Was ist ein wasserführender Kamin und wie funktioniert er?
Ein wasserführender Kaminofen verbindet das Beste aus zwei Welten: die behagliche Atmosphäre eines Holzfeuers mit der praktischen Einbindung in Ihr Heizsystem. Anders als ein klassischer Kaminofen, der seine Wärme ausschließlich an den Aufstellraum abgibt, verfügt ein wasserführendes Modell über eine sogenannte Wassertasche oder einen Wassermantel.
Diese Komponente umgibt die Brennkammer und nimmt einen Teil der erzeugten Wärme auf. Das erwärmte Wasser wird dann in einen Pufferspeicher geleitet und von dort in Ihren Heizkreislauf eingespeien. So können Sie nicht nur den Wohnraum beheizen, sondern auch andere Räume mit Wärme versorgen oder Ihr Brauchwasser erwärmen.
Die Leistung eines wasserführenden Kamins wird in luftseitige und wasserseitige Leistung unterteilt. Die luftseitige Leistung erwärmt den Aufstellraum direkt, während die wasserseitige Leistung ins Heizsystem fließt. Bei vielen Modellen liegt das Verhältnis etwa bei 30 % Raumwärme zu 70 % Wasserleistung.
Die vollständigen Investitionskosten im Überblick
Bei der Anschaffung eines wasserführenden Kamins reicht es nicht, nur auf den Ofenpreis zu schauen. Die tatsächlichen Kosten setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen, die Sie bei Ihrer Kalkulation berücksichtigen sollten.
Kostenübersicht wasserführender Kamin
| Kostenposition |
Preisspanne |
| Wasserführender Kaminofen (Scheitholz) |
2.000 – 4.000 € |
| Wasserführender Pelletofen |
4.000 – 7.000 € |
| Pufferspeicher (500–1.000 Liter) |
800 – 2.000 € |
| Rücklaufanhebung |
200 – 400 € |
| Ausdehnungsgefäß |
100 – 250 € |
| Verrohrung und Anschlüsse |
500 – 1.500 € |
| Installation durch Fachbetrieb |
1.000 – 2.500 € |
| Gesamtkosten (Scheitholz) |
5.000 – 10.000 € |
| Gesamtkosten (Pellet) |
7.000 – 14.000 € |
Wer sich für ein wasserführendes Kaminofen-Set mit Pufferspeicher entscheidet, kann bei der Anschaffung sparen. In solchen Sets sind die Komponenten bereits aufeinander abgestimmt, was auch die Installation vereinfacht.
Wichtig: Planen Sie immer einen Puffer von 10–15 % für unvorhergesehene Kosten ein. Individuelle Gegebenheiten wie schwierige Zugänge oder aufwendige Leitungswege können die Installationskosten erhöhen.
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Realistisches Einsparungspotenzial berechnen
Die Hersteller werben oft mit beeindruckenden Einsparungen – doch wie viel können Sie tatsächlich sparen? Das hängt von mehreren Faktoren ab: Ihrer aktuellen Heizungsart, den Holzpreisen und vor allem Ihrem Nutzungsverhalten.
Ein Raummeter Brennholz liefert je nach Holzart zwischen 1.500 und 2.200 Kilowattstunden Wärmeenergie. Bei einem Preis von etwa 80–120 € pro Raummeter ergibt sich ein Wärmepreis von etwa 4–7 Cent pro kWh. Zum Vergleich: Heizöl kostet aktuell etwa 10–12 Cent pro kWh, Gas liegt bei 8–12 Cent und Wärmepumpenstrom bei etwa 8–10 Cent.
Beispielrechnung: Jährliche Einsparung
| Szenario |
Heizkosten Öl/Gas |
Heizkosten Holz |
Einsparung/Jahr |
| Gelegentliche Nutzung (2h/Tag, 4 Monate) |
500 € |
280 € |
220 € |
| Regelmäßige Nutzung (4h/Tag, 6 Monate) |
1.200 € |
560 € |
640 € |
| Intensive Nutzung (6h/Tag, 7 Monate) |
2.000 € |
840 € |
1.160 € |
Diese Zahlen gelten für einen durchschnittlichen wasserführenden Kaminofen mit 15 kW Gesamtleistung und setzen voraus, dass Sie Ihr Holz zu marktüblichen Preisen kaufen. Wer günstig oder kostenlos an Brennholz kommt, kann deutlich mehr sparen.
Amortisationsdauer: Wann haben Sie die Kosten wieder drin?
Die entscheidende Fragen Sie bei jeder Investition: Wann hat sich der wasserführende Kamin bezahlt gemacht? Hier müssen wir ehrlich sein – die Amortisation dauert in den meisten Fällen länger, als viele Verkäufer suggerieren.
Amortisationszeit nach Nutzungsprofil
| Nutzungsprofil |
Investition |
Ersparnis/Jahr |
Amortisation |
| Idealfall: Günstiges Holz, intensive Nutzung |
6.000 € |
1.500 € |
4 Jahre |
| Guter Durchschnitt: Regelmäßige Nutzung |
7.000 € |
800 € |
8–9 Jahre |
| Realität: Gelegentliche Nutzung, gekauftes Holz |
8.000 € |
400 € |
20+ Jahre |
Fazit zur Amortisation: Bei durchschnittlicher Nutzung liegt die Amortisationszeit bei 8 bis 10 Jahren. Nur wer regelmäßig und intensiv heizt sowie günstig an Brennholz kommt, erreicht kürzere Zeiträume von 4 bis 6 Jahren.
Für wen lohnt sich ein wasserführender Kamin?
Die Investition in einen wasserführenden Kaminofen ist nicht für jeden sinnvoll. Basierend auf den realistischen Kosten und Einsparungen ergibt sich ein klares Bild, für wen sich die Anschaffung lohnt – und für wen nicht.
Ein wasserführender Kamin lohnt sich für:
Besitzer von Niedrigenergie- oder Passivhäusern: In gut gedämmten Gebäuden kann ein wasserführender Kaminofen die Zentralheizung im Winter sogar komplett ersetzen. Die geringe Wärmeabgabe an den Aufstellraum verhindert eine Überhitzung.
Menschen mit günstigem Holzzugang: Wer einen Wald besitzt, im ländlichen Raum lebt oder Holz aus anderen Quellen günstig beziehen kann, profitiert besonders stark. Bei kostenlosen Holzlieferungen verkürzt sich die Amortisation erheblich.
Haushalte mit Öl- oder Gasheizung: Je höher Ihre aktuellen Heizkosten, desto mehr können Sie durch das Zuheizen mit Holz sparen. Bei Ölheizungen ist das Einsparpotenzial am größten.
Haushalte mit hohem Wärmebedarf: Größere Einfamilienhäuser oder Häuser mit schlechterer Dämmung profitieren von der zusätzlichen Wärmequelle mehr als kleine, gut gedämmte Wohnungen.
Ein wasserführender Kamin lohnt sich eher nicht für:
Gelegentliche Kaminnutzer: Wer nur an wenigen Winterabenden das Feuer genießt möchte, wird die Mehrkosten gegenüber einem normalen Kaminofen nie wieder einspielen.
Haushalte mit Wärmepumpe: Moderne Wärmepumpen arbeiten bereits sehr effizient. Der finanzielle Vorteil durch einen wasserführenden Kamin ist hier deutlich geringer als bei fossilen Heizungen.
Kleine Wohnungen und Mietobjekte: Der Installationsaufwand und die Kosten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen. Hier ist ein klassischer Kaminofen oft die bessere Wahl.
Haushalte ohne Lagerkapazität für Holz: Brennholz braucht Platz und muss trocken gelagert werden. Ohne entsprechende Lagermöglichkeit müssen Sie teures, bereits getrocknetes Holz in kleinen Mengen kaufen – das erhöht die Betriebskosten erheblich.
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Alternativen zum wasserführenden Kamin
Wenn Sie nach den vorherigen Abschnitten unsicher sind, ob ein wasserführender Kamin für Sie die richtige Wahl ist, lohnt sich ein Blick auf die Alternativen. Je nach Situation können andere Lösungen wirtschaftlicher oder praktischer sein.
Klassischer Kaminofen + effiziente Hauptheizung
Ein normaler Kaminofen kostet nur 1.000 bis 2.500 € inklusive Installation – also etwa die Hälfte eines wasserführenden Systems. Die Ersparnis können Sie in eine effizientere Hauptheizung investieren, beispielsweise eine moderne Wärmepumpe. Diese Kombination kann unter dem Strich wirtschaftlicher sein als ein wasserführendes System.
Pelletofen ohne Wasserführung
Wenn Ihnen der Komfort wichtiger ist als die maximale Heizkostenersparnis, kann ein einfacher Pelletofen die bessere Wahl sein. Er bietet automatische Beschickung und programmierbare Heizzeiten, ohne die Komplexität einer Wasserführung. Die gesparten Installationskosten können erheblich sein.
Hybridheizung mit Solarthermie
In Kombination mit einer Solarthermieanlage können Sie die Wärme für Brauchwasser im Sommer komplett von der Sonne beziehen. Ein wasserführender Kamin ergänzt das System im Winter perfekt. Viele Pufferspeicher sind bereits mit Solarwärmetauschern ausgestattet und ermöglichen diese Kombination.
Fördermöglichkeiten für wasserführende Kamine
Die gute Nachricht: Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie staatliche Förderungen für Ihren wasserführenden Kamin erhalten. Das verbessert die Wirtschaftlichkeitsrechnung erheblich.
Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt vor allem wasserführende Pelletöfen. Die Fördersätze im Überblick:
BEG-Förderung für wasserführende Pelletöfen
| Förderart |
Fördersatz |
| Grundförderung |
30 % |
| Klimageschwindigkeits-Bonus (bei Heizungstausch) |
+ 20 % |
| Einkommensbonus (bis 40.000 € Jahreseinkommen) |
+ 30 % |
| Emissionsminderungs-Zuschlag (Staub < 2,5 mg/m³) |
+ 2.500 € pauschal |
| Maximale Förderung |
bis zu 70 % |
Die förderfähigen Kosten sind auf 30.000 € begrenzt. Bei einer Investition von 10.000 € und maximaler Förderung von 70 % erhalten Sie also bis zu 7.000 € zurück. Das kann die Amortisationszeit auf nur 2 bis 3 Jahre verkürzen.
Wichtig: Scheitholz-Kaminöfen ohne Pelletbetrieb werden aktuell nicht über die BEG gefördert. Informieren Sie sich vor dem Kauf über die aktuellen Förderbedingungen und stellen Sie den Antrag unbedingt vor Beginn der Maßnahme.
Fazit: Lohnt sich ein wasserführender Kamin?
Ein wasserführender Kamin ist keine universelle Lösung für jeden Haushalt. Die Investition von 5.000 bis 14.000 € amortisiert sich bei durchschnittlicher Nutzung erst nach 8 bis 10 Jahren. Wer den Kamin nur gelegentlich nutzt oder teures Holz kaufen muss, wartet noch deutlich länger auf den Return on Investment.
Die Rechnung geht vor allem dann auf, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen: regelmäßige Nutzung über die gesamte Heizperiode, günstiger Holzzugang, eine bestehende Öl- oder Gasheizung als Hauptheizung und idealerweise die Möglichkeit, staatliche Förderungen in Anspruch zu nehmen.
Unser Rat: Rechnen Sie vor dem Kauf Ihre individuelle Situation durch. Berücksichtigen Sie dabei nicht nur die möglichen Einsparungen, sondern auch den Aufwand für Holzbeschaffung und -lagerung. Ein wasserführender Kamin ist eine langfristige Investition, die sich bei richtiger Planung durchaus lohnen kann – aber eben nicht für jeden.
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