Warum braucht ein Pelletofen Strom?
Anders als ein klassischer Kaminofen, der allein mit Holzscheiten und natürlichem Schornsteinzug funktioniert, ist ein Pelletofen auf eine elektronische Steuerung angewiesen. Mehrere Komponenten benötigen dauerhaft Strom, um den sicheren und effizienten Betrieb zu gewährleisten.
Die Förderschnecke transportiert die Pellets aus dem Vorratsbehälter in die Brennkammer. Sie dosiert den Brennstoff exakt nach der eingestellten Leistungsstufe – ohne Strom bleibt die Schnecke stehen und es gelangen keine neuen Pellets in den Brennraum.
Das Saugzuggebläse sorgt für die kontrollierte Luftzufuhr zur Verbrennung. Ohne dieses Gebläse würde die Flamme in kurzer Zeit ersticken, da der natürliche Schornsteinzug bei den meisten Pelletöfen nicht ausreicht. Hinzu kommt das Warmluftgebläse, das die erzeugte Wärme im Raum verteilt.
Die elektronische Steuerung überwacht die gesamte Verbrennung: Temperaturfühler, Zündeinheit, Sicherheitssensoren und gegebenenfalls die App-Anbindung – all diese Funktionen laufen über die Platine und benötigen eine stabile Stromversorgung. Der typische Stromverbrauch eines Pelletofens liegt zwischen 80 und 400 Watt, je nach Betriebsphase und Modell.
Was passiert bei einem Stromausfall?
Wenn während des Betriebs der Strom ausfällt, stoppt der Pelletofen sofort alle elektronisch gesteuerten Funktionen. Die Förderschnecke hört auf zu arbeiten, das Gebläse steht still und die Steuerung fällt aus. Die Pellets, die sich bereits in der Brennkammer befinden, brennen noch eine Weile nach und erlöschen dann von selbst.
Bei einem kurzen Stromausfall (wenige Sekunden bis etwa zwei Minuten) starten viele moderne Pelletöfen automatisch neu. Diese Auto-Restart-Funktion erkennt die Wiederherstellung der Stromversorgung und fährt den Ofen kontrolliert wieder hoch. Einige Hersteller wie Extraflame haben diese Funktion in vielen ihrer Modelle serienmäßig verbaut.
Bei einem längeren Stromausfall (ab etwa fünf Minuten) geht der Ofen in eine Sicherheitsabschaltung. Er zeigt nach der Stromrückkehr einen Fehlercode an (häufig „Er15“ oder ähnlich) und muss manuell neu gestartet werden. In dieser Situation ist es wichtig, die Brennraumtür und den Pellettankdeckel geschlossen zu halten, um das Austreten von Abgasen in den Wohnraum zu verhindern.
„Ein Stromausfall ist für einen luftgeführten Pelletofen in der Regel unkritisch – die restlichen Pellets brennen kontrolliert ab. Gefährlich wird es jedoch bei wasserführenden Modellen ohne thermische Ablaufsicherung.“
Sonderfall: Wasserführende Pelletöfen
Bei einem wasserführenden Pelletofen ist die Situation deutlich kritischer. Diese Geräte besitzen einen integrierten Wärmetauscher, der die erzeugte Wärme an einen Heizwasserkreislauf und typischerweise an einen Pufferspeicher abgibt. Dafür ist eine Umwälzpumpe erforderlich, die ebenfalls Strom benötigt.
Fällt der Strom aus, stoppt die Umwälzpumpe – doch die Restwärme aus der Brennkammer heizt das Wasser im Wärmetauscher weiter auf. Ohne Zirkulation kann ein Wärmestau entstehen: Das Wasser im System überhitzt, und im schlimmsten Fall kann es zu Schäden am Ofen oder an der Verrohrung kommen.
Aus diesem Grund verfügen fast alle wasserführenden Pelletöfen über eine thermische Ablaufsicherung (TAS). Dieses rein mechanische Sicherheitssystem arbeitet ohne Strom: Steigt die Wassertemperatur über einen kritischen Wert (meist 95 °C), öffnet sich automatisch ein Ventil, das kaltes Frischwasser einleitet und das überhitzte Wasser ablässt. So wird eine Überhitzung zuverlässig verhindert.
Sollte Ihr wasserführender Pelletofen über keine thermische Ablaufsicherung verfügen, ist die Installation einer USV-Anlage oder eines kleinen Notstromaggregats dringend empfohlen, um zumindest die Umwälzpumpe bei Stromausfall weiterlaufen zu lassen.
USV-Anlagen: Unterbrechungsfreie Stromversorgung für den Pelletofen
Eine USV-Anlage (unterbrechungsfreie Stromversorgung) ist die gängigste Lösung, um einen Pelletofen gegen Stromausfälle abzusichern. Das Gerät wird zwischen Steckdose und Pelletofen geschaltet und übernimmt bei Stromausfall innerhalb von Millisekunden die Versorgung über einen integrierten Akku.
Für die Absicherung eines Pelletofens empfiehlt sich eine USV mit mindestens 500 bis 1.000 VA Leistung und einer reinen Sinuswelle am Ausgang. Viele günstige USV-Geräte liefern nur eine modifizierte Sinuswelle, die empfindliche Steuerungselektronik beschädigen kann. Achten Sie daher beim Kauf auf die Angabe „Pure Sine Wave“ oder „reine Sinuswelle“.
Die Überbrückungszeit hängt von der Akkukapazität der USV und dem Stromverbrauch Ihres Ofens ab. Mit einer handelsüblichen USV können Sie in der Regel 20 bis 60 Minuten überbrücken – genug, um einen kurzen Stromausfall zu überstehen oder den Ofen kontrolliert herunterzufahren.
USV-Typen im Vergleich
| USV-Typ |
Umschaltzeit |
Sinuswelle |
Preisspanne |
Eignung für Pelletofen |
| Offline / Standby |
5–12 ms |
Meist modifiziert |
50–150 € |
Bedingt geeignet |
| Line-Interactive |
2–4 ms |
Reine Sinuswelle möglich |
150–400 € |
Empfohlen |
| Online / Doppelwandler |
0 ms |
Immer reine Sinuswelle |
400–1.000 € |
Ideal |
Gravity-Feed-Pelletöfen: Heizen ganz ohne Strom
Eine besondere Kategorie bilden sogenannte Gravity-Feed-Pelletöfen – auch als Pelletöfen ohne Strom bekannt. Bei diesen Geräten fallen die Pellets allein durch die Schwerkraft aus einem höher gelegenen Vorratsbehälter in den Brennraum. Die Verbrennung wird durch den natürlichen Schornsteinzug aufrechterhalten, ohne dass ein elektrisches Gebläse erforderlich ist.
Der große Vorteil: Diese Öfen funktionieren völlig unabhängig vom Stromnetz. Sie müssen manuell angezündet werden (in der Regel mit Anzündgel oder einem Anzünder) und die Leistungsregulierung erfolgt über einen mechanischen Schieber, der die Luftzufuhr steuert. Damit bieten Gravity-Feed-Öfen die gleiche Brennstoffunabhängigkeit wie ein Kaminofen, nutzen aber den Komfort von Pellets als standardisiertem Brennstoff.
Der Nachteil: Gravity-Feed-Pelletöfen bieten nicht den gleichen Bedienkomfort wie elektrisch gesteuerte Modelle. Es gibt keine automatische Zündung, keine Temperaturprogrammierung und keine App-Steuerung. Außerdem ist die Leistungsregulierung weniger präzise. Das Angebot auf dem deutschen Markt ist zudem noch relativ überschaubar.
Hybridofen als Alternative: Holz und Pellets in einem Gerät
Wer sich maximale Unabhängigkeit wünscht, sollte einen Hybridofen für Holz und Pellets in Betracht ziehen. Diese Kombiöfen vereinen zwei Brennstoffe in einem Gerät: Im Normalbetrieb heizen Sie bequem mit Pellets und genießen den automatisierten Komfort. Bei einem Stromausfall wechseln Sie einfach auf Scheitholz – denn im Holzmodus funktioniert der Ofen komplett ohne Strom.
Moderne Hybridofen-Modelle erkennen automatisch, wenn das Scheitholz abgebrannt ist, und schalten selbstständig auf den Pelletbetrieb um. Umgekehrt stoppt die Pelletförderung, sobald Sie frisches Holz nachlegen. Diese Flexibilität macht den Hybridofen besonders interessant für Haushalte, die Wert auf Krisenvorsorge legen.
Der Nachteil: Hybridöfen sind in der Anschaffung deutlich teurer als reine Pelletöfen. Rechnen Sie mit Preisen ab etwa 2.500 Euro aufwärts. Außerdem benötigen Sie Lagerplatz für beide Brennstoffe – sowohl Pellets als auch Scheitholz.
„Ein Hybridofen bietet das Beste aus beiden Welten: den automatisierten Komfort von Pellets im Alltag und die Unabhängigkeit von Scheitholz bei einem Stromausfall – ganz ohne USV oder Notstrom."
Vorsorgetipps für den Ernstfall
Mit der richtigen Vorbereitung stellt ein Stromausfall für Ihren Pelletofen kein großes Problem dar. Folgende Maßnahmen helfen Ihnen, gut gerüstet zu sein:
Auto-Restart-Funktion prüfen: Informieren Sie sich in der Bedienungsanleitung Ihres Pelletofens, ob eine automatische Neustart-Funktion nach kurzen Stromausfällen vorhanden ist. Viele aktuelle Modelle verfügen über dieses Feature.
USV-Anlage anschließen: Investieren Sie in eine Line-Interactive-USV mit reiner Sinuswelle. Diese überbrückt kurze Stromausfälle automatisch und gibt Ihnen bei längeren Ausfällen Zeit, den Ofen kontrolliert herunterzufahren.
Thermische Ablaufsicherung kontrollieren: Falls Sie einen wasserführenden Pelletofen besitzen, lassen Sie die thermische Ablaufsicherung regelmäßig vom Fachbetrieb prüfen. Dieses Sicherheitsbauteil schützt vor Überhitzung und funktioniert rein mechanisch – also auch ohne Strom.
Türen geschlossen halten: Öffnen Sie während und nach einem Stromausfall weder die Brennraumtür noch den Pellettankdeckel. So verhindern Sie, dass Abgase in den Wohnraum gelangen.
Notstromaggregat als Backup: Für Regionen mit häufigen oder längeren Stromausfällen kann ein kleines Notstromaggregat (ab ca. 1.000 Watt) sinnvoll sein. Es versorgt nicht nur den Pelletofen, sondern auch die Umwälzpumpe und andere kritische Geräte.
Alternative Wärmequelle bereithalten: Halten Sie für den Notfall eine stromlose Wärmequelle bereit – etwa einen klassischen Kaminofen, eine Feuerschale für den Außenbereich oder ausreichend warme Decken.
Pelletofen-Absicherung im Vergleich
| Lösung |
Kosten |
Überbrückungszeit |
Komfort |
Stromlos nutzbar |
| USV-Anlage |
150–1.000 € |
20–60 Min. |
Sehr hoch |
Nein (nur Überbrückung) |
| Notstromaggregat |
300–1.500 € |
Stunden (nach Kraftstoff) |
Mittel |
Nein (Benzin/Diesel) |
| Gravity-Feed-Ofen |
1.500–3.000 € |
Unbegrenzt |
Eingeschränkt |
Ja |
| Hybridofen (Holz/Pellets) |
2.500–7.000 € |
Unbegrenzt (Holzmodus) |
Hoch |
Ja (Holzmodus) |
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