck im Schornstein den eingestellten Wert übersteigt, und Raumluft strömt in den Schornstein. Geht der Zug zurück, schließt die Klappe wieder, auch nachts und in Heizpausen.

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Orientierung

Zugbegrenzer am Kaminofen: Wann der Zug zu stark ist

Ein Zugbegrenzer, auch Zugregler oder Zugluftbegrenzer genannt, begrenzt am Kaminofen den Unterdruck im Schornstein auf den Wert, den der Ofen braucht. Sinnvoll ist er, wenn der Schornstein deutlich und regelmäßig stärker zieht, als der Ofenhersteller vorgibt. Typische Folgen: Das Holz brennt schneller ab, der Ofen gibt mehr Wärme ab als gewollt.

Der Zug entsteht durch thermischen Auftrieb: Die warmen, leichteren Abgase im Schornstein steigen gegenüber der kälteren, schwereren Außenluft auf. Wie stark ein Schornstein zieht, hängt von Querschnitt, Höhe und Wetter ab. Schmitzker gibt den natürlichen Zug mit etwa 20 bis 50 Pascal an, im warmen Betrieb steigt er weiter. Welchen Förderdruck Ihr Ofen braucht, steht in seinen technischen Daten, bei unseren Kaminöfen als „Notwendiger Förderdruck bei Nennwärmeleistung“.

  • Holz brennt zu schnell ab: Als Ursache kommt ein zu starker Schornsteinzug in Frage, aber auch zu dünne Scheite und falsch eingestellte Primärluft.
  • Zu viel Wärme: Der Ofen heizt stärker, als Sie es über die Luftregler einstellen, weil der Schornstein mehr Luft durch den Feuerraum zieht.
  • Verschleiß im Feuerraum: Ein beschädigter Rost oder Schlacke können auf einen zu hohen Abluftzug hinweisen. Überhitzen kann der Ofen, wenn Primär- und Sekundärluft an einem stark ziehenden Schornstein geöffnet sind.
  • Wechselhaftes Brennverhalten: Der Förderdruck schwankt mit Außentemperatur und Wind. Brennt der Ofen an manchen Tagen deutlich lebhafter, kann ein Zugregler diese Spitzen abfangen.

Sicher zeigt es erst eine Messung des Förderdrucks am Ofenrohr im warmen Betrieb, etwa durch den Schornsteinfeger. Liegt der gemessene Wert deutlich und regelmäßig über dem Förderdruck, den der Ofenhersteller angibt, ist ein Zugbegrenzer naheliegend, weil er von selbst nachregelt.

Ein Zugbegrenzer passt, wenn …

  • der gemessene Förderdruck deutlich und regelmäßig über dem Bedarf Ihres Ofens liegt
  • der Zug mit Wetter und Außentemperatur stark schwankt
  • der Schornstein in Heizpausen trocken bleiben soll

Eine andere Lösung passt, wenn …

  • der Zug zu schwach ist: Ein Zugbegrenzer senkt den Zug nur. Ob mehr wirksame Höhe oder ein passender Querschnitt hilft, klärt eine Schornsteinberechnung, umgesetzt etwa mit einer Schornsteinverlängerung
  • Sie den Abgasweg lieber von Hand drosseln möchten
  • das schnelle Abbrennen von zu dünnen Scheiten oder falsch eingestellter Primärluft kommt

Funktion

So arbeitet die Nebenluftvorrichtung

Der Zugbegrenzer ist eine selbsttätige Nebenluftvorrichtung: eine Pendelklappe mit Ausgleichsgewicht, die sich öffnet, sobald der Unterdruck im Schornstein den eingestellten Wert übersteigt. Durch die offene Klappe strömt Raumluft in den Schornstein, der Unterdruck am Ofen sinkt, und die Klappe schließt wieder, wenn der Zug zurückgeht.

  • Einstellung über das Gewicht: Der Schmitzker WZB-1 ist laut Betriebsanleitung eine selbsttätige Nebenluftvorrichtung nach DIN 4795; sein Ausgleichsgewicht verstellen Sie mit einem Drehknopf. Je nach Einstellung lässt die Klappe mehr oder weniger Nebenluft ein, sobald der Unterdruck zu groß wird.
  • Trockenhaltung: Steht der Ofen still und zieht der Schornstein über dem Einstellwert, lüftet die Klappe ihn mit Raumluft durch. Das führt Feuchtigkeit ab und beugt der Versottung vor.
  • Raumluft statt Verbrennungsluft: Die Nebenluft gelangt nicht durch den Feuerraum, sondern hinter dem Ofen in den Abgasweg. Das Feuer bekommt dadurch nicht mehr Luft, der Schornstein zieht schwächer an ihm.

Davon zu unterscheiden ist die Drosselklappe im Rauchrohr: Sie stellen sie von Hand und verengen damit den Abgasweg selbst. Der Zugluftbegrenzer lässt dagegen Luft hinzu und reagiert ohne Ihr Zutun, sobald der Zug über den eingestellten Wert steigt, auch nachts und in Heizpausen.

Einbauort

Zugbegrenzer im Ofenrohr oder im Schornstein

Ein Zugbegrenzer sitzt entweder im Verbindungsstück zwischen Ofen und Schornstein oder in der Wand des Schornsteins. Die Betriebsanleitung des WZB-1 empfiehlt zuerst das Ofenrohr oder eine Stelle oberhalb der Einführung in den Schornstein. Wo genau er hin darf, legen Sie vorher mit dem Bezirksschornsteinfeger fest.

  • Im Ofenrohr: Der WZB-1 lässt sich an Rauchrohre mit 120 bis 200 mm Durchmesser anschließen. Dafür nennt der Hersteller eine passende Rohrmanschette als Zubehör. Das Gerät wird so ausgerichtet, dass sein Rahmen senkrecht und die Achse der Pendelklappe waagrecht steht, und gegen Verdrehen gesichert. Wie Rohr und Anschluss aufgebaut sind, steht beim Ofenrohr.
  • Im gemauerten Schornstein: Bei gemauerten Schornsteinen, Formsteinen und mehrschaligen Schornsteinen wird eine runde Kaminhülse senkrecht in die Schornsteinwand eingemauert, der Begrenzer sitzt darin. Die Hülse des WZB-1 hat 154 mm Innendurchmesser.
  • Unterhalb der Rohreinführung: Geht es baulich nur dort, sieht die Anleitung mindestens 20 cm Abstand über einer vorhandenen Reinigungsöffnung vor.
  • Im Edelstahlschornstein: Bei Schiedel-Edelstahlschornsteinen gehören die Bauteile zum System. Bei PRIMA PLUS sitzt der Zugbegrenzer über einen Adapter am T-Stück, für das doppelwandige ICS gibt es außerdem Verschlussdeckel mit integriertem Zugbegrenzer.

Auswahl

Bauarten, Durchmesser und Einstellbereich

Welcher Zugbegrenzer passt, entscheidet zuerst der Schornstein: Für gemauerte Schornsteine gibt es eine Bauart mit Hülse, die mit Rohrmanschette auch ans Ofenrohr passt, für Schiedel-Edelstahlschornsteine Bauteile, die zum System gehören. Danach zählen der Durchmesser am Einbauort und ein Einstellbereich, der den Förderdruck Ihres Ofens einschließt.

  • Runder Zugbegrenzer aus verzinktem Stahlblech mit Pendelklappe und Drehknopf in der Mitte

    Kaminzugbegrenzer mit Hülse für gemauerte Schornsteine

    Der WZB-1 von Schmitzker besteht aus verzinktem Stahlblech mit Pendelklappe. Sein Einstellbereich reicht von 10 bis 26 Pa, er ist für Abgas bis 400 °C ausgelegt und für Schornsteine bis 20 m Höhe mit bis zu 400 oder 500 cm² Querschnitt, je nach Schornsteingruppe. Querschnitt und Gruppe Ihres Schornsteins kann Ihnen der Bezirksschornsteinfeger nennen. Die 400 °C vergleichen Sie mit der Abgastemperatur Ihres Ofens; bei den meisten unserer Kaminöfen steht sie in den technischen Daten als „Abgastemperatur Stutzen max.“. Die Hülse gehört dazu.

  • Grauer Rohradapter mit zwei seitlichen Halteösen zum Aufstecken eines Zugbegrenzers

    Adapter für das T-Stück von PRIMA PLUS

    Der Adapter von Schiedel verbindet einen Zugbegrenzer mit dem T-Stück des Abgassystems PRIMA PLUS. Die Adapter messen 130 mm und gibt es für T-Stück-Anschlüsse von 100, 120 und 160 mm.

  • Runder Edelstahl-Zugbegrenzer mit rechteckiger Pendelklappe und Typenschild

    Zugbegrenzer im Schiedel-System

    Für Schiedel ICS und PRIMA PLUS gibt es einen Zugbegrenzer mit Edelstahl-Korpus in 130 mm, der laut Schiedel eine Explosionsklappe zur Druckentlastung im Störfall enthält. Für das doppelwandige ICS gibt es außerdem Verschlussdeckel mit integriertem Zugbegrenzer in 130, 150, 180 und 200 mm. Beide finden Sie etwa beim Edelstahlschornstein 130 mm.

Teile der Schiedel-Systeme lassen sich nicht mit Komponenten anderer Hersteller oder anderer Schiedel-Systeme kombinieren. Prüfen Sie deshalb System und Durchmesser Ihres vorhandenen Schornsteins, bevor Sie bestellen. Den Einstellbereich vergleichen Sie mit dem Förderdruck, den der Ofenhersteller angibt: Er muss in diesem Bereich liegen.

Inbetriebnahme

Einstellen und mit dem Schornsteinfeger abstimmen

Eingestellt wird der Zugbegrenzer im laufenden Betrieb, wenn Ofen und Schornstein warm sind, auf den Förderdruck, den der Ofenhersteller fordert. Weil er die Abgasanlage verändert und Raumluft in den Schornstein leitet, stimmen Sie Einbau und Einbauort vorher mit dem Bezirksschornsteinfeger ab. Montieren darf ihn laut Hersteller nur Fachpersonal.

  1. Zug messen lassen

    Den Förderdruck im warmen Betrieb messen und mit dem Wert aus den technischen Daten des Ofens vergleichen.

  2. Mit dem Bezirksschornsteinfeger abstimmen

    Klären, ob und wo ein Zugbegrenzer an Ihre Anlage darf. Das gilt besonders bei raumluftunabhängigen Öfen, bei mehreren Feuerstätten am selben Schornstein und in Räumen mit Lüftungsanlage: Dort dürfen Feuerstätten nach den Feuerungsverordnungen der Länder (Vorbild: § 4 Abs. 2 Muster-Feuerungsverordnung) nur betrieben werden, wenn kein gefährlicher Unterdruck entsteht. Fragen Sie dazu auch den Ofenhersteller.

  3. Bauart wählen und einbauen lassen

    Bauart, Durchmesser und Einstellbereich passend zum Schornstein wählen und vom Fachbetrieb in der vorgesehenen Lage montieren lassen.

  4. Im Betrieb einstellen

    Nach Erreichen des Betriebszustands den Sollwert einstellen und kontrollieren. Den Ofen nur mit entriegelter Pendelklappe betreiben.

  5. Änderung mitteilen

    Änderungen an kehr- und überprüfungspflichtigen Anlagen teilen Sie dem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger unverzüglich schriftlich oder elektronisch mit (§ 1 Abs. 2 Schornsteinfeger-Handwerksgesetz).

  6. Jährlich prüfen

    Die Pendelklappe einmal im Jahr auf Schmutz und Ruß kontrollieren. Vor dem Ausbrennen des Schornsteins wird die Klappe arretiert und danach wieder entriegelt, nach einem unkontrollierten Schornsteinbrand prüft ein Fachmann ihre Funktion.

Ein zu niedrig eingestellter Sollwert oder ein undicht eingebauter Zugbegrenzer kann laut Hersteller Verbrennungsstörungen wie Flammenrückschlag und Rußablagerungen am Ofen verursachen. Stellen Sie deshalb nicht nach Gefühl ein, sondern nach dem gemessenen Förderdruck.

Aus der Praxis

Erst messen, dann begrenzen

Wenn jemand erzählt, dass sein Kaminofen das Holz in kurzer Zeit wegbrennt, frage ich zuerst nach dem gemessenen Förderdruck und nach dem Wert im Datenblatt des Ofens. Liegt der Zug deutlich und regelmäßig darüber, regelt ein Zugbegrenzer das von selbst nach. Für die Auswahl reicht mir der Rohrdurchmesser allein nicht: Ich frage auch, welcher Schornstein es ist, denn an einen Schiedel-Edelstahlschornstein gehören nur Teile aus demselben System. Und beim WZB-1 wird die Klappe vor dem Ausbrennen durch den Schornsteinfeger arretiert und danach wieder gelöst.

Silvio Wirth, Ofen-Fachberater bei kamdi24

FAQ

Häufige Fragen zum Zugbegrenzer

Auf welchen Wert stellt man einen Zugbegrenzer am Kaminofen ein?

Auf den Förderdruck, den der Ofenhersteller in den technischen Daten nennt. Der Einstellbereich des Zugbegrenzers muss diesen Wert einschließen, beim Schmitzker WZB-1 sind es 10 bis 26 Pa. Eingestellt wird im warmen Betrieb und anschließend nachgemessen, damit der Ofen weder zu viel noch zu wenig Zug bekommt.

Hilft ein Zugbegrenzer, wenn der Schornstein zu schwach zieht?

Nein, er senkt den Zug nur. Ein Zugbegrenzer lässt Luft in den Schornstein, sobald der Unterdruck zu hoch wird, und begrenzt ihn so. Zieht der Schornstein zu schwach, liegt die Ursache eher bei Höhe, Querschnitt oder Dichtheit der Anlage; das klärt eine Schornsteinberechnung mit dem Schornsteinfeger.

Muss ich den Zugbegrenzer dem Schornsteinfeger melden?

Ja, den Einbau müssen Sie dem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger unverzüglich schriftlich oder elektronisch mitteilen, abstimmen sollten Sie ihn vorher. § 1 Abs. 2 Schornsteinfeger-Handwerksgesetz verlangt das für Änderungen an kehr- und überprüfungspflichtigen Anlagen. Der Bezirksschornsteinfeger beurteilt auch, ob und wo ein Zugbegrenzer an Ihrer Anlage zulässig ist, etwa bei raumluftunabhängigem Betrieb oder mehreren Feuerstätten.

Was ist der Unterschied zwischen Zugbegrenzer und Drosselklappe?

Der Zugbegrenzer regelt selbsttätig, die Drosselklappe stellen Sie von Hand. Er öffnet eine Pendelklappe und lässt Raumluft in den Abgasweg, sobald der Zug den eingestellten Wert übersteigt. Die Drosselklappe sitzt im Rauchrohr und verengt den Abgasweg so weit, wie Sie sie schließen.

Braucht ein Zugbegrenzer am Ofenrohr Strom?

Der Schmitzker WZB-1 kommt ohne Strom aus, er arbeitet mechanisch. Ein verstellbares Ausgleichsgewicht hält seine Pendelklappe geschlossen, bis der Unterdruck im Schornstein den eingestellten Wert übersteigt; dann öffnet die Klappe von selbst. Eingestellt wird das Gewicht von Hand über einen Drehknopf.

Den passenden Zugbegrenzer finden

Sie wissen nicht, welche Bauart an Ihren Schornstein passt? Schicken Sie uns Ofenmodell, Rohrdurchmesser, den gemessenen Förderdruck und ein Foto der geplanten Einbaustelle, dann suchen wir Zugbegrenzer und Anschlussteile mit Ihnen aus. Weitere Teile rund um Rohr und Schornstein finden Sie im Schornsteinzubehör.

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