Das perfekte Setup: Indirektes Grillen und Pizzastein
Der Schlüssel zu gelungener Pizza und gutem Brot vom Grill ist das indirekte Setup. Dabei wird die Hitzequelle nicht direkt unter dem Grillgut platziert, sondern seitlich davon. So zirkuliert die heiße Luft im geschlossenen Grill wie in einem Umluftofen – perfekt für Backwaren, die gleichmäßig garen sollen, ohne von unten zu verbrennen.
Auf dem Holzkohlegrill schiebst du die Kohle auf zwei Seiten und lässt die Mitte frei. Genau über dieser freien Zone platzierst du den Pizzastein auf dem Rost. Beim Gasgrill schaltest du die äußeren Brenner auf hohe Stufe und lässt den mittleren Brenner aus – der Stein liegt dann über dem ausgeschalteten Brenner.
Der Pizzastein ist dabei das Herzstück des Setups. Er besteht typischerweise aus Schamotte, Cordierit oder Naturstein und speichert enorme Mengen Hitze. Sobald der Teig auf den heißen Stein trifft, entzieht dieser dem Boden Feuchtigkeit und sorgt für eine knusprige Unterseite – genau wie im Steinofen beim Italiener. Wichtig: Der Stein muss mindestens 20 bis 30 Minuten vorheizen, bei dickeren Steinen sogar bis zu 45 Minuten.
Wer noch mehr Oberhitze für perfekte Pizza möchte, kann eine Pizza-Box verwenden. Dieser Aufsatz wird auf den Grill montiert und erzeugt einen geschlossenen Garraum mit intensiver Oberhitze – ideal für Pizza, die in unter drei Minuten fertig sein soll.
Je länger der Pizzastein vorheizt, desto besser das Ergebnis. Plane mindestens 30 Minuten ein – die Geduld zahlt sich in einem knusprigen, gleichmäßig gebackenen Boden aus.
Teigrezepte: Pizza, Fladenbrot und Focaccia
Guter Teig ist die Basis für alles, was du auf dem Grill backen möchtest. Das oberste Gebot: wenig Hefe und viel Zeit. Ein Teig, der 24 bis 72 Stunden im Kühlschrank reifen darf, entwickelt deutlich mehr Geschmack und eine bessere Textur als ein schneller Teig mit viel Hefe. Hier sind die drei wichtigsten Rezepte für den Grill:
Klassischer Pizzateig (für 4 Pizzen): 500 g Pizzamehl Tipo 00, 325 ml lauwarmes Wasser, 10 g Salz, 3 g frische Hefe und 10 ml Olivenöl. Hefe im Wasser auflösen, Mehl und Salz dazugeben und 10 Minuten kneten, bis der Teig glatt und elastisch ist. Olivenöl einarbeiten, zu einer Kugel formen und abgedeckt 24 Stunden im Kühlschrank gehen lassen. Zwei Stunden vor dem Backen in vier Teiglinge teilen und bei Raumtemperatur aufgehen lassen. Die niedrige Hefemenge sorgt für einen besonders aromatischen, leicht verdaulichen Teig.
Schnelles Fladenbrot (für 4 Stück): 400 g Weizenmehl Type 550, 250 ml lauwarmes Wasser, 7 g Trockenhefe, 8 g Salz und 2 EL Olivenöl. Alle Zutaten verkneten und 60 Minuten abgedeckt gehen lassen. In vier Portionen teilen, flach drücken und direkt auf dem heißen Pizzastein backen. Fladenbrot gelingt auch als schnelle Beilage zwischendurch – in etwa fünf Minuten ist es fertig.
Focaccia vom Grill (1 Blech): 500 g Weizenmehl Type 550, 375 ml lauwarmes Wasser, 7 g Trockenhefe, 10 g Salz und 50 ml Olivenöl. Teig verkneten und mindestens zwei Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen. Auf ein bemehltes Backblech oder eine gusseiserne Pfanne geben, mit Olivenöl beträufeln, Mulden mit den Fingern drücken und mit Rosmarin, grobem Salz und optional Kirschtomaten oder Oliven belegen. Indirekt bei 220 °C für 15 bis 20 Minuten backen.