Warum Sie Brennholz unbedingt trocknen müssen
Frisch geschlagenes Holz enthält je nach Baumart einen Wasseranteil von 40 bis 60 Prozent. Dieses feuchte Holz darf laut Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) nicht direkt verbrannt werden. Der Grund: Bei der Verbrennung von nassem Holz entstehen übermäßig viel Rauch, Feinstaub und schädliche Emissionen. Zudem sinkt der Heizwert drastisch, da ein Großteil der Energie für die Verdampfung des Wassers verbraucht wird.
Der gesetzlich vorgeschriebene Grenzwert liegt bei maximal 25 Prozent Restfeuchte. Optimal ist jedoch eine Holzfeuchte von etwa 15 bis 20 Prozent. Mit einem Holzfeuchtemessgerät können Sie die Restfeuchte Ihres Brennholzes einfach kontrollieren. Trockenes Holz erkennen Sie auch daran, dass es heller ist, Risse an den Enden aufweist und beim Aufeinanderschlagen hohl klingt.
Die richtige Holzart wählen: Hartholz vs. Weichholz
Nicht jedes Holz brennt gleich. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Hartholz und Weichholz – und beide haben ihre Vor- und Nachteile für den Einsatz im Kaminofen.
Hartholz wie Buche, Eiche oder Esche hat eine hohe Dichte und damit einen höheren Heizwert. Es brennt langsamer, gleichmäßiger und bildet eine gute Glut. Allerdings benötigt Hartholz auch deutlich länger zum Trocknen – bei Buche sollten Sie mit 18 bis 24 Monaten rechnen, bei Eiche sogar mit bis zu 36 Monaten.
Weichholz wie Fichte, Kiefer oder Tanne trocknet wesentlich schneller (6 bis 12 Monate), brennt aber auch schneller ab. Nadelhölzer eignen sich hervorragend als Anzündholz und entwickeln hohe Temperaturen. Durch den höheren Harzgehalt kann jedoch mehr Ruß entstehen – eine regelmäßige Reinigung des Schornsteins ist daher wichtig.
Trocknungszeiten verschiedener Holzarten
| Holzart |
Typ |
Trocknungsdauer |
Heizwert (kWh/kg) |
Besonderheiten |
| Buche |
Hartholz |
18–24 Monate |
4,0 |
Sehr hoher Heizwert, gleichmäßige Verbrennung |
| Eiche |
Hartholz |
24–36 Monate |
4,2 |
Exzellente Glutbildung, sehr lange Brenndauer |
| Birke |
Hartholz |
12–18 Monate |
4,3 |
Schönes Flammenbild, angenehmer Duft |
| Fichte |
Weichholz |
6–12 Monate |
4,4 |
Schnelle Wärmeentwicklung, ideal zum Anzünden |
| Kiefer |
Weichholz |
6–12 Monate |
4,4 |
Hoher Harzgehalt, gute Brenneigenschaften |
Der optimale Lagerort für Ihr Brennholz
Der richtige Lagerplatz entscheidet darüber, ob Ihr Brennholz optimal trocknet oder schimmelt. Ideal ist ein Platz an der Südseite des Hauses – hier ist die Sonneneinstrahlung am längsten und das Holz ist vor der Wetterseite geschützt.
Wichtig: Der Lagerplatz sollte überdacht und gut durchlüftet sein. Ein Holzunterstand oder eine Überdachung schützt vor Regen und Schnee, während die Seiten offen bleiben, damit Luft zirkulieren kann. Decken Sie das Holz nur von oben ab – eine vollständige Umhüllung mit Plastikfolie ist kontraproduktiv, da sich darunter Feuchtigkeit staut und Schimmel bilden kann.
Vermeiden Sie unbedingt: Die Lagerung im Keller oder in der Garage. In geschlossenen Räumen fehlt die nötige Luftzirkulation, die Feuchtigkeit kann nicht entweichen und das Holz beginnt zu schimmeln. Zudem besteht die Gefahr, dass Holzwürmer oder andere Schädlinge ins Haus gelangen.
"Der Lagerplatz sollte überdacht, gut durchlüftet und auf der Südseite des Hauses gelegen sein. Nur so trocknet das Brennholz optimal und erreicht die ideale Restfeuchte von unter 20 Prozent."
Brennholz richtig stapeln: Die beste Technik
Beim Stapeln von Brennholz gibt es einige wichtige Regeln zu beachten. Zunächst sollte das Holz niemals direkten Bodenkontakt haben, da es sonst Feuchtigkeit aus dem Erdreich aufnimmt. Verwenden Sie Paletten, Steinreihen oder spezielle Unterlagen als Basis.
Stapeln Sie die Holzscheite locker übereinander, sodass zwischen den einzelnen Scheiten Luft zirkulieren kann. Kleine Zwischenräume sind wichtig für den Trocknungsprozess. In der untersten Reihe können Sie einige Scheite quer positionieren – das erhöht die Stabilität und verbessert die Luftzirkulation.
Bei größeren Mengen ist ein Rundstapel (auch "Holzmiete" genannt) eine platzsparende Option. Dabei wird das Holz kreisförmig von der Mitte ausgehend gestapelt. Diese Methode ist besonders effektiv, da das Holz von allen Seiten trocknen kann und der Stapel sehr stabil ist.
Für die Aufbewahrung kleinerer Mengen im Haus – beispielsweise direkt neben dem Kamin – eignen sich Kaminholzregale und Holzkörbe. Diese sind nicht nur praktisch, sondern auch ein dekoratives Element.
Maßeinheiten verstehen: Raummeter, Schüttraummeter und Festmeter
Beim Kauf von Brennholz begegnen Ihnen verschiedene Maßeinheiten. Um faire Preise vergleichen zu können, sollten Sie diese kennen:
Festmeter (FM): Ein Kubikmeter massives Holz ohne Zwischenräume. Diese Einheit wird hauptsächlich im Forstbereich verwendet und beschreibt das Holz im Rundholzzustand.
Raummeter (RM): Ein Kubikmeter aufgeschichtetes Holz inklusive der Zwischenräume. Ordentlich gestapelte Holzscheite ergeben etwa 0,7 Festmeter pro Raummeter. Dies ist die gebräuchlichste Einheit beim Kauf von gespaltenem Kaminholz.
Schüttraummeter (SRM): Ein Kubikmeter lose geschüttetes Holz. Durch die unregelmäßige Lagerung enthält ein Schüttraummeter mehr Luft und entspricht nur etwa 0,4 bis 0,5 Festmetern. Diese Einheit wird oft bei kleineren Holzlieferungen oder Anzündholz verwendet.
Umrechnung der Brennholz-Maßeinheiten
| Von |
Nach Festmeter (FM) |
Nach Raummeter (RM) |
Nach Schüttraummeter (SRM) |
| 1 Festmeter (FM) |
1,0 |
1,4 |
2,0–2,5 |
| 1 Raummeter (RM) |
0,7 |
1,0 |
1,4–1,8 |
| 1 Schüttraummeter (SRM) |
0,4–0,5 |
0,55–0,7 |
1,0 |
Qualität erkennen: Gutes von schlechtem Brennholz unterscheiden
Hochwertiges Brennholz erkennen Sie an mehreren Merkmalen. Gut getrocknetes Holz ist deutlich leichter als frisches Holz, zeigt Risse an den Schnittflächen und hat eine gräuliche Färbung. Beim Aneinanderschlagen zweier Scheite entsteht ein heller, klarer Klang – feuchtes Holz klingt hingegen dumpf.
Achten Sie beim Kauf auf die Herkunft: Regionales Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft ist nicht nur umweltfreundlicher, sondern oft auch günstiger. Vermeiden Sie Holz mit sichtbarem Schimmelbefall, starkem Pilzgeruch oder Anzeichen von Insektenbefall wie Bohrlöcher oder Sägemehl.
Unser Tipp: Kaufen Sie Brennholz idealerweise im Frühjahr oder Sommer. Dann sind die Preise oft günstiger und Sie haben genügend Zeit, das Holz bis zur Heizsaison weiter trocknen zu lassen.
Vorschriften bei der Brennholzlagerung beachten
Je nach Bundesland und Kommune gelten unterschiedliche Vorschriften für die Lagerung von Brennholz im Freien. In den meisten Fällen sind bis zu 40 Kubikmeter Brennholz pro Grundstück unproblematisch. Möchten Sie das Holz als Sichtschutz an der Grundstücksgrenze stapeln, sind die üblichen Abstandsregelungen einzuhalten.
Aus Gründen des Brandschutzes müssen Sie zudem ausreichend Abstand zu Gebäuden einhalten. Bei Unsicherheiten informieren Sie sich am besten bei Ihrer zuständigen Gemeinde oder Stadtverwaltung.
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