Leitungsverlegung im Altbau: Die erste Hürde
Die größte Herausforderung bei der Nachrüstung eines wasserführenden Kaminofens im Altbau ist die Verlegung der Wasserleitungen. Anders als im Neubau, wo Leitungswege von Anfang an eingeplant werden können, müssen im Bestand vorhandene Strukturen berücksichtigt werden.
Die Leitungen für Vor- und Rücklauf müssen vom Aufstellort des Kaminofens bis zum Heizraum geführt werden. In Altbauten bedeutet das oft: Durchbrüche durch Wände und Decken, Verlegung unter Estrich oder sichtbar an Wänden entlang. Zusätzlich wird eine separate Kaltwasserleitung für die thermische Ablaufsicherung benötigt sowie ein freimündender Ablauf.
Besonders in denkmalgeschützten Gebäuden oder bei aufwendig renovierten Räumen kann die Leitungsverlegung zum echten Problem werden. Eine frühzeitige Abstimmung mit dem Heizungsbauer ist hier unerlässlich, um die optimale Trassenführung zu planen.
Platz für den Pufferspeicher: Kellerräume nutzen
Ein wasserführender Kaminofen benötigt zwingend einen Pufferspeicher, der die erzeugte Wärmeenergie aufnimmt und bei Bedarf an das Heizsystem abgibt. Das Problem im Altbau: Wohin mit dem oft recht voluminösen Speicher?
Als Faustformel gilt: Je erzeugtem wasserführendem Kilowatt sollten 50 bis 100 Liter Speichervolumen eingeplant werden. Bei einem Kaminofen mit 10 kW wasserseitiger Leistung sind das also mindestens 500 bis 1.000 Liter. Ein solcher Speicher hat Abmessungen von etwa 80 cm Durchmesser und 180 cm Höhe – plus Anschlüsse und Wartungszugang.
Im Idealfall steht ein Kellerraum zur Verfügung, der als Technikraum genutzt werden kann. Wichtig dabei: Die Deckenhöhe muss ausreichen, der Boden muss das Gewicht eines gefüllten Speichers tragen können (bei 1.000 Litern über eine Tonne!), und der Raum sollte frostfrei sein. Ist kein geeigneter Kellerraum vorhanden, muss eventuell ein Hauswirtschaftsraum oder sogar ein Anbau als Alternative in Betracht gezogen werden.
„Bei der Nachrüstung eines wasserführenden Kaminofens im Altbau sollte immer zuerst geprüft werden, ob ausreichend Platz für den Pufferspeicher vorhanden ist – denn ohne Speicher keine Abnahme durch den Schornsteinfeger."
Hydraulische Einbindung: Seriell oder Parallel?
Die Einbindung des wasserführenden Kaminofens in die bestehende Heizungsanlage ist technisch anspruchsvoll und muss individuell geplant werden. Grundsätzlich gibt es zwei Varianten der hydraulischen Einbindung: seriell und parallel.
Bei der seriellen Einbindung wird der Kaminofen in den Rücklauf der bestehenden Heizung geschaltet. Das erwärmte Wasser erhöht so die Rücklauftemperatur, und der Heizkessel muss weniger nachheizen. Diese Variante ist einfacher umzusetzen, bietet aber weniger Flexibilität.
Die parallele Einbindung über einen Pufferspeicher ist die gängigere und flexiblere Lösung. Hier speist der Kaminofen seine Wärme in den Speicher ein, aus dem sich sowohl die Heizungsanlage als auch die Warmwasserbereitung bedienen können. Diese Variante ermöglicht auch die Kombination mit weiteren Wärmequellen wie Solarthermie.
Vergleich: Serielle vs. Parallele Einbindung
| Kriterium |
Serielle Einbindung |
Parallele Einbindung |
| Komplexität |
Geringer |
Höher |
| Pufferspeicher |
Nicht zwingend erforderlich |
Erforderlich |
| Flexibilität |
Eingeschränkt |
Hoch |
| Kombination mit Solar |
Schwierig |
Gut möglich |
| Warmwasserbereitung |
Nicht direkt |
Möglich |
| Kosten |
Niedriger |
Höher |
Steuerung und Regelungstechnik
Die Integration eines wasserführenden Kaminofens erfordert spezielle Regelungstechnik, um ein reibungsloses Zusammenspiel mit der bestehenden Heizung zu gewährleisten. Zentrale Komponenten sind dabei:
Die Rücklaufanhebung ist zwingend erforderlich und sorgt dafür, dass stets vorgewärmtes Wasser (mindestens 55-60°C) in die Wassertasche des Kaminofens fließt. So wird Kondensatbildung im Brennraum verhindert, die zu Korrosion und Glanzrußbildung führen würde.
Der Temperaturdifferenzregler steuert die Kesselkreispumpe und startet diese erst, wenn der Kaminofen eine bestimmte Temperatur erreicht hat. Das verhindert, dass kaltes Wasser den Speicher abkühlt. Zusätzlich benötigt jeder Wärmeerzeuger ein eigenes Ausdehnungsgefäß, das Druckschwankungen im System ausgleicht.
Bei der Steuerung der bestehenden Heizung muss sichergestellt werden, dass diese ihre Leistung reduziert, wenn der Kaminofen Wärme liefert. Moderne Heizungsregelungen können das automatisch, bei älteren Anlagen ist eventuell ein Nachrüsten der Steuerung erforderlich.
Schornsteinkapazität prüfen
Im Altbau ist häufig bereits ein Schornstein vorhanden – doch nicht jeder ist für einen wasserführenden Kaminofen geeignet. Die Schornsteinkapazität muss ausreichend sein, um die Abgase sicher abzuführen.
Wasserführende Kaminöfen haben oft niedrigere Abgastemperaturen als herkömmliche Öfen, da ein Teil der Wärme an das Heizwasser abgegeben wird. Das kann bei zu großen oder zu kalten Schornsteinen zu Problemen führen: Die Abgase kühlen zu stark ab, der Zug wird schlechter, und es kann zu Kondensatbildung im Schornstein kommen.
Eine Begutachtung durch den Schornsteinfeger vor dem Kauf ist daher unerlässlich. Er prüft den Querschnitt, die Höhe, den Zustand der Innenwände und ob der Schornstein bereits anderweitig belegt ist. Gegebenenfalls muss ein Schornsteineinsatz nachgerüstet oder ein separater Edelstahlschornstein installiert werden.
Kosten der Nachrüstung realistisch kalkuliert
Die Kosten für die Nachrüstung eines wasserführenden Kaminofens im Altbau setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen und variieren je nach örtlichen Gegebenheiten erheblich.
Der Kaminofen selbst beginnt bei etwa 1.500 Euro für einfache Modelle, hochwertige Geräte können 3.000 bis 5.000 Euro kosten. Ein passendes Komplett-Set mit Pufferspeicher ist oft wirtschaftlicher als der Einzelkauf der Komponenten.
Kostenübersicht Nachrüstung wasserführender Kaminofen
| Kostenfaktor |
Preisspanne |
| Wasserführender Kaminofen |
1.500 – 5.000 € |
| Pufferspeicher (500-1.000 L) |
800 – 2.500 € |
| Regelungstechnik & Zubehör |
500 – 1.200 € |
| Leitungsverlegung & Installation |
1.500 – 4.000 € |
| Schornsteinanpassung (falls nötig) |
500 – 3.000 € |
| Gesamtkosten |
4.800 – 15.700 € |
Förderung nutzen
Die gute Nachricht: Wasserführende Kaminöfen können unter bestimmten Voraussetzungen staatlich gefördert werden. Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sind Zuschüsse möglich, wenn der Ofen bestimmte Effizienzkriterien erfüllt und ein hydraulischer Abgleich durchgeführt wird.
Die Förderung kann bis zu 30% der förderfähigen Kosten betragen. Es lohnt sich also, vor der Anschaffung die aktuellen Förderbedingungen zu prüfen und gegebenenfalls einen Energieberater hinzuzuziehen. Wichtig: Der Förderantrag muss vor Beginn der Maßnahme gestellt werden!
Fazit: Gut geplant ist halb gewonnen
Die Nachrüstung eines wasserführenden Kaminofens im Altbau ist durchaus machbar, erfordert aber sorgfältige Planung und die Einbindung von Fachleuten. Die typischen Herausforderungen – Leitungsverlegung, Pufferspeicher-Platz, hydraulische Einbindung und Schornsteinkapazität – lassen sich mit dem richtigen Konzept meistern.
Der Aufwand lohnt sich: Ein wasserführender Kaminofen verbindet die Behaglichkeit des Holzfeuers mit effizienter Heizungsunterstützung und kann langfristig Energiekosten sparen. Besonders in Kombination mit einer modernen Heizungsanlage oder Solarthermie wird er zu einem wertvollen Bestandteil eines nachhaltigen Energiekonzepts.
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