Warum die Pelletqualität entscheidend ist
Die Qualität der Holzpellets hat einen direkten Einfluss auf die Effizienz, den Wartungsaufwand und die Lebensdauer Ihres Pelletofens. Hochwertige Pellets mit geringem Wassergehalt und hoher Rohdichte liefern mehr Wärme pro Kilogramm – das senkt den Verbrauch und damit die Heizkosten spürbar.
Ein niedriger Aschegehalt reduziert die Reinigungsintervalle und beugt Verschlackung im Brennraum vor. Gleichzeitig minimiert eine saubere Verbrennung die Schadstoffemissionen und schont die Umwelt. Pellets minderer Qualität hingegen können Förderschnecken verstopfen, mehr Schlacke bilden und im schlimmsten Fall sogar zum Erlöschen der Garantieansprüche führen.
Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Auswirkungen: Wenn Sie jährlich fünf Tonnen Pellets benötigen und Pellets mit einem um fünf Prozent geringeren Heizwert verwenden, bedeutet das rund 250 Kilogramm Mehrverbrauch pro Jahr. Hinzu kommen potenziell höhere Wartungskosten und das Risiko teurer Reparaturen. Die anfängliche Ersparnis beim Kauf günstiger Pellets kann die Folgekosten langfristig bei Weitem übersteigen.
Die Basis-Norm: DIN EN ISO 17225-2
Die internationale Norm DIN EN ISO 17225-2 bildet das Fundament der Qualitätssicherung für Holzpellets. Sie legt die Spezifikationen und Klassen für Pellets im häuslichen und gewerblichen Bereich fest. Die Norm definiert physikalische und chemische Eigenschaften wie Größe, Wassergehalt, Heizwert, Aschegehalt und mechanische Festigkeit.
Die Norm unterscheidet drei Qualitätsklassen: A1, A2 und B. Für private Pelletheizungen und Pelletöfen ist ausschließlich die Klasse A1 relevant – sie stellt die strengsten Anforderungen an Rohstoffe und Eigenschaften. Bei A1-Pellets kommen nur Rundhölzer und chemisch unbehandelte Holzrückstände zum Einsatz.
Aufbauend auf dieser ISO-Norm haben sich zwei wichtige Zertifizierungssysteme etabliert: ENplus und DINplus. Beide gehen in einzelnen Prüfkriterien sogar über die Anforderungen der Norm hinaus und bieten Ihnen als Verbraucher eine zusätzliche Absicherung.
ENplus – das europäische Gütesiegel
Das ENplus-Zertifikat ist das europaweit führende Gütesiegel für Holzpellets. Es wird vom European Pellet Council (EPC) in Zusammenarbeit mit nationalen Pelletverbänden verwaltet – in Deutschland ist das Deutsche Pelletinstitut (DEPI) zuständig. Die Besonderheit: ENplus überwacht nicht nur die Produktqualität, sondern die gesamte Bereitstellungskette von der Produktion über die Lagerung bis zum Transport zum Endkunden.
ENplus unterscheidet drei Güteklassen. Die Klasse ENplus A1 stellt die höchsten Anforderungen und ist die einzig empfehlenswerte Wahl für private Pelletheizungen. ENplus A2 richtet sich an größere gewerbliche Anlagen, während ENplus B für industrielle Anwendungen vorgesehen ist und auch bestimmte Althölzer enthalten darf.
Zertifizierte Unternehmen erhalten eine eindeutige Identifikationsnummer, die auf Säcken oder Lieferscheinen abgedruckt sein muss. So können Sie die Gültigkeit des Zertifikats jederzeit auf der ENplus-Webseite überprüfen. Unabhängige, akkreditierte Prüfstellen kontrollieren die Einhaltung der Standards durch jährliche Audits. Die Laufzeit des Zertifikats beträgt drei Jahre.
DINplus – geprüfte Qualität nach deutschem Standard
Das DINplus-Zeichen wird von DIN CERTCO vergeben, einer Zertifizierungsgesellschaft der TÜV Rheinland Gruppe und des DIN Deutsches Institut für Normung. Es basiert ebenfalls auf der DIN EN ISO 17225-2 und stellt hohe Anforderungen an die Produktqualität. Ein DINplus-Zertifikat ist in der Regel fünf Jahre gültig und unterliegt jährlichen Kontrollen sowie bei Abweichungen unangekündigten weiteren Audits.
Die Anforderungen an die Pelletseigenschaften sind mit denen von ENplus A1 weitgehend vergleichbar. Beim Aschegehalt verlangt DINplus sogar einen geringeren Wert als die zugrunde liegende Norm vorschreibt. Beide Zertifikate – ENplus A1 und DINplus – stehen somit für eine hohe und regelmäßig überprüfte Pelletqualität.
ENplus A1 vs. DINplus im Vergleich
| Kriterium |
ENplus A1 |
DINplus |
| Basis-Norm |
DIN EN ISO 17225-2 |
DIN EN ISO 17225-2 |
| Heizwert |
≥ 4,6 kWh/kg |
≥ 4,6 kWh/kg |
| Aschegehalt |
≤ 0,7 % |
≤ 0,5 % |
| Wassergehalt |
≤ 10 % |
≤ 10 % |
| Mechanische Festigkeit |
≥ 98 % |
≥ 97,5 % |
| Feinanteil |
≤ 0,5 % |
≤ 0,5 % |
| Zertifizierungsstelle |
DEPI / EPC |
DIN CERTCO / TÜV Rheinland |
| Gültigkeitsdauer |
3 Jahre |
5 Jahre |
| Lieferketten-Überwachung |
Ja (Produktion bis Endkunde) |
Ja (Produktion und Lager) |
„Ob ENplus A1 oder DINplus – beide Zertifizierungen garantieren Ihnen eine hochwertige Pelletqualität, die den optimalen Betrieb Ihrer Heizanlage sicherstellt. Achten Sie beim Kauf immer auf eines dieser beiden Gütesiegel."
Pelletqualität optisch erkennen
Auch wenn Zertifikate die zuverlässigste Orientierung bieten, können Sie bereits mit einer einfachen Sichtprüfung erste Hinweise auf die Qualität von Pellets erhalten. Die folgenden Merkmale helfen Ihnen bei der Einschätzung:
1 Oberfläche und Glanz
Hochwertige Pellets haben eine glatte, glänzende Oberfläche. Der natürliche Glanz entsteht durch das beim Pressen austretende Lignin, das als Bindemittel wirkt. Matte oder raue Oberflächen können auf eine minderwertige Verarbeitung hindeuten.
2 Farbe
Die Farbe sollte gleichmäßig hellbraun bis goldbraun sein. Sehr dunkle Pellets können auf einen hohen Rindenanteil oder eine zu starke Trocknung hindeuten. Allerdings variiert die Farbe je nach verwendeter Holzart, sodass sie allein kein verlässliches Qualitätsmerkmal darstellt.
3 Bruchverhalten
Brechen Sie einen Pellet zwischen den Fingern. Hochwertige Pellets brechen sauber und mit einem hörbaren Knacken. Bröckeln sie leicht oder zerfallen sie in Staub, deutet das auf eine geringe mechanische Festigkeit hin.
4 Staubanteil
Achten Sie auf den Staubanteil am Boden des Sacks oder im Lager. Ein hoher Feinanteil ist ein Warnsignal – er verstopft Fördersysteme und beeinträchtigt die Verbrennung. Zertifizierte Pellets dürfen maximal 0,5 Prozent Feinanteil aufweisen.
5 Wassertest
Ein einfacher Schnelltest: Legen Sie einen Pellet in ein Glas Wasser. Hochwertige Pellets sinken zunächst ab und lösen sich erst nach einiger Zeit auf. Minderwertige Pellets quellen sofort auf und zerfallen – ein Hinweis auf zu hohen Wassergehalt oder geringe Pressdichte.
Richtige Lagerung für dauerhaft hohe Qualität
Auch die besten Pellets verlieren an Qualität, wenn sie falsch gelagert werden. Der wichtigste Grundsatz: Pellets müssen trocken bleiben. Feuchtigkeit lässt die Presslinge aufquellen und zerfallen – die Folge sind ein geringerer Heizwert und verstopfte Fördermechanismen.
Lagern Sie Ihre Pellets in einem trockenen, gut belüfteten Raum. Der Lagerraum sollte vor Grundwasser und Kondensation geschützt sein. Bei wasserführenden Pelletöfen mit großem Vorratstank ist die Trockenheit des Lagers besonders wichtig, da hier größere Mengen vorgehalten werden.
Sackware sollte auf Paletten oder Regalen stehen, niemals direkt auf dem Boden. Der Abstand zur Wand verhindert, dass Kondensfeuchtigkeit die Säcke erreicht. Lose gelieferte Pellets gehören in einen Bunker oder Gewebetank, der speziell für Pelletlagerung ausgelegt ist. Wichtig: Vermeiden Sie häufiges Umschütten, da dies den Abrieb erhöht und mehr Feinstaub erzeugt.
Beim Pelletkauf selbst sollten Sie nicht nur auf den Preis achten, sondern auch auf die Anlieferung. Seriöse Händler mit ENplus- oder DINplus-Zertifizierung setzen geschultes Personal ein und verwenden kalibrierte Lieferfahrzeuge. Die fachmännische Einblasung minimiert den Abrieb beim Befüllen Ihres Lagers – ein Qualitätsvorteil, der sich in der gesamten Heizsaison bemerkbar macht.
Preisunterschiede verstehen: Wann lohnt sich Qualität?
Der Preis für Holzpellets variiert je nach Saison, Region und Zertifizierung. Zertifizierte ENplus-A1- oder DINplus-Pellets kosten in der Regel etwas mehr als nicht-zertifizierte Ware. Dieser Aufpreis ist jedoch gut investiert: Die höhere Energieausbeute, der geringere Verschleiß an Ihrem Pelletofen und die niedrigeren Wartungskosten gleichen die Mehrkosten in aller Regel aus.
Der günstigste Zeitpunkt für den Pelletkauf ist erfahrungsgemäß das Frühjahr oder der Frühsommer, wenn die Nachfrage gering ist. Viele Händler bieten in dieser Zeit Frühbestellerrabatte an. Vergleichen Sie dabei nicht nur den Tonnenpreis, sondern prüfen Sie stets die Zertifizierung, die Lieferkonditionen und die Bewertungen des Händlers.
Achten Sie außerdem auf regionale Produzenten. Kurze Transportwege senken nicht nur die Kosten, sondern verbessern auch die Ökobilanz Ihrer Pelletheizung. Pellets aus nachhaltiger Forstwirtschaft – erkennbar an Siegeln wie PEFC oder FSC – tragen zusätzlich zum Umweltschutz bei.
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