Propan vs. Butan: Welches Gas für welchen Zweck?
Flüssiggas (LPG – Liquefied Petroleum Gas) ist der Oberbegriff für zwei Gase, die in handelsüblichen Gasflaschen zum Einsatz kommen: Propan und Butan. Beide sind farb- und geruchlos – der typische Gasgeruch wird durch ein zugesetztes Odoriermittel erzeugt, damit Leckagen schnell bemerkt werden. Trotz ihrer Verwandtschaft unterscheiden sich die beiden Gase in wichtigen Punkten.
Propan verdampft bis zu einer Temperatur von −42 °C und ist damit auch bei Minusgraden uneingeschränkt nutzbar. Es wird in den meisten Standard-Gasflaschen (5 kg, 11 kg, 33 kg) vertrieben und ist der Klassiker für Gasgrills, Heizpilze, Werkstattheizungen und mobile Herde. Im Außenbereich ist Propan die erste Wahl, weil es ganzjährig zuverlässig funktioniert.
Butan hat einen höheren Heizwert pro Kilogramm als Propan, stellt die Verdampfung jedoch bereits bei Temperaturen um 0 °C ein. Deshalb wird es vor allem in kleinen Gaskartuschen (190 g oder 450 g) für Campingkocher, Lötlampen und tragbare Heizgeräte verwendet – also überall dort, wo du das Gas im Innenbereich oder bei mildem Wetter einsetzt.
Die meisten handelsüblichen Gasflaschen in Deutschland enthalten reines Propan. In Gaskartuschen für den Outdoor-Einsatz steckt häufig ein Propan-Butan-Gemisch, das bei moderaten Temperaturen funktioniert. Für den Ganzjahres-Einsatz am Gasgrill auf der Terrasse empfehlen wir daher immer eine Propan-Gasflasche.
Gut zu wissen: Der Betriebsdruck einer Propanflasche liegt bei 20 °C bei rund 8 bar, eine Butanflasche kommt auf ca. 2 bar. Das ist auch der Grund, warum Propanflaschen massiver gebaut sein müssen – und entsprechend schwerer sind.
Gasflaschen-Größen: 5 kg, 11 kg oder 33 kg?
Gasflaschen gibt es in verschiedenen Größen – die Angabe bezieht sich dabei auf das Füllgewicht, also die Menge Flüssiggas in Kilogramm. Weil das Leergewicht (Tara) der Stahlflasche dazukommt, ist das Gesamtgewicht deutlich höher. Die gängigsten Größen im privaten Bereich:
5 kg-Gasflasche: Die kompakte Variante. Ideal für kleine Gasgrills, Campingkocher und den gelegentlichen Einsatz. Das Gesamtgewicht (Flasche + Gas) liegt bei rund 12 kg – gut handhabbar und leicht zu transportieren. Reichweite beim Grillen: ca. 5–8 Grillabende.
11 kg-Gasflasche: Der Allrounder und meistverkaufte Größe in Deutschland. Die Flasche wiegt mit Füllung rund 22 kg und passt in die meisten Gasgrill-Unterschränke. Sie versorgt einen durchschnittlichen Gasgrill für ca. 15–20 Grillabende. Auch für Terrassenheizstrahler und Heizpilze ist die 11 kg-Flasche die Standardwahl.
33 kg-Gasflasche: Die große Lösung für Vielnutzer, Gewerbetreibende oder als Versorgungsflasche für Gasheizungen im Gartenhaus. Mit einem Gesamtgewicht von über 60 kg ist sie allerdings nur eingeschränkt mobil und sollte mit einer Sackkarre transportiert werden.
Neben Stahlflaschen gibt es auch Aluminium-Gasflaschen, die bei gleichem Füllgewicht deutlich leichter sind. Eine 11 kg-Alu-Flasche wiegt beispielsweise nur rund 16 kg statt 22 kg. Allerdings sind Alu-Flaschen teurer in der Anschaffung. Für Camper und alle, die die Flasche häufig tragen müssen, kann sich die Investition lohnen.
Profi-Tipp: Eine einfache Füllstandsprüfung: Gieße heißes Wasser über die Gasflasche und fahre mit der Hand von oben nach unten. An der Stelle, an der es deutlich kühler wird, beginnt der Flüssiggasspiegel. Genauer geht es mit einer Gaswaage oder einem Ultraschall-Füllstandsanzeiger.
Sicherheitsregeln im Umgang mit Gasflaschen
Flüssiggas ist ein sicherer Energieträger – vorausgesetzt, du hältst dich an einige grundlegende Regeln. Die meisten Unfälle mit Gasflaschen entstehen durch unsachgemäße Lagerung, defekte Anschlüsse oder fehlende Kenntnisse im Umgang mit dem Gas.
1 Immer aufrecht lagern
Gasflaschen müssen stets senkrecht stehen – niemals liegend betreiben oder lagern. Nur in aufrechter Position ist sichergestellt, dass ausschließlich Gas und keine Flüssigkeit über das Ventil entweicht.
2 Ventil schließen bei Nichtbenutzung
Schließe nach jedem Grillabend oder Heizbetrieb das Flaschenventil vollständig. So verhinderst du unbemerkte Gasaustritte über Nacht – selbst wenn der Druckminderer dicht ist.
3 Anschlüsse prüfen
Kontrolliere Druckminderer, Gasschlauch und Anschlusskupplungen regelmäßig auf Risse, Sprödigkeit und festen Sitz. Gasschläuche sollten alle 5–10 Jahre ausgetauscht werden – das Herstellungsdatum ist auf dem Schlauch aufgedruckt.
4 Keine offenen Flammen in der Nähe
Halte Gasflaschen mindestens 1 Meter von Zündquellen entfernt. Auch Steckdosen, elektrische Geräte und Hitzequellen wie Heizstrahler zählen dazu. Beim Gasgrill steht die Flasche im geschlossenen Unterschrank – aber niemals neben der Grillfläche.
5 Beschädigte Flaschen nicht verwenden
Flaschen mit Dellen, Rost oder defekten Ventilen dürfen nicht weiter genutzt werden. Gib sie beim Händler oder Gasanbieter zurück – Reparaturversuche in Eigenregie sind verboten und lebensgefährlich.
Wichtig: Bei Gasgeruch sofort alle Flammen löschen, Fenster und Türen öffnen, die Gasflasche – wenn gefahrlos möglich – zudrehen und das Gebäude verlassen. Keinen Lichtschalter betätigen, kein Telefon benutzen. Feuerwehr (112) von außen rufen.
Gasflaschen richtig lagern: Vorschriften und Tipps
Die Lagerung von Flüssiggasflaschen ist in Deutschland durch die Technische Regel Flüssiggas (TRF 2021) und im Gewerbe zusätzlich durch die TRGS 510 geregelt. Die Vorschriften gelten sowohl für volle als auch für leere Flaschen – denn auch eine vermeintlich leere Flasche enthält noch Restgas.
Erlaubt: Im Freien an einem gut belüfteten, trockenen und ebenen Platz. Terrasse und Balkon sind grundsätzlich zulässig, sofern die Flasche gegen Umfallen gesichert ist und kein direkter Kontakt zu heißen Oberflächen besteht. Auch eine Garage – sofern sie über Erdgleiche liegt und gut belüftet ist – kommt in Frage.
Verboten: Keller, Tiefgaragen, Souterrains und alle Räume unter Erdgleiche. Flüssiggas ist 1,5- bis 2-mal schwerer als Luft und sammelt sich bei einem Leck am tiefsten Punkt – im Keller kann so ein explosionsfähiges Gemisch entstehen. Auch Schlafräume, Treppenhäuser und Flure sind tabu.
Mengenbegrenzung: Privathaushalte dürfen maximal zwei Flüssiggasflaschen à 11 kg (insgesamt max. 16 kg Nenninhalt) pro Nutzungseinheit innerhalb der Wohnung lagern – in unterschiedlichen Räumen. Im Freien gibt es keine solche Mengenbeschränkung. Gewerbetreibende müssen strengere Regeln beachten, sobald die Lagermenge 50 kg übersteigt (TRGS 510).
Temperatur: Gasflaschen vertragen sowohl sommerliche Hitze als auch Frost. Sie sind für Temperaturen bis 65 °C ausgelegt – auch direkte Sonneneinstrahlung führt in der Praxis nicht zur Überhitzung. Dennoch empfehlen wir einen schattigen Standort, um die Alterung der Dichtungen zu verlangsamen. Im Winter können Propanflaschen bedenkenlos draußen bleiben – das Gas funktioniert bis −42 °C.
TÜV-Prüfung und Haltbarkeit von Gasflaschen
Gasflaschen sind Druckbehälter und unterliegen in Deutschland der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Jede Flasche trägt eine Prägung am Flaschenhals, auf der Herstellungsdatum und die nächste Prüffrist ablesbar sind.
Prüffristen: Stahl-Gasflaschen müssen alle 10 Jahre durch einen Sachverständigen (TÜV o. Ä.) geprüft werden. Aluminium-Gasflaschen haben je nach Hersteller identische oder kürzere Intervalle. Composite-Flaschen (Kunststoff-Verbund) haben teilweise kürzere Prüffristen – ein Blick auf das Typenschild gibt Auskunft.
Was wird geprüft? Die Prüfung umfasst eine visuelle Inspektion auf Beschädigungen und Korrosion, eine Druckprüfung des Behälters sowie die Kontrolle des Ventils. Besteht die Flasche die Prüfung, erhält sie einen neuen Prüfstempel und darf weitere 10 Jahre genutzt werden.
Wer trägt die Kosten? Bei Eigentumsflaschen (graue Flaschen) bist du als Besitzer für die TÜV-Prüfung verantwortlich. Die Kosten liegen je nach Anbieter bei 20–40 € pro Flasche. Bei Tauschflaschen (Pfandflaschen) übernimmt der Gasanbieter Prüfung und Wartung – das ist im Pfand- und Füllpreis enthalten.
Profi-Tipp: Prüfe vor dem Kauf einer gebrauchten Eigentumsflasche immer die Prägung am Flaschenhals. Ist die Prüffrist überschritten, darf die Flasche nicht mehr befüllt werden. Die erneute TÜV-Abnahme lohnt sich meist nur bei neueren Flaschen.
Tauschflasche vs. Eigentumsflasche: Was lohnt sich?
Beim Kauf einer Gasflasche hast du die Wahl zwischen zwei Systemen, die sich in Kosten, Flexibilität und Komfort erheblich unterscheiden.
Tauschflasche (Pfandflasche): Das verbreitetste System in Deutschland. Du zahlst beim ersten Kauf einen Pfandbetrag (ca. 25–35 € für 11 kg) plus die Füllung. Wenn die Flasche leer ist, tauschst du sie beim Händler gegen eine volle Flasche und zahlst nur den Füllpreis. Erkennbar an der farbigen Kennzeichnung des jeweiligen Anbieters. TÜV-Prüfung, Wartung und Instandsetzung liegen beim Gasanbieter – du musst dich um nichts kümmern.
Eigentumsflasche (graue Flasche): Du kaufst die Flasche und bist alleiniger Besitzer. Das gibt dir die Freiheit, sie bei jedem Anbieter befüllen zu lassen – nicht nur beim Originalanbieter. Die Anschaffung einer neuen 11 kg-Stahlflasche liegt bei rund 40–60 €. Dafür bist du selbst für die rechtzeitige TÜV-Prüfung verantwortlich.
Für die meisten Privatnutzer – vor allem Grillbesitzer, die ein bis zwei Flaschen pro Saison verbrauchen – ist die Tauschflasche die bequemere und oft günstigere Lösung. Wer häufig grillt oder einen Gasverbrauch in Gewerbe oder Gastronomie hat, kann mit Eigentumsflaschen langfristig Kosten sparen, da die reinen Füllpreise bei freien Anbietern oft günstiger sind.
Gasflaschen sicher transportieren
Für den Transport von Gasflaschen im privaten Pkw gelten klare Regeln. Privatpersonen dürfen bis zu 333 kg Flüssiggas (Nettomasse) im PKW befördern – für den normalen Grillbedarf also kein Problem.
Ventilschutz: Das Flaschenventil muss immer geschlossen und mit einer Schutzkappe gesichert sein. Bei Tauschflaschen liefert der Händler die Kappe mit – wirf sie nicht weg.
Standsicherheit: Sichere die Flasche gegen Verrutschen und Umfallen. Der sicherste Platz ist hinter dem Beifahrersitz, eingeklemmt zwischen Sitzlehne und Rücksitzbank. Alternativ liegt die Flasche gesichert im Kofferraum.
Belüftung: Sorge während der Fahrt für Querbelüftung – öffne mindestens zwei Fenster einen Spalt. Im Sommer darf die Flasche nicht im geschlossenen Auto stehen gelassen werden.
Transportdauer: Nutze das Auto so kurz wie möglich als Transportmittel. Füllung kaufen, direkt nach Hause fahren, Flasche entnehmen.
Gasflaschen im Vergleich: Größen, Gewichte und Einsatzbereiche
| Kriterium |
5 kg Stahl |
11 kg Stahl |
11 kg Alu |
33 kg Stahl |
| Füllgewicht |
5 kg |
11 kg |
11 kg |
33 kg |
| Leergewicht (Tara) |
ca. 7 kg |
ca. 10–13 kg |
ca. 5–6 kg |
ca. 30 kg |
| Gesamtgewicht |
ca. 12 kg |
ca. 22 kg |
ca. 16–17 kg |
ca. 63 kg |
| Höhe (ca.) |
30 cm |
60 cm |
60 cm |
125 cm |
| TÜV-Intervall |
10 Jahre |
10 Jahre |
10 Jahre |
10 Jahre |
| Grillabende (ca.) |
5–8 |
15–20 |
15–20 |
45–60 |
| Ideal für |
Camping, kleiner Grill |
Gasgrill, Heizpilz |
Camping, mobiler Einsatz |
Gewerbe, Gartenhaus |
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