Warum ein Kaminofen im Tiny House oder Wohnmobil?
Wer auf kleinem Raum lebt, muss auf behagliche Wärme nicht verzichten. Ein Kaminofen bringt echte Strahlungswärme, sichtbares Flammenspiel und ein angenehmes Raumklima – ganz ohne Strom. Gerade im Tiny House oder Wohnmobil, wo jeder Quadratzentimeter zählt, kann ein kompakter Holzofen erstaunlich viel leisten.
Im Gegensatz zu Diesel- oder Gasheizungen arbeitet ein Holzofen unabhängig von Batterien und Gasflaschen. Das macht ihn besonders interessant für alle, die autark unterwegs sein möchten. Gleichzeitig trocknet das Feuer die Luft auf natürliche Weise – ein Vorteil, der gerade in isolierten Fahrzeugen und Minihäusern gegen Kondenswasser und Schimmel hilft.
Moderne Mini-Kaminöfen sind speziell für kleine Wohnflächen zwischen 10 und 40 m² konzipiert. Mit Nennwärmeleistungen ab 2 kW heizen sie den Raum effizient, ohne ihn zu überhitzen. Bei kamdi24 finden Sie eine große Auswahl an platzsparenden Kaminöfen, die sich ideal für kleine Räume eignen.
Voraussetzungen und Zulassung
Bevor Sie einen Kaminofen in Ihrem Tiny House oder Wohnmobil installieren, müssen einige grundlegende Fragen geklärt sein. Die wichtigste: Handelt es sich um ein fest stehendes Gebäude oder ein Fahrzeug? Davon hängen die rechtlichen Rahmenbedingungen ab.
Für ein stationäres Tiny House auf einem Grundstück gelten im Wesentlichen die gleichen Vorschriften wie für jedes andere Wohngebäude. Das bedeutet: Der Ofen muss der BImSchV Stufe II entsprechen und vom zuständigen Bezirksschornsteinfeger abgenommen werden. Auch die Feuerungsverordnung (FeuVO) des jeweiligen Bundeslandes ist einzuhalten.
Beim Wohnmobil ist die Lage komplexer. Der TÜV betrachtet einen demontierbaren Holzofen in der Regel als Ladung – eine Eintragung als Fahrzeugänderung ist praktisch kaum zu bekommen. Der Ofen sollte daher verschraubt, aber nicht verschweißt sein. Durch den Kamin darf sich die Fahrzeughöhe nicht dauerhaft ändern. Stecklösungen für das Ofenrohr haben sich hier bewährt.
Unabhängig von der Nutzungsart gilt: Stimmen Sie Ihr Vorhaben immer vorab mit dem Schornsteinfeger ab. Nur so stellen Sie sicher, dass Ihre Installation den geltenden Normen entspricht und sicher betrieben werden kann. Im Schornsteinratgeber von kamdi24 finden Sie weiterführende Informationen zu geeigneten Schornsteinsystemen.
Sicherheitsabstände auf engem Raum
Die größte Herausforderung beim Einbau eines Kaminofens in kleine Räume sind die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände zu brennbaren Materialien. Diese werden vom Hersteller in der Aufstellanleitung angegeben und müssen zwingend eingehalten werden – auch wenn der Platz knapp ist.
In der Regel beträgt der Mindestabstand zu brennbaren Wänden, Möbeln und Verkleidungen zwischen 20 und 40 cm. Bei einigen besonders kompakten Öfen mit reduziertem Abstrahlverhalten kann dieser Wert geringer ausfallen. Wichtig: Vor der Feuerraumöffnung muss ein Sicherheitsabstand von mindestens 80 cm frei bleiben.
Besondere Aufmerksamkeit verdient der Bereich rund um die Dachdurchführung des Ofenrohrs. Gerade in Wohnmobilen mit leicht entflammbarer Dämmung können hier extreme Temperaturen auftreten. Hitzebeständige Wanddurchführungen und doppelwandige Rohre schaffen die nötige Sicherheit.
Der Boden unter dem Ofen muss vor Funken und Hitze geschützt sein. Eine Funkenschutzplatte aus Stahl ist hier Pflicht, sobald der Untergrund als brennbar eingestuft wird. Im Tiny House mit Holzboden ist das praktisch immer der Fall.
„Gerade auf engem Raum ist die Einhaltung der Sicherheitsabstände keine Empfehlung, sondern eine zwingende Voraussetzung für den sicheren Betrieb. Sprechen Sie Ihren Aufbau immer mit dem zuständigen Schornsteinfeger ab."
Schornstein durch das Dach: Lösungen für kleine Gebäude
Ohne Schornstein kein Kaminofen – das gilt auch im Tiny House und Wohnmobil. Die Rauchgase müssen sicher nach außen geführt werden. Da ein gemauerter Schornstein in mobilen oder sehr kleinen Strukturen nicht realisierbar ist, kommen andere Lösungen zum Einsatz.
Für stationäre Tiny Houses hat sich der doppelwandige Edelstahlschornstein als Standard etabliert. Er ist leicht, isoliert und kann sowohl durch das Dach als auch durch die Wand geführt werden. Die Montage ist vergleichsweise einfach und kann in vielen Fällen in Eigenregie erfolgen – vorausgesetzt, der Schornsteinfeger wird rechtzeitig einbezogen.
Im Wohnmobil ist die Dachdurchführung besonders kritisch. Das Ofenrohr muss brandsicher durch die Decke geführt werden, ohne Kabel oder Dämmung zu berühren. Bewährt haben sich doppelwandige Muffen mit Silikondichtungen, die reversibel montiert werden können. So bleibt die Fahrzeughöhe unverändert und der TÜV hat keinen Anlass zur Beanstandung.
Achten Sie auf eine ausreichende Schornsteinhöhe: Mindestens 40 cm über dem Dachfirst sorgen für einen guten Zug und verhindern Rauchgasrückstau. Bei flachen Dächern kann ein verlängertes Rohrstück oder ein Steckkamin Abhilfe schaffen.
Welche Öfen eignen sich? Kleine Bauformen im Überblick
Nicht jeder Kaminofen passt in ein Tiny House oder Wohnmobil. Die entscheidenden Kriterien sind Größe, Gewicht, Heizleistung und Sicherheitsabstände. Idealerweise wählen Sie einen Ofen mit einer Nennwärmeleistung zwischen 2 und 5 kW – mehr ist bei gut gedämmten Kleinräumen meist nicht nötig und führt schnell zur Überhitzung.
Gusseiserne Mini-Öfen wie der Nordpeis Orion mit nur 62 cm Höhe und 4,9 kW Leistung sind speziell für kleine Wohnflächen entwickelt. Sie verfügen über eine Kochplatte auf der Oberseite, einen flexiblen Rauchrohranschluss und nehmen Holzscheite bis 30 cm Länge auf. Das Gewicht bleibt mit rund 50 kg überschaubar.
Für Wohnmobile, in denen jedes Kilogramm zählt, gibt es noch leichtere Alternativen. Sogenannte Schiffsöfen oder Zeltöfen wiegen teilweise nur 12 bis 20 kg. Allerdings sind diese Modelle oft nicht nach deutschen Normen zertifiziert – prüfen Sie die Zulassung sorgfältig. Bei kamdi24 finden Sie eine Auswahl geprüfter Kaminöfen bis 5 kW, die auch für kleine Räume geeignet sind.
Wichtig bei der Ofenwahl: Achten Sie auf einen externen Verbrennungsluftanschluss. Gerade in dicht gebauten Tiny Houses und Wohnmobilen ist die Frischluftzufuhr begrenzt. Ein raumluftunabhängiger Betrieb verhindert Unterdruck und damit das Risiko einer Rauchgasvergiftung.
Mini-Kaminofen vs. Mini-Pelletofen im Tiny House
| Kriterium |
Mini-Kaminofen |
Mini-Pelletofen |
| Heizleistung |
2–5 kW |
2–8 kW |
| Gewicht |
12–60 kg |
40–80 kg |
| Strombedarf |
Keiner |
Ja (Förderschnecke, Gebläse) |
| Brennstoff |
Scheitholz |
Holzpellets |
| Temperaturregelung |
Manuell |
Automatisch (Thermostat) |
| Flammenspiel |
Natürlich, sichtbar |
Eingeschränkt |
| Autark nutzbar |
Ja |
Nein (Strom nötig) |
| Lagerung Brennstoff |
Platzbedarf für Holz |
Kompakte Pelletsäcke |
Kaminofen oder Pelletofen im Tiny House?
Beide Ofentypen haben ihre Berechtigung auf kleinem Raum. Der klassische Kaminofen punktet mit Unabhängigkeit: Kein Strom, kein Verschleiß an elektronischen Bauteilen, dafür echtes Flammenspiel und ein angenehmes Raumklima. Wer autark leben möchte – etwa im mobilen Tiny House oder auf Reisen – ist mit einem Holzofen gut beraten.
Der Pelletofen bietet dagegen den Vorteil der automatischen Temperaturregelung. Moderne Mini-Pelletöfen verfügen über ein Raumthermostat und heizen den Wohnraum gleichmäßig, ohne dass Sie ständig Holz nachlegen müssen. Das ist komfortabel, setzt aber eine zuverlässige Stromversorgung voraus.
Für die Brennstofflagerung spricht ebenfalls einiges für Pellets: Genormte 15-kg-Säcke lassen sich platzsparend stapeln, während Scheitholz deutlich mehr Stauraum benötigt. In Sachen Atmosphäre und Unabhängigkeit hat jedoch der klassische Holzofen die Nase vorn.
Sicherheit: CO-Melder und Brandschutz
Ein Kohlenmonoxid-Melder (CO-Melder) gehört in jedes Tiny House und Wohnmobil mit Kaminofen – ohne Ausnahme. Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos und kann bei unzureichender Verbrennung oder schlechtem Abzug in den Wohnraum gelangen. Ein guter CO-Melder warnt rechtzeitig und kann Leben retten.
Zusätzlich sollte ein Rauchmelder in der Nähe des Ofens installiert sein. Ein Feuerlöscher muss jederzeit griffbereit und leicht zugänglich montiert werden. Bei kamdi24 finden Sie passendes Kaminzubehör für den sicheren Betrieb.
Heizen Sie den Ofen niemals unbeaufsichtigt und lassen Sie vor allem über Nacht kein Feuer unbeobachtet brennen. In kleinen Räumen steigt die Temperatur schnell an – regelmäßiges Lüften ist essenziell. Öffnen Sie mindestens ein Fenster einen Spalt, damit der Ofen ausreichend Frischluft erhält und kein Unterdruck entsteht.
Gewicht und Platzbedarf – worauf Sie achten sollten
Im Wohnmobil spielt das Gesamtgewicht eine entscheidende Rolle. Der Ofen selbst, das Ofenrohr, die Dachdurchführung und die Funkenschutzplatte addieren sich schnell auf 30 bis 80 kg. Hinzu kommt der Brennstoffvorrat. Prüfen Sie vorab, wie viel Zuladung Ihr Fahrzeug erlaubt – jedes Kilogramm zählt.
Beim Tiny House steht weniger das Gewicht als der Platzbedarf im Vordergrund. Mini-Kaminöfen mit Grundflächen ab 30 × 30 cm passen auch in enge Ecken. Beachten Sie jedoch, dass die vorgeschriebenen Sicherheitsabstände den nutzbaren Raum rund um den Ofen deutlich einschränken. Planen Sie den Aufstellort deshalb bereits in der Entwurfsphase ein.
Ein praktischer Tipp: Montieren Sie den Ofen nicht auf einem hohen Podest. Je tiefer der Ofen steht, desto mehr Rohrlänge bleibt für die Wärmeabstrahlung und den Kaminzug. Allerdings sorgt eine niedrige Position auch dafür, dass sich die warme Luft unter der Decke staut und der Fußbereich kühl bleibt. Ein kleiner Ofenventilator auf dem Kaminrohr kann die Wärmeverteilung deutlich verbessern.
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