Darf ich meinen Weihnachtsbaum im Kaminofen verbrennen?
Ja, grundsätzlich dürfen Sie Ihren Weihnachtsbaum im Kaminofen verbrennen. Laut der 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) ist die Verbrennung von naturbelassenem, unbehandeltem Holz in Einzelraumfeuerungsanlagen erlaubt. Dazu zählen auch Tannenbäume, Fichten und Nordmanntannen – die beliebtesten Weihnachtsbaumarten in Deutschland.
Allerdings gibt es eine wichtige Einschränkung: Der Baum darf nur in einem geschlossenen Kaminofen verbrannt werden. Bei offenen Kaminen ist die Verbrennung nicht zulässig. Der Grund dafür liegt im hohen Harzgehalt von Nadelhölzern: Beim Verbrennen kann das Harz stark spritzen und zu gefährlichen Funkenflug führen.
Warum Sie die Feuchtigkeit beachten müssen
Ein frisch geschlagener Weihnachtsbaum enthält etwa 40 bis 80 Prozent Feuchtigkeit. Während der Weihnachtszeit wird er zusätzlich gegossen, um ihn frisch zu halten. Diese hohe Restfeuchte macht den Baum direkt nach den Feiertagen ungeeignet für die Verbrennung.
Feuchtes Holz verbrennt schlecht, erzeugt viel Rauch und setzen schädliche Stoffe frei. Zudem entsteht mehr Ruß, der sich in Ihrem Ofenrohr und Schornstein absetzt. Die optimale Restfeuchte für Brennholz liegt unter 20 Prozent – ein frischer Weihnachtsbaum liegt weit darüber.
Tipp: Fragen Sie beim Kauf Ihres Weihnachtsbaums nach, ob er chemisch behandelt wurde. Behandeltes Holz darf nicht im Kaminofen verbrannt werden und gehört in den Restmüll oder zur kommunalen Sammelstelle.
Weihnachtsbaum-Teile und ihre Trocknungszeit
| Baumteil |
Feuchtigkeit frisch |
Trocknungszeit |
Verwendung |
| Nadeln & dünne Zweige |
20–30 % |
2–4 Wochen |
Anzündmaterial |
| Dicke Äste |
30–50 % |
3–6 Monate |
Anzündholz |
| Stamm |
40–80 % |
12–24 Monate |
Reguläres Brennholz |
So bereiten Sie den Weihnachtsbaum richtig vor
Bevor Sie den Baum zerkleinern, müssen Sie ihn vollständig von Dekoration befreien. Lametta, Plastikschmuck, Kerzenreste und Metallhaken haben im Kaminofen nichts zu suchen. Diese Materialien können beim Verbrennen giftige Dämpfe entwickeln und Ihren Ofen beschädigen.
1 Dekoration entfernen
Nimm alle Kugeln, Lichterketten, Lametta und sonstigen Schmuck vom Baum ab. Kontrolliere jeden Ast sorgfältig.
2 Äste vom Stamm trennen
Schneide die Äste mit einer Gartenschere oder kleinen Säge vom Stamm ab. Arbeite von unten nach oben.
3 Zweige zerkleinern
Teile die Äste in handliche Stücke, die in Ihren Kaminofen passen. Die dünnen Zweige und Nadeln trocknen schnell.
4 Stamm aufarbeiten
Säge den Stamm in Scheiben oder spalte ihn mit einer Axt. Kleinere Stücke trocknen deutlich schneller.
Stamm richtig lagern und später verwenden
Der Stamm des Weihnachtsbaums benötigt die längste Trocknungszeit. Lagere die zerkleinerten Stammstücke an einem trockenen, gut belüfteten Ort – idealerweise unter einem Dachvorsprung oder in einem offenen Holzschuppen. Nach 12 bis 24 Monaten hat das Holz die ideale Restfeuchte unter 20 Prozent erreicht.
Wenn Sie mehr über die optimale Holzlagerung erfahren möchten, finden Sie in unserem Ratgeber Brennholz richtig lagern alle wichtigen Tipps. So können Sie den Weihnachtsbaum von diesem Jahr in der nächsten oder übernächsten Heizsaison als Anzündmaterial nutzen.
Zweige und Nadeln als Anzündmaterial
Die getrockneten Zweige und Nadeln eignen sich hervorragend als Anzündmaterial. Nadelholz wie Tanne oder Fichte gehört zu den Weichhölzern und brennt schnell an. In Kombination mit Hartholz wie Buche oder Eiche beschleunigen die Tannenzweige die Anheizphase deutlich.
Verwende die Zweige jedoch nur in kleinen Mengen und nie als alleiniges Brennmaterial. Der hohe Harzgehalt kann zu starker Rußbildung führen und sich auf der Kaminscheibe festsetzen. Mit dem passenden Kaminzubehör wie einem Glasreiniger lässt sich Harzrückstände aber gut entfernen.
Wichtig: Verbrenne den Weihnachtsbaum niemals mit Kunstschnee, Glitzer oder Brandschutzmittel behandelt. Diese Stoffe können giftige Dämpfe freisetzen und sind für die Verbrennung im Kaminofen verboten.
Alternativen zur Verbrennung
Nicht jeder hat einen geschlossenen Kaminofen oder möchte den Aufwand der Trocknung auf sich nehmen. In diesem Fall gibt es umweltfreundliche Alternativen zur Entsorgung des Weihnachtsbaums:
Die meisten Kommunen bieten Anfang Januar kostenlose Sammeltermine an. Die gesammelten Bäume werden oft zu Hackschnitzeln verarbeitet oder in Biomassekraftwerken energetisch verwertet. Alternativ können Sie den Baum auch kompostieren oder die Zweige als Frostschutz für Pflanzen im Garten verwenden.
Häufige Fehler vermeiden
Beim Verbrennen des Weihnachtsbaums gibt es einige typische Fehler, die Sie vermeiden sollten. Der größte Fehler ist das Verbrennen von noch feuchtem Holz. Auch wenn die Nadeln schon braun sind, kann der Stamm noch zu viel Feuchtigkeit enthalten. Nutze im Zweifel ein Feuchtemessgerät.
Ein weiterer Fehler ist die zu große Menge auf einmal. Legen Sie die Tannenzweige portionsweise nach und lass das Feuer kontrolliert abbrennen. Zu viel Nadelholz auf einmal erzeugt eine sehr hohe, unkontrollierte Hitze und kann den Ofen überlasten. Achte auch auf die regelmäßige Kaminreinigung, denn Nadelholz hinterlässt mehr Ruß als Hartholz.
Fazit: Mit Geduld zum Heizmaterial
Den Weihnachtsbaum im Kaminofen zu verbrennen ist erlaubt, solange es sich um unbehandeltes Holz handelt und Sie die Trocknungszeit beachten. Die dünnen Zweige und Nadeln können nach wenigen Wochen als Anzündmaterial dienen. Der Stamm sollte hingegen mindestens ein Jahr trocknen, bevor er in den Ofen wandert.
Entfernen Sie vor der Zerkleinerung alle Dekorationen sorgfältig und verbrenne den Baum nur in einem geschlossenen Kaminofen. So nutzen Sie den Christbaum nachhaltig und heizt gleichzeitig umweltbewusst. Der Weihnachtsbaum von heute kann das wohlige Kaminfeuer von morgen werden.
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