Warum das Gartenhaus heizen?
Ein Gartenhaus bietet weit mehr als nur Stauraum für Gartengeräte. Immer mehr Hausbesitzer nutzen ihre Gartenhäuser als Werkstatt, Hobbyraum, Gästezimmer oder sogar als Home-Office. Damit diese Nutzung auch in der Übergangszeit und im Winter möglich ist, braucht es eine zuverlässige Heizlösung.
Ohne Heizung kann es im Gartenhaus bereits im Herbst unangenehm kalt werden. Zudem schützt eine kontrollierte Beheizung empfindliche Gegenstände vor Frostschäden und verhindert Schimmelbildung durch zu hohe Luftfeuchtigkeit. Die Wahl der richtigen Heizung hängt dabei von mehreren Faktoren ab: der Größe des Gartenhauses, der Dämmung, der Nutzungshäufigkeit und natürlich vom Budget.
Heizlast berechnen: Wie viel kW braucht Ihr Gartenhaus?
Bevor Sie sich für eine Heizung entscheiden, sollten Sie die benötigte Heizleistung ermitteln. Die Heizlast gibt an, wie viel Wärmeenergie erforderlich ist, um einen Raum auf eine bestimmte Temperatur zu bringen und diese zu halten.
Als Faustregel gilt: Bei einem ungedämmten Gartenhaus benötigen Sie etwa 100 bis 150 Watt pro Quadratmeter. Bei einem gut gedämmten Gartenhaus reduziert sich dieser Wert auf 50 bis 80 Watt pro Quadratmeter. Ein 20 Quadratmeter großes, ungedämmtes Gartenhaus benötigt demnach eine Heizleistung von 2 bis 3 kW.
Beachten Sie dabei auch die Raumhöhe und die Anzahl der Fenster. Große Glasflächen erhöhen den Wärmeverlust erheblich. Eine gute Dämmung von Wänden, Dach und Boden ist daher die Grundvoraussetzung für effizientes Heizen – und reduziert langfristig die Betriebskosten jeder Heizungsart.
Kaminofen im Gartenhaus: Gemütlich und unabhängig
Ein Kaminofen bringt nicht nur Wärme, sondern auch eine besondere Atmosphäre ins Gartenhaus. Das Flammenspiel hinter der Glasscheibe schafft Gemütlichkeit und macht den Aufenthalt zu einem echten Erlebnis. Zudem sind Sie mit Holz als Brennstoff unabhängig vom Stromnetz.
Für Gartenhäuser eignen sich besonders kompakte Modelle mit einer Leistung von 3 bis 5 kW. Größere Öfen würden den Raum schnell überhitzen. Achten Sie auf Modelle mit Drosselklappe oder Verbrennungsluftregelung, um die Wärmeabgabe fein zu dosieren. Auch ein Werkstattofen kann eine gute Wahl sein – diese robusten Öfen sind für den Einsatz in Werkstätten und Gartenhäusern konzipiert.
Der größte Aufwand bei einem Kaminofen im Gartenhaus betrifft den Schornstein. Hierfür bietet sich ein doppelwandiger Edelstahlschornstein an, der außen am Gartenhaus entlanggeführt wird. Vor der Installation ist unbedingt eine Absprache mit dem Bezirksschornsteinfeger erforderlich – er prüft die Eignung und nimmt die Anlage ab.
Brandschutz bei Holzwänden: Das müssen Sie beachten
Da Gartenhäuser häufig vollständig aus Holz bestehen, ist der Brandschutz ein besonders wichtiges Thema. Die Mindestabstände zwischen Kaminofen und brennbaren Materialien müssen unbedingt eingehalten werden: In der Regel sind das mindestens 30 cm zu den Seiten und nach hinten sowie 50 cm nach vorne.
Eine Funkenschutzplatte aus Glas oder Stahl unter und vor dem Ofen ist Pflicht. Bei sehr kleinen Gartenhäusern kann es erforderlich sein, die Wand hinter dem Ofen zusätzlich mit nicht brennbarem Material zu verkleiden. In unserem Schornsteinratgeber finden Sie weitere wichtige Informationen zur korrekten Installation.
„Auch wenn die Installation eines Kaminofens im Gartenhaus aufwendiger ist als bei anderen Heizungsarten – die Kombination aus Unabhängigkeit, Atmosphäre und Wirtschaftlichkeit macht ihn zur beliebten Wahl für alle, die ihr Gartenhaus regelmäßig nutzen möchten."
Pelletofen im Gartenhaus: Komfortabel und effizient
Ein Pelletofen vereint die Vorteile eines Holzfeuers mit modernem Komfort. Die automatische Brennstoffzufuhr und die elektronische Steuerung ermöglichen eine präzise Temperaturregelung – oft sogar per Fernbedienung oder App. Der Wirkungsgrad liegt bei über 90 Prozent, was Pelletöfen besonders effizient macht.
Für Gartenhäuser gibt es kompakte Modelle ab etwa 4 kW Leistung. Der integrierte Pellettank ermöglicht einen Betrieb über mehrere Stunden ohne Nachfüllen. Bedenken Sie jedoch, dass Pelletöfen einen Stromanschluss für die Steuerung und das Gebläse benötigen. Im Gartenhaus ohne Strom ist ein Pelletofen daher keine Option.
Wie beim Kaminofen ist auch beim Pelletofen ein Schornstein erforderlich. Aufgrund der niedrigeren Abgastemperaturen sind die Anforderungen an den Schornstein etwas geringer, die Absprache mit dem Schornsteinfeger bleibt jedoch Pflicht.
Infrarotheizung im Gartenhaus: Schnell und unkompliziert
Infrarotheizungen erwärmen nicht die Luft, sondern direkt die Oberflächen im Raum – ähnlich wie Sonnenstrahlen. Das sorgt für ein angenehmes Wärmegefühl, auch wenn die Raumluft noch kühl ist. Die Installation ist denkbar einfach: Stecker in die Steckdose und schon kann es losgehen.
Besonders praktisch sind Infrarotpaneele, die an Wand oder Decke montiert werden. Sie benötigen keinen Platz am Boden und sind optisch unauffällig – manche Modelle lassen sich sogar als Bilder gestalten. Für ein gut gedämmtes Gartenhaus von 15 Quadratmetern reichen oft schon 500 bis 700 Watt Heizleistung.
Der Nachteil: Bei ungedämmten Gartenhäusern oder häufiger, langer Nutzung können die Stromkosten erheblich werden. Infrarotheizungen eignen sich daher am besten für gelegentliche Nutzung oder als Ergänzung zu anderen Heizungsarten.
Heizungen für das Gartenhaus im Vergleich
Die Wahl der richtigen Heizung hängt von Ihren individuellen Anforderungen ab. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Eigenschaften der verschiedenen Heizungsarten:
Kaminofen vs. Pelletofen vs. Infrarot – der Vergleich
| Kriterium |
Kaminofen |
Pelletofen |
Infrarotheizung |
| Anschaffungskosten |
500 – 2.000 € |
1.500 – 4.000 € |
100 – 500 € |
| Installation |
Aufwendig (Schornstein) |
Aufwendig (Schornstein + Strom) |
Einfach (nur Strom) |
| Betriebskosten |
Niedrig (Holz) |
Mittel (Pellets) |
Hoch (Strom) |
| Genehmigung erforderlich |
Ja |
Ja |
Nein |
| Stromanschluss nötig |
Nein |
Ja |
Ja |
| Atmosphäre |
Sehr hoch (echtes Feuer) |
Hoch (Flammenspiel) |
Neutral |
| Bedienkomfort |
Mittel (Holz nachlegen) |
Hoch (automatisch) |
Sehr hoch (Ein/Aus) |
| Ideal für |
Regelmäßige Nutzung, Autarkie |
Tägliche Nutzung, Komfort |
Gelegentliche Nutzung |
Fazit: Welche Heizung passt zu Ihrem Gartenhaus?
Die beste Heizung für Ihr Gartenhaus hängt von Ihrer geplanten Nutzung ab. Für gelegentliche Aufenthalte ohne großen Installationsaufwand ist eine Infrarotheizung die praktischste Lösung. Sie benötigen lediglich einen Stromanschluss und können sofort loslegen.
Wenn Sie Ihr Gartenhaus regelmäßig nutzen und Wert auf Atmosphäre und Unabhängigkeit legen, ist ein Kaminofen die richtige Wahl. Der Installationsaufwand mit Schornstein lohnt sich durch niedrige Betriebskosten und das unvergleichliche Feuererlebnis.
Für maximalen Komfort bei täglicher Nutzung bietet sich ein Pelletofen an. Die automatische Steuerung und hohe Effizienz machen ihn zur modernen Alternative zum klassischen Holzofen – vorausgesetzt, ein Stromanschluss ist vorhanden.
Unabhängig von der gewählten Heizungsart gilt: Eine gute Dämmung des Gartenhauses ist die wichtigste Voraussetzung für effizientes Heizen. Sie reduziert den Energiebedarf erheblich und sorgt dafür, dass die Wärme dort bleibt, wo sie hingehört – in Ihrem gemütlichen Gartenhaus.
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