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17.01.26

Kaminofen im Passivhaus oder Effizienzhaus

Kaminofen im Passivhaus oder Effizienzhaus – Anforderungen | kamdi24
Kaminofen im Passivhaus. Helles Wohnzimmer mit modernem Kaminofen und großer Fensterfront für Effizienzhaus. Warme

Kaminofen im Passivhaus oder Effizienzhaus

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Ein Kaminofen im Passivhaus oder Effizienzhaus – geht das überhaupt? Ja, unter bestimmten Voraussetzungen sogar sehr gut. Erfahren Sie, welche technischen Anforderungen gelten, warum der raumluftunabhängige Betrieb Pflicht ist und welche Modelle sich für hochgedämmte Gebäude eignen.

17.01.26 | von kamdi24 Redaktion

Warum ein Kaminofen im Passivhaus besondere Anforderungen stellt

Passivhäuser und Effizienzhäuser zeichnen sich durch eine extrem gut gedämmte, nahezu luftdichte Gebäudehülle aus. Ein Passivhaus benötigt nur etwa 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr an Heizenergie – zum Vergleich: Ein unsanierter Altbau verbraucht 150 bis 200 kWh/m². Diese hervorragende Dämmung bedeutet jedoch, dass jede Durchdringung der Gebäudehülle – etwa durch einen Schornstein – sorgfältig geplant werden muss.

Die dichte Bauweise bringt eine weitere Herausforderung mit sich: In diesen Gebäuden ist in der Regel eine kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung installiert. Diese Lüftungsanlage erzeugt einen leichten Unterdruck im Gebäude. Ein herkömmlicher, raumluftabhängiger Kaminofen würde in dieser Umgebung nicht sicher funktionieren, da ihm die nötige Verbrennungsluft fehlt und im schlimmsten Fall gefährliche Abgase in den Wohnraum gelangen könnten.

Trotz dieser Einschränkungen ist ein Kaminofen im Passivhaus keineswegs ausgeschlossen. Im Gegenteil: Die geringe Heizlast solcher Gebäude macht es möglich, bereits mit einem kleinen Ofen das gesamte Erdgeschoss wohlig warm zu halten. Voraussetzung ist allerdings, dass bestimmte technische Anforderungen konsequent eingehalten werden.

Kaminofen im Effizienzhaus: Illustration zum Artikel über raumluftunabhängige Öfen in Passivhäusern. Fokus auf Technik &

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Raumluftunabhängiger Betrieb – Pflicht im Effizienzhaus

In Passivhäusern und Effizienzhäusern ist der raumluftunabhängige Betrieb eines Kaminofens keine Option, sondern Pflicht. Der Grund: Die kontrollierte Wohnraumlüftung sorgt für einen definierten Luftaustausch und erzeugt dabei einen Unterdruck von bis zu 4 Pascal im Gebäude. Ein raumluftabhängiger Ofen würde diesen Unterdruck verstärken und könnte einen Rückstau von Rauchgasen verursachen – ein erhebliches Sicherheitsrisiko.

Ein raumluftunabhängiger Kaminofen bezieht seine Verbrennungsluft über eine separate, abgedichtete Leitung direkt von außen. Dadurch wird dem Wohnraum kein Sauerstoff entzogen und die Lüftungsanlage kann parallel zum Ofenbetrieb weiterlaufen. Die Luftqualität im Gebäude bleibt konstant hoch, und die Energieeffizienz der Wohnraumlüftung wird nicht beeinträchtigt.

Alternativ kann ein Unterdruckwächter installiert werden, der den Unterdruck im Aufstellraum überwacht und die Lüftungsanlage bei Überschreitung des kritischen Werts von 4 Pa automatisch abschaltet. Diese Lösung ist jedoch weniger komfortabel, da in dieser Zeit keine Wärmerückgewinnung stattfindet. Daher empfiehlt sich in den meisten Fällen ein raumluftunabhängiges Modell mit DIBt-Zulassung.

Schornsteinlösung und Zuluftführung richtig planen

Der Schornstein ist im Passivhaus das einzige Bauteil neben den Fenstern, das die dichte Gebäudehülle durchdringt. Er kann als Wärmebrücke fungieren und kalte Außenluft ins Gebäudeinnere leiten. Um die Dämmwirkung nicht zu gefährden, muss bei der Planung besonders auf die thermische Dichtheit der Zuluftleitung, der Verbindungsstücke und des Schornsteins selbst geachtet werden.

Die bewährteste Lösung ist ein Luft-Abgas-Schornstein (LAS): Ein doppelzügiges System, bei dem ein Zug die Abgase nach oben abführt und der zweite Zug frische Verbrennungsluft von oben nach unten zum Ofen leitet. Diese konzentrische Bauweise minimiert Wärmeverluste und verhindert, dass kalte Oberflächen im Gebäudeinneren entstehen, an denen sich Kondenswasser bilden und Schimmel wachsen könnte.

Wichtig ist, dass alle Kaminoberflächen im Gebäudeinneren eine Temperatur von mindestens 17 °C halten, um Kondensation der Raumluftfeuchtigkeit zu vermeiden. Bei der Wahl des Schornsteinsystems sollten Sie daher auf passivhauszertifizierte Komponenten achten oder die Planung mit Ihrem Schornsteinfeger abstimmen. Auch eine Zuluftführung über den Keller oder eine separate Wanddurchführung ist möglich, erfordert aber eine sorgfältige Abdichtung.

„Der raumluftunabhängige Kaminofen mit Luft-Abgas-Schornstein ist die sicherste und energieeffizienteste Lösung für Passiv- und Effizienzhäuser. Die Lüftungsanlage arbeitet ungestört weiter, und die Gebäudehülle bleibt intakt."

Moderner Kaminofen in einem hellen Wohnzimmer mit Holzstapel und Ofenrohr

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Welche Leistung braucht der Kaminofen im Effizienzhaus?

Ein häufiger Fehler bei der Ofenwahl im Effizienzhaus: Der Kaminofen wird zu groß dimensioniert. Die exzellente Dämmung sorgt dafür, dass bereits kleine Wärmemengen ausreichen, um den Raum auf eine angenehme Temperatur zu bringen. Als Faustregel gelten 40 bis 80 Watt pro Quadratmeter – deutlich weniger als in einem konventionellen Gebäude, wo 100 bis 120 Watt üblich sind.

Für ein Passivhaus mit 30 m² Wohnfläche im offenen Erdgeschoss benötigen Sie also lediglich 1,2 bis 2,4 kW Heizleistung. Ein Kaminofen mit 5 bis 6 kW Nennleistung wäre bereits deutlich überdimensioniert und würde den Raum schnell überhitzen. Achten Sie daher auf Modelle mit niedriger Nennwärmeleistung oder solche, die sich stufenlos herunterregeln lassen.

Heizlast und empfohlene Ofenleistung nach Gebäudetyp

Gebäudetyp Heizwärmebedarf Heizlast pro m² Empfohlene Ofenleistung (30 m²)
Passivhaus ≤ 15 kWh/m²·a ca. 10–15 W/m² 2–3 kW
KfW-Effizienzhaus 40 ≤ 25 kWh/m²·a ca. 20–30 W/m² 3–4 kW
KfW-Effizienzhaus 55 ≤ 35 kWh/m²·a ca. 30–40 W/m² 3–5 kW
KfW-Effizienzhaus 70 ≤ 45 kWh/m²·a ca. 40–55 W/m² 4–6 kW
Niedrigenergiehaus ≤ 70 kWh/m²·a ca. 50–80 W/m² 5–7 kW

Speicheröfen wie Grundöfen oder Modelle mit Specksteinverkleidung eignen sich besonders gut für Effizienzhäuser: Sie geben die Wärme langsam und gleichmäßig ab, statt den Raum schlagartig aufzuheizen. Auch Kaminöfen in der Leistungsklasse 6 bis 7 kW bieten für KfW-Effizienzhäuser eine passende Dimensionierung.

DIBt-Zulassung und Zertifikate – worauf Sie achten müssen

Damit ein Kaminofen im Passivhaus oder Effizienzhaus betrieben werden darf, benötigt er eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung als raumluftunabhängige Feuerstätte. Diese wird vom Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) in Berlin vergeben und bestätigt, dass der Ofen bei einem Unterdruck von bis zu 8 Pascal dicht bleibt und keine Abgase in den Wohnraum gelangen.

Die DIBt-Zulassung ist an strenge Prüfkriterien geknüpft: Dichtigkeit der Feuerraumtür, des Ascherostes, der Zuluftanschlüsse und aller Verbindungsstücke. Zudem muss die Ofentür über einen selbstverriegelnden Mechanismus verfügen, der ein versehentliches Öffnen während des Betriebs verhindert. Die Zulassung gilt jeweils für fünf Jahre und wird mit einer individuellen Bescheid-Nummer versehen.

Darüber hinaus gibt es die Passivhauszertifizierung des Passivhaus Instituts Darmstadt. Diese geht noch einen Schritt weiter und bewertet das Gesamtsystem aus Ofen, Zuluftführung und Schornstein hinsichtlich der Energieeffizienz im Passivhaus-Kontext. Allerdings besitzen nur sehr wenige Hersteller dieses spezielle Zertifikat. Auch die Norm DIN EN 16510 regelt die Anforderungen an raumluftunabhängige Feuerstätten und sollte bei der Auswahl berücksichtigt werden.

Ihr Schornsteinfeger benötigt die vollständige DIBt-Zulassung des Ofens für die Abnahme. Fordern Sie dieses Dokument daher direkt nach dem Kauf beim Hersteller oder Fachhändler an, da die Übersendung einige Tage dauern kann.

Geeignete Kaminofen-Modelle für Passiv- und Effizienzhäuser

Bei der Wahl des passenden Kaminofens für Ihr Passivhaus oder Effizienzhaus kommen verschiedene Ofentypen infrage. Entscheidend ist, dass das gewählte Modell raumluftunabhängig betrieben werden kann und über eine DIBt-Zulassung verfügt. Renommierte Hersteller wie Austroflamm, Spartherm, Olsberg oder Oranier bieten entsprechende Modelle an, die bei kamdi24 erhältlich sind.

Besonders empfehlenswert sind Grundöfen und Speicheröfen mit niedriger Nennleistung. Sie geben die erzeugte Wärme über ihre massive Speichermasse (Schamotte, Speckstein oder Keramik) langsam und gleichmäßig an den Raum ab. Im Gegensatz zu konventionellen Konvektionsöfen, die schnell aufheizen und ebenso schnell abkühlen, liefern Speicheröfen eine behagliche Strahlungswärme über viele Stunden – ideal für die geringe Heizlast im Effizienzhaus.

Auch ein raumluftunabhängiger Kamineinsatz ist eine interessante Alternative. Er lässt sich in eine individuelle Kaminverkleidung integrieren und bietet so gestalterische Freiheit bei gleichzeitiger Einhaltung aller technischen Vorgaben. Wasserführende Modelle können zudem einen Teil der Wärme in den Heizkreislauf einspeisen und so die Effizienz des gesamten Heizsystems steigern.

Unabhängig vom gewählten Ofentyp gilt: Lassen Sie die Installation immer von einem Fachbetrieb durchführen und stimmen Sie das Vorhaben vorab mit Ihrem bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger ab. Nur so stellen Sie sicher, dass alle baurechtlichen Vorgaben erfüllt sind und die Abnahme reibungslos verläuft.

Die Blog-Inhalte wurden von unserer Redaktion mithilfe von KI erstellt