Was ist eine Ofenbank – und warum lohnt sich der Eigenbau?
Eine Ofenbank ist eine Sitzbank, die in unmittelbarer Nähe eines Kaminofens oder Kachelofens aufgestellt wird. Sie nutzt die Strahlungswärme des Ofens und verwandelt den Bereich rund um die Feuerstelle in eine behagliche Ruhezone. Historisch gehörte die Ofenbank in jedes Bauernhaus – heute erlebt sie als Gestaltungselement ein Comeback in modernen Wohnräumen.
Der Eigenbau einer Ofenbank bietet gleich mehrere Vorteile: Du kannst die Bank exakt an deinen Raum und deinen Kaminofen anpassen, das Material frei wählen und dabei deutlich günstiger fahren als bei einer Maßanfertigung vom Ofenbauer. Zudem entsteht ein individuelles Möbelstück, das perfekt zu deinem Einrichtungsstil passt.
Ob als einfache Holzbank, als gemauerter Sockel mit Fliesenbelag oder als elegante Naturstein-Sitzfläche – die Möglichkeiten sind vielfältig. Wichtig ist dabei immer die Einhaltung der Brandschutzvorschriften, insbesondere der vorgeschriebenen Mindestabstände zum Ofen.
Materialwahl: Holz, Fliesen oder Naturstein?
Die Wahl des richtigen Materials entscheidet über Optik, Wärmeverhalten und Langlebigkeit deiner Ofenbank. Jedes Material hat seine eigenen Stärken – und erfordert unterschiedliche Sicherheitsabstände zum Kaminofen.
Massivholz – der Klassiker
Eine Ofenbank aus Massivholz strahlt natürliche Wärme aus und fügt sich harmonisch in rustikale wie moderne Räume ein. Besonders geeignet sind Harthölzer wie Eiche, Buche oder Esche, da sie widerstandsfähig gegen Wärme und Austrocknung sind. Wichtig: Holz ist ein brennbares Material und erfordert daher den vollen Sicherheitsabstand gemäß Herstellerangaben – in der Regel mindestens 40 cm zum Kaminofen.
Behandle das Holz mit einem hitzebeständigen Öl oder Wachs, um Rissbildung durch die Ofenwärme zu minimieren. Weichhölzer wie Fichte oder Kiefer sind weniger geeignet, da sie unter Wärmeeinwirkung schneller austrocknen und harzen können.
Fliesen und Klinker – pflegeleicht und vielseitig
Eine geflieste Ofenbank kombiniert Funktionalität mit gestalterischer Freiheit. Fliesen sind hitzebeständig, leicht zu reinigen und in unzähligen Designs erhältlich – von rustikalen Terrakotta-Tönen bis zu modernen Betonoptiken. Die Unterkonstruktion besteht typischerweise aus Porenbetonsteinen oder Kalksandsteinen, die anschließend verfliest werden.
Vorteil: Fliesen und Klinker zählen zu den nicht brennbaren Baustoffen, sodass der Sicherheitsabstand zum Ofen deutlich geringer ausfallen kann als bei Holz. Achte auf die Verwendung eines flexiblen, hitzebeständigen Fliesenklebers.
Naturstein – edel und wärmespeichernd
Naturstein wie Speckstein, Granit oder Sandstein ist die Premiumlösung für eine Ofenbank. Speckstein speichert die Strahlungswärme des Kaminofens besonders gut und gibt sie über Stunden hinweg gleichmäßig an die Sitzfläche ab – ähnlich wie bei einem Specksteinofen. Granit ist extrem robust und in vielen Farben erhältlich.
Naturstein ist nicht brennbar und erlaubt daher geringere Abstände zum Ofen. Allerdings ist die Verarbeitung anspruchsvoller und das Material schwerer, sodass unter Umständen die Tragfähigkeit des Bodens geprüft werden muss.
Materialvergleich für die Ofenbank
| Eigenschaft |
Massivholz |
Fliesen / Klinker |
Naturstein |
| Brennbarkeit |
Brennbar |
Nicht brennbar |
Nicht brennbar |
| Mindestabstand zum Ofen |
≥ 40 cm |
≥ 20 cm* |
≥ 20 cm* |
| Wärmespeicherung |
Gering |
Mittel |
Hoch |
| Schwierigkeitsgrad |
Mittel |
Mittel – Hoch |
Hoch |
| Kosten (Material) |
€ – €€ |
€ – €€ |
€€ – €€€ |
| Pflege |
Regelmäßig ölen |
Einfach abwischen |
Gelegentlich imprägnieren |
* Herstellerangaben und Feuerungsverordnung beachten. Abstand kann je nach Ofen variieren.
Sicherheitsabstände und Brandschutz
Der wichtigste Aspekt beim Bau einer Ofenbank ist die Einhaltung der Brandschutzvorschriften. Die Bedienungsanleitung deines Kaminofens nennt die exakten Mindestabstände zu brennbaren und nicht brennbaren Materialien – halte dich unbedingt daran.
Als Faustregel gilt: Zu brennbaren Materialien wie Holz muss ein Abstand von mindestens 40 cm eingehalten werden. Grenzt der Kaminofen an eine Holzwand, sollte zwischen Wand und Ofen ein Freiraum von mindestens 40 Zentimetern liegen. Ein vorgeschaltetes Strahlungsschutzblech oder eine Funkenschutzplatte kann den erforderlichen Abstand reduzieren.
Bei nicht brennbaren Materialien wie Stein, Fliesen oder Metall sind die Abstände geringer. Dennoch solltest du die Herstellervorgaben stets prüfen, da sich die Anforderungen je nach Ofenmodell und Wärmeleistung unterscheiden.
„Vor dem Bau einer Ofenbank empfiehlt sich eine kurze Rücksprache mit dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger. Er kennt die lokalen Vorschriften und kann bestätigen, ob dein Bauvorhaben den Brandschutzanforderungen entspricht."
Beachte außerdem: Die Ofenbank darf den Zugang zum Aschekasten, zur Feuerraumtür und zu den Bedienungselementen des Kaminofens nicht einschränken. Plane ausreichend Platz für die Wartung und Reinigung des Ofens ein.
Bauanleitung: Ofenbank Schritt für Schritt
Im Folgenden zeigen wir dir, wie du eine stabile Ofenbank aus Porenbetonsteinen mit Fliesenbelag baust. Diese Variante ist besonders beliebt, da sie hitzebeständig, langlebig und individuell gestaltbar ist.
Werkzeug und Material
- Porenbetonsteine (z. B. 60 × 25 × 10 cm)
- Hitzebeständiger Fliesenkleber
- Fliesen oder Klinker nach Wahl
- Fliesenkreuze und Fugenmasse
- Wasserwaage, Zollstock, Bleistift
- Zahnspachtel, Fliesenschneider, Gummihammer
- Schleifpapier (Körnung 80–120)
- Sitzpolster oder Auflagen (optional)
Schritt 1: Planung und Maße festlegen
Miss den verfügbaren Platz neben deinem Kaminofen aus. Berücksichtige dabei den Sicherheitsabstand zum Ofen (mindestens 20 cm bei nicht brennbaren Materialien, mindestens 40 cm bei Holzauflagen), den Abstand zur Wand und den Platzbedarf für die Wartung des Ofens. Eine typische Ofenbank ist 120–180 cm lang, 40–50 cm tief und 40–50 cm hoch.
Schritt 2: Unterkonstruktion mauern
Setze die Porenbetonsteine trocken zusammen, um die Passgenauigkeit zu prüfen. Schneide Steine bei Bedarf mit einer Handsäge zu. Verklebe die Steine anschließend mit hitzebeständigem Fliesenkleber. Arbeite reihenweise und prüfe mit der Wasserwaage, ob die Konstruktion waagerecht ist. Lasse jede Reihe kurz anziehen, bevor du die nächste aufsetzt.
Schritt 3: Oberfläche vorbereiten
Nachdem die Unterkonstruktion mindestens 24 Stunden ausgehärtet ist, schleife die Oberfläche leicht an, damit der Fliesenkleber besser haftet. Entferne Staub und Reste gründlich. Trage bei Bedarf eine Grundierung auf, die für mineralische Untergründe geeignet ist.
Schritt 4: Fliesen verlegen
Beginne mit der Sitzfläche: Trage den Fliesenkleber mit einem Zahnspachtel auf und setze die Fliesen mit leichtem Druck auf. Verwende Fliesenkreuze für gleichmäßige Fugen. Anschließend verkleidest du die sichtbaren Seitenflächen. Schneide Eckfliesen bei Bedarf mit dem Fliesenschneider zu.
Schritt 5: Verfugen und Fertigstellen
Nach dem Trocknen des Klebers (mindestens 24 Stunden) trägst du die Fugenmasse diagonal mit einem Gummiwischer auf. Wische überschüssige Masse nach 15–20 Minuten mit einem feuchten Schwamm ab. Nach dem vollständigen Aushärten kannst du die Bank mit Sitzpolstern oder Auflagen ergänzen – wähle dabei hitzebeständige Materialien, wenn die Bank sehr nah am Ofen steht.
„Eine Ofenbank aus Porenbetonsteinen mit Fliesenbelag ist auch für handwerkliche Einsteiger gut machbar. Rechne mit etwa einem Wochenende für den Bau – inklusive Trocknungszeiten."
Design-Ideen und Inspiration
Eine selbstgebaute Ofenbank muss nicht nur funktional sein – sie kann zum echten Hingucker in deinem Wohnzimmer werden. Hier einige Gestaltungsideen für verschiedene Einrichtungsstile:
Skandinavisch-modern
Helle Holztöne (Esche oder Birke) kombiniert mit weißen oder hellgrauen Kissen schaffen eine luftige Hygge-Atmosphäre. Halte die Bank schlicht und verzichte auf Schnörkel – klare Linien passen perfekt zum skandinavischen Stil.
Rustikaler Landhausstil
Verwende alte Eichenbalken oder recyceltes Holz als Sitzfläche auf einer gemauerten Unterkonstruktion. Terrakotta-Fliesen oder Klinker als Verkleidung unterstreichen den Landhauscharakter. Ein Schaffell als Auflage macht den Look komplett.
Modern-minimalistisch
Großformatige Fliesen in Betonoptik oder polierter Granit ergeben eine puristische Ofenbank, die zu einem modernen Kamin-Design passt. Eine umlaufende LED-Beleuchtung unter der Sitzfläche setzt die Bank abends effektvoll in Szene.
Ofenbank mit Stauraum
Plane bei der Unterkonstruktion eine oder mehrere Nischen für Brennholz, Decken oder Kaminzubehör ein. So nutzt du den Platz doppelt und hast Holzscheite oder dein Ofenbesteck immer griffbereit. Achte darauf, dass die Holzlager-Nische ausreichend belüftet ist.
Häufige Fragen zum Ofenbank-Bau
Welchen Mindestabstand muss eine Ofenbank zum Kaminofen haben?
Der Mindestabstand hängt vom Material der Bank und den Herstellerangaben des Ofens ab. Für brennbare Materialien wie Holz gilt in der Regel ein Abstand von mindestens 40 cm. Bei nicht brennbaren Materialien wie Stein oder Fliesen kann der Abstand auf 20 cm oder weniger sinken. Prüfe immer die Bedienungsanleitung deines Kaminofens und frage im Zweifelsfall deinen Schornsteinfeger.
Welches Material eignet sich am besten für eine Ofenbank?
Naturstein (z. B. Speckstein oder Granit) eignet sich hervorragend, da er hitzebeständig ist und Wärme speichert. Auch Fliesen und Klinker auf einer Porenbeton-Unterkonstruktion sind eine beliebte und preisgünstigere Variante. Massivholz ist möglich, erfordert aber zwingend die Einhaltung größerer Sicherheitsabstände.
Kann ich eine Ofenbank direkt an den Kaminofen anbauen?
Nein. Zwischen Ofenbank und Kaminofen muss immer ein Sicherheitsabstand eingehalten werden. Die genauen Maße findest du in der Bedienungsanleitung deines Ofens und in den Vorgaben der Feuerungsverordnung deines Bundeslandes.
Brauche ich eine Genehmigung für den Bau einer Ofenbank?
Für eine einfache Ofenbank ist in der Regel keine Baugenehmigung erforderlich. Du solltest jedoch sicherstellen, dass die Brandschutzvorschriften eingehalten werden. Eine Rücksprache mit dem zuständigen Schornsteinfeger ist empfehlenswert.
Wie hoch sollte eine Ofenbank sein?
Eine angenehme Sitzhöhe liegt zwischen 40 und 50 cm. Berücksichtige, dass ein Sitzpolster noch einige Zentimeter hinzufügt. Wenn die Bank auch als Ablage oder Stauraum dienen soll, kann eine Höhe von bis zu 55 cm sinnvoll sein.
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