Schornstein: Die Grundvoraussetzung für jeden Kaminofen
Bevor Sie sich für einen Kaminofen entscheiden, sollten Sie die Schornsteinsituation in Ihrem Haus klären. Ein funktionierender Schornstein ist die absolute Grundvoraussetzung für den Betrieb einer Feuerstätte. Ohne ihn können die Abgase nicht sicher abgeleitet werden.
Ist bereits ein Schornstein vorhanden, muss dieser vom zuständigen Schornsteinfeger auf seine Eignung geprüft werden. Dabei wird kontrolliert, ob der Querschnitt ausreichend ist, ob der Schornstein dicht ist und ob er für die gewünschte Feuerstätte zugelassen werden kann. Bei älteren Gebäuden kann eine Sanierung des Schornsteins notwendig sein.
Falls kein Schornstein existiert, ist eine Nachrüstung in den meisten Fällen problemlos möglich. Ein Edelstahlschornstein lässt sich an der Außenwand montieren und bietet eine kostengünstige Alternative zum gemauerten Schornstein. Er eignet sich besonders für nachträgliche Installationen und erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen.
Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Schornsteinfeger. Er kennt die örtlichen Vorschriften und kann Ihnen bereits vor dem Kauf wertvolle Hinweise zur Machbarkeit geben.
Die richtige Wärmeleistung berechnen
Die Wahl der passenden Heizleistung ist entscheidend für den späteren Komfort. Ein zu kleiner Ofen erreicht nicht die gewünschte Raumtemperatur, ein zu großer Ofen überhitzt den Raum und muss ständig gedrosselt werden – beides ist ineffizient und unangenehm.
Als Faustregel gilt: Pro Quadratmeter Wohnfläche rechnet man etwa 0,1 kW Nennwärmeleistung. Bei einem 50 Quadratmeter großen Wohnzimmer wäre also ein Kaminofen mit 5 kW angemessen. Diese Berechnung gilt für durchschnittlich gedämmte Altbauten.
In modernen Niedrigenergiehäusern mit guter Dämmung ist der Wärmebedarf deutlich geringer. Hier reichen oft schon 3 bis 4 kW für größere Räume aus. Lassen Sie im Zweifel den tatsächlichen Wärmebedarf von einem Fachmann ermitteln, um eine Über- oder Unterdimensionierung zu vermeiden.
Richtwerte für die Kaminofen-Leistung
| Raumgröße |
Altbau (mäßig gedämmt) |
Neubau/Niedrigenergiehaus |
| 30 m² |
3 kW |
2 kW |
| 50 m² |
5 kW |
3-4 kW |
| 70 m² |
7 kW |
4-5 kW |
| 100 m² |
10 kW |
6-7 kW |

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Aufstellort und Sicherheitsabstände
Der Aufstellort eines Kaminofens muss sorgfältig gewählt werden. Neben ästhetischen Überlegungen spielen vor allem Sicherheitsaspekte eine wichtige Rolle. Jeder Kaminofen benötigt definierte Mindestabstände zu brennbaren Materialien wie Möbeln, Vorhängen oder Holzwänden.
Die genauen Abstände variieren je nach Modell und sind in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Ofens angegeben. Als Richtwert gelten mindestens 40 cm zu seitlichen und hinteren brennbaren Bauteilen sowie 80 cm nach vorne zur Beschickungsseite.
Der Boden unter und vor dem Kaminofen muss aus nicht brennbarem Material bestehen oder mit einer Bodenplatte aus Glas oder Stahl geschützt werden. Diese muss mindestens 50 cm vor der Feuerraumöffnung und 30 cm seitlich über den Ofen hinausragen.
Beachten Sie auch die Luftzufuhr: Ein raumluftabhängiger Kaminofen benötigt ausreichend Verbrennungsluft aus dem Aufstellraum. In sehr dichten Neubauten oder bei Dunstabzugshauben kann eine externe Luftzufuhr erforderlich sein. Raumluftunabhängige Modelle beziehen ihre Verbrennungsluft über eine separate Leitung von außen und sind für moderne Gebäude oft die bessere Wahl.
Typische Anfängerfehler vermeiden
Beim Kaminofenkauf werden einige Fehler besonders häufig gemacht. Wer sie kennt, kann sie leicht vermeiden.
Überdimensionierung: Der häufigste Fehler ist die Wahl eines zu leistungsstarken Ofens. Ein 8-kW-Ofen in einem 30-Quadratmeter-Raum führt unweigerlich zu Überhitzung. Sie müssten dann entweder ständig lüften oder den Ofen mit zu wenig Brennstoff betreiben, was ineffizient ist und zu erhöhten Emissionen führt.
Falsches Brennholz: Nur trockenes, naturbelassenes Scheitholz gehört in den Kaminofen. Die Restfeuchte sollte unter 20 Prozent liegen. Feuchtes Holz verbrennt schlecht, erzeugt viel Rauch und führt zu Rußablagerungen im Schornstein. Behandeltes Holz, Spanplatten oder Müll dürfen niemals verbrannt werden.
Fehlende Genehmigung: Jeder Kaminofen muss vor der ersten Inbetriebnahme vom Schornsteinfeger abgenommen werden. Wer dies versäumt, riskiert nicht nur ein Bußgeld, sondern auch den Versicherungsschutz im Schadensfall.
Qualitätsunterschiede ignorieren: Billige Kaminöfen können auf den ersten Blick attraktiv wirken, haben aber oft minderwertige Verarbeitung und schlechtere Verbrennungswerte. Achten Sie auf Prüfzeichen und die Einhaltung der aktuellen BImSchV-Grenzwerte.

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Kosten im Überblick: Anschaffung, Einbau und laufende Kosten
Die Gesamtkosten für einen Kaminofen setzen sich aus mehreren Positionen zusammen. Eine realistische Kalkulation hilft, Überraschungen zu vermeiden.
Kostenübersicht Kaminofen
| Kostenfaktor |
Preisbereich |
| Kaminofen (Einsteigermodelle) |
500 – 1.500 € |
| Kaminofen (Mittelklasse) |
1.500 – 3.000 € |
| Kaminofen (Premium) |
3.000 – 8.000 € |
| Edelstahlschornstein (Nachrüstung) |
1.500 – 3.500 € |
| Ofenrohre und Verbindungen |
100 – 400 € |
| Bodenplatte |
80 – 300 € |
| Installation durch Fachmann |
200 – 600 € |
| Abnahme Schornsteinfeger |
100 – 200 € |
| Brennholz (pro Ster) |
80 – 120 € (laufend) |
Zusätzlich zum Ofen benötigen Sie Kaminzubehör wie Kaminbesteck, Holzkorb und gegebenenfalls einen Aschesauger. Diese Anschaffungen summieren sich auf weitere 100 bis 300 Euro.
Die laufenden Kosten für Brennholz hängen stark von der Nutzungsintensität ab. Bei regelmäßiger Nutzung in der Heizperiode sollten Sie mit etwa 3 bis 5 Ster Holz pro Jahr rechnen. Regional können die Holzpreise stark variieren.
Checkliste: Schritt für Schritt zum eigenen Kaminofen
Mit dieser Checkliste behalten Sie den Überblick über alle wichtigen Schritte auf dem Weg zu Ihrem Kaminofen. Von der ersten Planung bis zur Abnahme – haken Sie jeden Punkt ab und vergessen Sie nichts Wichtiges.
Fazit: Gut geplant ist halb geheizt
Der Kauf eines Kaminofens erfordert etwas Vorbereitung, aber mit der richtigen Planung wird das Projekt zum Erfolg. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Schornsteinfeger, wählen Sie die passende Leistung für Ihren Raum und achten Sie auf Qualität statt nur auf den Preis.
Ein gut ausgewählter und fachgerecht installierter Kaminofen wird Sie viele Jahre mit wohligem Feuer und angenehmer Wärme belohnen. Die Investition lohnt sich – nicht nur finanziell durch gesparte Heizkosten, sondern auch durch die einzigartige Atmosphäre, die nur echtes Flammenspiel bieten kann.
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