Was bedeutet Dauerbrand? – Die DIN-Definition
Der Begriff „Dauerbrand“ klingt so, als würde der Ofen ununterbrochen brennen. Tatsächlich beschreibt er jedoch eine genau definierte technische Eigenschaft gemäß DIN EN 13240: Ein Dauerbrandofen muss die Glut bei Nennwärmeleistung für mindestens vier Stunden halten können – und zwar ohne dass Brennstoff nachgelegt oder die Verbrennungsluft manuell reguliert wird.
Diese Prüfanforderung bezieht sich primär auf den Betrieb mit Braunkohlebriketts. Kohle brennt langsamer und gleichmäßiger als Holz, wodurch die geforderte Mindestbrenndauer von vier Stunden erreicht wird. Bei Holz liegt die Prüfanforderung für einen Dauerbrandofen bei mindestens 1,5 Stunden, bei Kamineinsätzen sogar bei drei Stunden.
Technisch unterscheidet sich ein Dauerbrandofen von einem Zeitbrandofen vor allem durch seinen Feuerraum: Eine typische Gussmulde ist so geformt, dass die Kohle optimal nachrutschen und gleichmäßig abbrennen kann. Die Verbrennungsluft wird über einen Rost von unten zugeführt, was für einen stetigen Gluterhalt sorgt. Viele Dauerbrandöfen verfügen zudem über eine automatische Verbrennungsluftregelung, die den Abbrand ohne manuellen Eingriff steuert.
Was ist ein Zeitbrandofen?
Die meisten klassischen Kaminöfen sind Zeitbrandöfen. Der Begriff „Zeitbrand“ bedeutet, dass der Ofen die Glut bei Nennwärmeleistung für mindestens 45 Minuten halten muss. Das klingt nach wenig – doch diese Prüfvorgabe bezieht sich auf eine einzelne Aufgabe Scheitholz unter standardisierten Bedingungen.
In der Praxis brennt ein gut bestückter Zeitbrandofen mit trockenem Hartholz deutlich länger als 45 Minuten. Je nach Holzmenge und Lufteinstellung sind ein bis drei Stunden pro Aufgabe realistisch. Ein Zeitbrandofen ist für die Verbrennung von Scheitholz und Holzbriketts optimiert: Die Sekundärluftzufuhr ist so konzipiert, dass die aufsteigenden Holzgase vollständig verbrannt werden. Das sorgt für ein lebendiges Flammenbild und eine saubere, effiziente Verbrennung.
Im Gegensatz zum Dauerbrandofen besitzt ein Zeitbrandofen in der Regel keine Kohlezulassung. Der Feuerraum ist nicht für das Verbrennen von Braunkohlebriketts ausgelegt, und die Luftführung ist auf die schnellere Verbrennung von Holz abgestimmt. Holzbriketts (Presslinge aus Holzspänen) dürfen hingegen in den meisten Zeitbrandöfen verwendet werden.
Der häufigste Irrtum: Dauerbrand ist nicht gleich Dauerbetrieb
Es ist das am weitesten verbreitete Missverständnis beim Kaminofenkauf: Viele Interessenten glauben, dass nur ein Dauerbrandofen für den ständigen Betrieb geeignet sei. Das ist nicht korrekt.
Die Eigenschaft „Dauerbrand“ sagt ausschließlich etwas darüber aus, wie lange die Glut ohne Nachlegen hält. Sie sagt nichts darüber aus, wie lange ein Kaminofen betrieben werden darf. Ein Zeitbrandofen darf den ganzen Tag, jeden Tag befeuert werden – genauso wie ein Dauerbrandofen. Es gibt keine gesetzliche Begrenzung der Betriebsdauer für eine der beiden Bauarten.
Jeder moderne Kaminofen ist für einen dauerhaften Betrieb ausgelegt – unabhängig davon, ob es sich um ein Dauerbrand- oder Zeitbrandgerät handelt. Wenn auf dem Typenschild „Dauerbetrieb“ steht, bedeutet das lediglich, dass der Ofen für den kontinuierlichen Betrieb über 24 Stunden zugelassen ist. Diese Zulassung können sowohl Dauerbrand- als auch Zeitbrandöfen besitzen.
„In unserer täglichen Beratung erleben wir immer wieder: Kunden möchten einen Dauerbrandofen, weil sie glauben, nur damit den ganzen Tag heizen zu dürfen. Sobald wir erklären, dass auch ein Zeitbrandofen unbegrenzt betrieben werden darf, fällt die Wahl oft auf das Modell mit dem schöneren Flammenbild.“
Dauerbrandofen und Zeitbrandofen im direkten Vergleich
Die folgende Übersicht zeigt die wesentlichen Unterschiede zwischen Dauerbrand- und Zeitbrandfeuerstätten. Beide Kategorien haben ihre Berechtigung – es kommt auf den geplanten Einsatzzweck und den bevorzugten Brennstoff an.
Alle Unterschiede auf einen Blick
| Merkmal |
Dauerbrandofen |
Zeitbrandofen |
| DIN-Anforderung Gluthaltung |
Mind. 4 Stunden (Kohle) |
Mind. 45 Minuten (Holz) |
| Primärer Brennstoff |
Braunkohlebriketts |
Scheitholz, Holzbriketts |
| Kohlezulassung |
Ja |
Nein (in der Regel) |
| Holzverbrennung möglich |
Ja, aber nicht optimal |
Ja, optimiert |
| Flammenbild |
Ruhig, gleichmäßig |
Lebendig, intensiv |
| Aufheizgeschwindigkeit |
Langsamer |
Schneller |
| Nachlegeintervall |
Alle 4–8 Stunden (Kohle) |
Alle 1–3 Stunden (Holz) |
| Dauerbetrieb (24 h) |
Ja |
Ja |
| Feuerraumaufbau |
Gussmulde mit Rost |
Schamotte-Auskleidung |
Vor- und Nachteile auf einen Blick
Vorteile des Dauerbrandofens: Die lange Gluthaltung ist der größte Pluspunkt. Mit einer Ladung Braunkohlebriketts müssen Sie über viele Stunden keinen Brennstoff nachlegen. Das ist besonders in den kalten Nachtstunden ein spürbarer Komfortgewinn. Außerdem eignet sich der Dauerbrandofen gut als Hauptheizquelle in größeren Räumen oder Werkstätten, in denen über lange Zeiträume eine Grundwärme gehalten werden soll.
Nachteile des Dauerbrandofens: Kohle ist ein fossiler Brennstoff und damit weniger umweltfreundlich als Holz. Die Verbrennung von Braunkohlebriketts kann zudem unangenehme Gerüche verursachen. Das Flammenbild ist ruhiger und weniger dekorativ als bei einem Holzfeuer. Bei reiner Holzverbrennung erreicht der Dauerbrandofen keine optimalen Verbrennungswerte, da die Luftführung primär auf Kohle ausgelegt ist.
Vorteile des Zeitbrandofens: Der Zeitbrandofen punktet mit einem intensiven, lebendigen Flammenbild und einer schnellen Aufheizung des Raumes. Die optimierte Sekundärluftführung sorgt für eine saubere, effiziente Holzverbrennung mit niedrigen Emissionen. Holz ist als nachwachsender Rohstoff CO₂-neutral und deutlich umweltfreundlicher als Kohle. Außerdem bieten Zeitbrandöfen eine enorme Designvielfalt – von modern bis rustikal. Modelle mit Specksteinverkleidung oder Speicherkern verlängern die Wärmeabgabe zusätzlich.
Nachteile des Zeitbrandofens: Das Nachlegeintervall ist kürzer – alle ein bis drei Stunden muss neues Holz aufgelegt werden. Wer nachts durchheizen möchte, muss also zwischendurch aufstehen. Außerdem benötigt Scheitholz mehr Lagerplatz als Kohlebriketts und muss mindestens zwei Jahre trocknen, bevor es verheizt werden darf.
Welcher Ofen passt zu Ihnen? – Kaufentscheidung
Die Wahl zwischen Dauerbrandofen und Zeitbrandofen hängt vor allem von Ihrem bevorzugten Brennstoff und dem geplanten Einsatzzweck ab.
Wählen Sie einen Dauerbrandofen, wenn: Sie Ihren Ofen als Hauptwärmequelle nutzen und mit Braunkohlebriketts heizen möchten. Die langen Nachlegeintervalle machen den Dauerbrandofen ideal für große Räume, Werkstätten oder Situationen, in denen Sie den Ofen nicht ständig beaufsichtigen können.
Wählen Sie einen Zeitbrandofen, wenn: Sie Ihren Ofen als gemütliche Zusatzheizung im Wohnbereich nutzen möchten. Ein Zeitbrandofen mit 6 bis 7 kW Leistung heizt Ihren Wohnraum schnell auf, bietet ein wunderschönes Flammenspiel und verbrennt Holz besonders effizient.
Kombigeräte als dritte Option: Einige Kaminöfen sind sowohl für Dauerbrand mit Kohle als auch für den Zeitbrandbetrieb mit Holz zugelassen. Diese Kombigeräte bieten maximale Flexibilität: Tagsüber genießen Sie das lebendige Holzfeuer, abends sorgt eine Ladung Braunkohlebriketts für langanhaltende Grundwärme bis zum Morgen.
„Wer Scheitholz verbrennt und ein lebendiges Flammenspiel möchte, ist mit einem Zeitbrandofen häufig besser bedient. Wer dagegen über Nacht durchheizen will, ohne nachzulegen, greift zum Dauerbrandofen mit Braunkohlebriketts.“
Die Blog-Inhalte wurden von unserer Redaktion mithilfe von KI erstellt