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14.01.26

Infrarotheizung vs. Kaminofen: Was heizt besser?

Infrarotheizung vs. Kaminofen: Kosten, Wärme & Vergleich 2026 | kamdi24

Infrarotheizung vs. Kaminofen: Was heizt besser?

Bild wurde KI-generiert

Infrarotheizung oder Kaminofen? Beide Systeme versprechen wohlige Wärme, funktionieren aber grundlegend unterschiedlich. Wir vergleichen Funktionsprinzip, Betriebskosten, Wärmeverteilung und Atmosphäre – damit Sie die richtige Entscheidung treffen.

14.01.26 | von kamdi24 Redaktion

Funktionsprinzip im Vergleich

Eine Infrarotheizung wandelt elektrischen Strom direkt in Wärmestrahlung um. Flache Paneele an Wand oder Decke senden langwellige Infrarotstrahlen aus, die nicht die Luft, sondern Oberflächen erwärmen – Boden, Wände, Möbel und Personen. Diese Flächen geben die Energie anschließend als Sekundärwärme an den Raum ab. Der Strahlungsanteil ist dabei deutlich höher als bei konventionellen Heizkörpern.

Ein Kaminofen funktioniert nach einem anderen Prinzip: Holz oder Pellets verbrennen im geschlossenen Feuerraum und erzeugen sowohl Strahlungswärme über die heiße Sichtscheibe als auch Konvektionswärme, die über den Ofenkörper an die Raumluft abgegeben wird. Der Energieträger ist also Biomasse statt Strom – ein Unterschied mit weitreichenden Folgen für Betriebskosten und Umweltbilanz.

Beide Systeme arbeiten dezentral und benötigen kein wasserführendes Rohrnetz. Damit eignen sie sich besonders für Bestandsgebäude ohne hydraulisches Verteilsystem oder als Ergänzung zu einer bestehenden Zentralheizung.

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Wärmeverteilung und Raumklima

Die Infrarotheizung erwärmt gezielt Oberflächen im Abstrahlfeld. Dadurch entsteht eine angenehme Strahlungswärme, die viele Nutzer als behaglich empfinden – selbst bei etwas niedrigerer Lufttemperatur. Allerdings gibt es einen physikalischen Nachteil: Große Möbel, Nischen oder ungünstige Montage erzeugen sogenannte Strahlungsschatten. Bereiche, die nicht im direkten Abstrahlfeld liegen, werden deutlich schlechter erwärmt.

Der Kaminofen kombiniert Strahlungs- und Konvektionswärme. Die Sichtscheibe und der Ofenkörper strahlen direkt in den Raum, während erwärmte Luft aufsteigt und sich im Wohnbereich verteilt. Je nach Ofentyp und Material speichern Modelle mit Speckstein oder Keramikverkleidung die Wärme über mehrere Stunden nach – ein Vorteil, den kein Infrarotpaneel bieten kann. Sobald Sie ein Infrarotpaneel ausschalten, endet die Wärmeabgabe unmittelbar.

Messungen des Forschungsprojekts „IR-Bau 2" der HTWG Konstanz zeigen: Die operative Raumtemperatur liegt bei verschiedenen Heizsystemen in einer engen Bandbreite von 19,7 bis 20,2 °C. Der häufig beworbene Satz „Strahlungsheizung ist immer behaglicher" lässt sich pauschal nicht bestätigen. Unterschiede zeigen sich vor allem bei der räumlichen Gleichmäßigkeit der Wärmeverteilung.

Bild wurde KI-generiert

Infrarotheizung vs. Kaminofen: Die wichtigsten Unterschiede

Kriterium Infrarotheizung Kaminofen
Energieträger Strom Holz / Pellets
Wärmeabgabe Überwiegend Strahlung Strahlung + Konvektion
Anschaffung (Einzelgerät) 200 – 700 € 800 – 4.000 €
Betriebskosten pro kWh Wärme ca. 0,30 – 0,35 € ca. 0,05 – 0,10 €
Wärmespeicherung Keine Ja (Speicheröfen: mehrere Stunden)
Schornstein nötig Nein Ja
Wartung Nahezu wartungsfrei Regelmäßig (Asche, Schornsteinfeger)
Atmosphäre Neutral Echtes Flammenspiel
Installation Einfach (Steckdose / Elektriker) Schornsteinanschluss + Abnahme

Betriebskosten im ehrlichen Vergleich

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Eine Infrarotheizung ist eine Stromdirektheizung – aus 1 kWh Strom wird etwa 1 kWh Wärme. Bei einem Strompreis von rund 0,30 €/kWh (Stand 2026) kostet jede Kilowattstunde Wärme also rund 0,30 €. Für ein 100-m²-Haus mit moderatem Heizbedarf von 70 W/m² und 8 Stunden täglicher Laufzeit über 180 Heiztage ergibt sich eine Jahresrechnung von etwa 2.700 € – allein für Raumwärme. Warmwasser ist dabei noch nicht eingerechnet.

Bei einem Kaminofen liegen die Brennstoffkosten deutlich niedriger. Ein Raummeter Buchenholz kostet etwa 80 – 100 € und liefert rund 2.100 kWh Wärmeenergie. Umgerechnet zahlen Sie 0,04 bis 0,05 € pro kWh – ein Bruchteil der Stromkosten. Selbst Holzpellets liegen mit etwa 0,06 – 0,08 € pro kWh noch weit unter dem Strompreis.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz kam in einer Studie von 2024 für ein 150-m²-Haus zu Betriebskosten von rund 4.970 € pro Jahr bei Infrarot, verglichen mit etwa 2.000 € bei einer Gasheizung. Der Kaminofen liegt dazwischen – besonders dann, wenn er als Zuheizung die Zentralheizung entlastet, statt ein ganzes Haus alleine zu beheizen.

„Der große Nachteil von Stromdirektheizungen gegenüber Wärmepumpen liegt darin, dass sie keine lokale Umweltenergie nutzen. Der Strombedarf ist in der Heizperiode daher etwa dreimal so hoch." – Forschungsprojekt IR-Bau 2, HTWG Konstanz

Anschaffungskosten und Installation

In puncto Anschaffung hat die Infrarotheizung klar die Nase vorn. Ein einzelnes Paneel kostet zwischen 200 und 700 €, für ein komplettes Haus mit rund 100 m² rechnen Sie mit 3.000 bis 6.000 € inklusive Thermostate und Montage. Ein wasserführendes Heizsystem, Rohrnetz oder Heizraum entfällt komplett – das spart bei der Erstinstallation erheblich.

Ein Kaminofen liegt je nach Modell zwischen 800 und 4.000 €. Dazu kommen Kosten für den Schornsteinanschluss (200 – 500 €), eventuell einen Edelstahlschornstein (1.500 – 3.000 €) und die Erstabnahme durch den Schornsteinfeger (ca. 100 – 150 €). Insgesamt müssen Sie mit 1.500 bis 7.000 € rechnen. Dafür erhalten Sie ein Heizsystem, dessen Brennstoffkosten langfristig deutlich günstiger ausfallen.

Der entscheidende Punkt: Die geringeren Anschaffungskosten der Infrarotheizung werden durch die höheren Betriebskosten oft innerhalb weniger Jahre aufgezehrt. Wer den Kaminofen regelmäßig nutzt, spart ab dem dritten bis fünften Jahr netto – je nach Holzpreis und Heizverhalten sogar früher.

Atmosphäre und Wohngefühl

Hier punktet der Kaminofen eindeutig: Das Flammenspiel hinter der Sichtscheibe, das Knistern des Holzes und der dezente Duft nach Feuer schaffen ein Wohngefühl, das keine Infrarotheizung replizieren kann. Studien zur Wohnpsychologie bestätigen, dass ein offenes Feuer Stress reduziert und das subjektive Wohlbefinden steigert.

Eine Infrarotheizung arbeitet völlig geräusch- und geruchlos. Sie ist praktisch unsichtbar – moderne Paneele lassen sich als Spiegel, Bild oder schlichte Wandverkleidung gestalten. Für Räume, in denen Funktionalität vor Ästhetik steht, ist das ein Vorteil. Im Wohn- oder Essbereich, wo Gemütlichkeit zählt, fehlt dem Infrarotpaneel jedoch jede emotionale Komponente.

Für viele Eigenheimbesitzer ist genau dieser Faktor ausschlaggebend: Ein Kaminofen ist nicht nur eine Heizung, sondern ein Möbelstück, ein Gestaltungselement und ein Rückzugsort an kalten Winterabenden.

Für wen eignet sich was? Unsere Empfehlung

Die Infrarotheizung eignet sich, wenn: Sie einzelne, selten genutzte Räume schnell und punktuell beheizen möchten – etwa ein Gästezimmer, ein Badezimmer oder ein Homeoffice. Auch in sehr gut gedämmten Neubauten mit geringem Wärmebedarf oder als Ergänzung zu einer bestehenden Zentralheizung kann sie sinnvoll sein. Voraussetzung: Eine Photovoltaikanlage gleicht die Stromkosten zumindest teilweise aus.

Der Kaminofen ist die bessere Wahl, wenn: Sie regelmäßig und dauerhaft heizen möchten, Wert auf niedrige Betriebskosten legen und ein Schornsteinanschluss vorhanden oder nachrüstbar ist. Besonders im Altbau, wo Infrarot durch hohe Wärmeverluste teuer wird, spielt der Kaminofen seine Stärken aus. Die Kombination mit einer modernen Zentralheizung entlastet den Geldbeutel und senkt die Abhängigkeit von Strom- und Gaspreisen.

Unser Tipp: Viele Haushalte profitieren von einer Kombination beider Systeme. Ein Kaminofen im Wohnbereich als Hauptwärmequelle an kalten Tagen, ergänzt durch ein Infrarotpaneel im Bad oder Gästezimmer – so nutzen Sie die jeweiligen Stärken optimal aus.

Die Blog-Inhalte wurden von unserer Redaktion mithilfe von KI erstellt