Ist ein Lagerfeuer im Garten erlaubt? Rechtslage im Überblick
Bevor du im Garten das erste Streichholz zündest, solltest du die rechtlichen Rahmenbedingungen kennen. In Deutschland gibt es kein einheitliches Bundesgesetz zum Thema Gartenfeuer – die Regelungen variieren je nach Bundesland und Kommune. Grundsätzlich gilt: Ein offenes Lagerfeuer direkt auf dem Boden ist ohne Genehmigung des Ordnungsamtes nicht erlaubt.
Anders sieht es bei sogenannten Wärme- und Gemütlichkeitsfeuern aus. Feuerschalen und Feuerkörbe mit einem Durchmesser unter einem Meter gelten als geschlossene Feuerstellen und dürfen in der Regel ohne spezielle Genehmigung im eigenen Garten genutzt werden. Voraussetzung ist, dass du ausschließlich zugelassene Brennstoffe verwendest und die geltenden Sicherheitsabstände einhältst.
Die Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) regelt dabei klar, welche Brennstoffe in geschlossenen Feuerstellen zulässig sind. Verstöße können mit Bußgeldern von bis zu 5.000 Euro geahndet werden – in besonders schweren Fällen sogar deutlich mehr. Erkundige dich daher immer bei deinem örtlichen Ordnungsamt nach den genauen Vorschriften.
„Geschlossene Feuerstellen unter einem Meter Durchmesser gelten als Wärme- und Gemütlichkeitsfeuer und sind im eigenen Garten grundsätzlich erlaubt – offene Lagerfeuer auf dem Boden dagegen nicht."
Auch die Häufigkeit spielt eine Rolle: Laut verschiedener Gerichtsurteile im Nachbarschaftsrecht ist es in der Regel erlaubt, die Feuerstelle etwa einmal im Monat zu nutzen. Wenn sich dein Nachbar allerdings nicht gestört fühlt, gibt es keine strikte Begrenzung. Ein gutes Verhältnis zur Nachbarschaft ist hier Gold wert – lade sie doch einfach zum nächsten Feuerabend ein.
Feuerstellentypen für den Garten
Vom klassischen Feuerkorb bis zur designstarken Plancha-Feuerstelle – die Auswahl an Feuerstellen für den Garten ist groß. Jeder Typ hat seine eigenen Vorzüge und eignet sich für unterschiedliche Bedürfnisse.
Feuerstellentypen im Vergleich
| Typ |
Vorteile |
Nachteile |
Geeignet für |
| Feuerschale |
Günstig, mobil, gute Glutkontrolle |
Eingeschränkte Sicht auf Flammen |
Kleine bis mittlere Gärten |
| Feuerkorb |
360°-Flammenblick, dekorativ |
Mehr Funkenflug, höherer Holzverbrauch |
Große Gärten mit Abstand |
| Outdoor-Kamin |
Rauch wird nach oben geleitet, elegant |
Ortsgebunden, höherer Preis |
Terrassen, feste Sitzplätze |
| Gas-Feuerstelle |
Kein Rauch, sofort an/aus, sauber |
Weniger authentisches Feeling |
Balkon, Reihenhäuser |
| Feuertisch / Plancha |
Kochen und Feuer kombiniert, Design |
Höhere Investition |
Outdoor-Küchen, Genießer |
Klassische Feuerschalen aus Stahl oder Cortenstahl bieten die beste Kontrolle über das Feuer. Die geschlossene Form hält Glut zuverlässig in der Schale und minimiert Funkenflug. Feuerkörbe ermöglichen dagegen freie Sicht auf das Flammenspiel von allen Seiten, erfordern aber mehr Aufmerksamkeit.
Wer es komfortabler mag, greift zu einem Gartenkamin oder Terrassenkamin. Diese leiten den Rauch nach oben ab und bieten gleichzeitig ein stimmungsvolles Flammenspiel hinter einer geschützten Öffnung. Gas-Feuerstellen sind ideal für rauchempfindliche Umgebungen und überzeugen durch sofortige Ein- und Ausschaltung ohne Rußentwicklung.
Den richtigen Standort wählen
Der perfekte Platz für deine Feuerstelle entscheidet über Sicherheit, Komfort und gute Nachbarschaft. Beachte dabei folgende Mindestabstände:
Mindestens 10 Meter zum Nachbargrundstück, mindestens 50 Meter zu Gebäuden und öffentlichen Wegen sowie mindestens 100 Meter zu Wäldern und größeren Baumbeständen. Diese Abstände sind gesetzlich vorgeschrieben und dienen dem Brandschutz.
Der Untergrund sollte nicht brennbar, eben und stabil sein. Eine Feuerstelle auf dem Rasen ist keine gute Idee – die Schale kann ins weiche Erdreich einsinken und kippen. Besser geeignet sind gepflasterte Flächen, Kies- oder Schotterbetten. Für Holzterrassen empfiehlt sich eine feuerfeste Unterlage aus Stahl oder Stein, um Brandflecken und Hitzeschäden zu vermeiden.
Achte außerdem darauf, dass keine überhängenden Äste, Markisen oder Sonnensegel über der Feuerstelle hängen. Auch die Hauptwindrichtung spielt eine Rolle: Platziere die Feuerstelle so, dass der Rauch nicht direkt in Richtung deiner Sitzgruppe oder zum Nachbarhaus zieht.
Geeignetes Brennmaterial für dein Gartenfeuer
Die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) regelt klar, welche Brennstoffe in einer Feuerstelle erlaubt sind. Halte dich daran – nicht nur, um Bußgelder zu vermeiden, sondern auch, um Rauchentwicklung und Schadstoffbelastung gering zu halten.
Erlaubte Brennstoffe: Naturbelassenes, trockenes Scheitholz ist der Klassiker. Harthölzer wie Buche, Eiche oder Esche brennen langsam und gleichmäßig, erzeugen eine schöne Glut und entwickeln vergleichsweise wenig Rauch. Alternativ eignen sich gepresste Holzbriketts und Grillkohle in Metallgefäßen.
Verboten sind: Gartenabfälle, Grünschnitt, Laub, behandeltes oder lackiertes Holz, Papier, Pappe und Kunststoffe jeder Art. Auch Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin sind tabu – sie sind brandgefährlich und erzeugen giftige Dämpfe. Verwende stattdessen ökologische Anzünder aus Holzwolle oder Wachs.
Ein praktischer Tipp: Lagere dein Brennholz trocken und gut belüftet. Feuchtes Holz qualmt übermäßig, erzeugt mehr Schadstoffe und sorgt für Ärger mit der Nachbarschaft. Die ideale Restfeuchte für Brennholz liegt unter 20 Prozent.
Sicherheit rund ums Gartenfeuer
Feuer ist faszinierend – aber auch gefährlich. Mit den richtigen Vorkehrungen minimierst du Risiken und kannst den Abend unbeschwert genießen.
1 Stabilen Untergrund schaffen
Stelle die Feuerstelle auf einen nicht brennbaren, ebenen Untergrund. Die Schale darf nicht wackeln – sonst kann Glut herausfallen.
2 Wetterlage prüfen
Bei starkem Wind oder anhaltender Trockenheit kein Feuer machen. Prüfe die aktuelle Waldbrandwarnstufe deiner Region.
3 Löschmittel bereithalten
Halte einen Eimer Sand, eine Löschdecke oder einen Gartenschlauch griffbereit. Feuer niemals mit Wasser ablöschen – die plötzliche Dampfentwicklung ist gefährlich und die Schale kann sich verziehen.
4 Kinder und Haustiere fernhalten
Die Außenwand einer Feuerschale kann über 300 °C heiß werden. Halte ausreichend Abstand und beaufsichtige Kinder jederzeit.
5 Feuer niemals unbeaufsichtigt lassen
Bleibe die ganze Zeit beim Feuer und verlasse den Platz erst, wenn die Glut vollständig erloschen ist. Auch nach dem Erlöschen glüht Asche noch stundenlang nach.
6 Funkenschutz verwenden
Ein Funkenschutzgitter oder -deckel reduziert den Funkenflug erheblich und schützt die Umgebung vor herabfallender Glut.
Gestaltungsideen für deine Feuerstelle
Eine Feuerstelle ist weit mehr als nur eine Wärmequelle – sie wird zum Mittelpunkt deines Gartens und lädt zum geselligen Beisammensein ein. Mit der richtigen Gestaltung schaffst du einen Ort, an dem sich Familie und Freunde gerne versammeln.
Runde Sitzarrangements: Platziere Stühle, Bänke oder Holzstämme in einem Halbkreis oder Kreis um die Feuerstelle. Ein Radius von etwa zwei Metern sorgt für angenehme Wärme ohne unangenehme Hitze. Wetterfeste Outdoor-Kissen erhöhen den Komfort.
Permanente Feuerstelle aus Naturstein: Wer handwerklich geschickt ist, kann eine eingelassene Feuerstelle aus Naturstein oder Klinkersteinen bauen. Ein Ring aus hitzebeständigen Steinen, umgeben von einem Kiesbett, wirkt rustikal und fügt sich harmonisch in naturnahe Gärten ein.
Multifunktionale Lösungen: Moderne Outdoor-Öfen und Feuerstellen kombinieren Feuer mit Kochfunktion. Feuerschalen mit Grillrost oder Plancha-Feuerstellen ermöglichen es dir, direkt über offener Flamme zu kochen und dabei die Atmosphäre eines Lagerfeuers zu genießen.
Beleuchtung und Atmosphäre: Ergänze die Feuerstelle mit Solarleuchten, Windlichtern oder einer Lichterkette, um auch nach dem Erlöschen der Flammen eine stimmungsvolle Atmosphäre zu bewahren. Ein Holzlager in der Nähe sorgt nicht nur für Nachschub, sondern wirkt als dekoratives Element.
Die Blog-Inhalte wurden von unserer Redaktion mithilfe von KI erstellt