Grundlagen der Abgasführung bei Holzfeuerung
Bei der Verbrennung von Holz in Kaminöfen, Kachelöfen oder Heizkesseln entstehen Rauchgase, die sicher aus dem Wohnraum abgeleitet werden müssen. Die Abgasführung ist dabei nicht nur eine Fragen Sie des Komforts, sondern vor allem der Sicherheit: Kohlenmonoxid (CO) ist ein geruchloses, aber lebensgefährliches Gas, das bei jeder Holzverbrennung entsteht.
Die Abgase einer Holzfeuerung erreichen Temperaturen von mehreren hundert Grad Celsius. Das stellt besondere Anforderungen an die verwendeten Materialien und die Konstruktion der Abgasanlage. Anders als bei Gas- oder Ölheizungen müssen Abgase von Festbrennstoff-Feuerungsanlagen immer in einen Schornstein eingeleitet werden – nicht in eine einfache Abgasleitung.
Die Feuerungsverordnung legt fest: Abgase von Feuerstätten mit festen Brennstoffen wie Holz sind immer in einen Schornstein einzuleiten, nicht in eine Abgasleitung (FeuVO § 7, Absatz 2).
Schornstein vs. Abgasleitung: Der entscheidende Unterschied
Viele Hausbesitzer fragen sich: Was unterscheidet einen Schornstein von einer Abgasleitung? Die Antwort liegt in der Bauweise und Temperaturbeständigkeit. Ein Schornstein ist für hohe Abgastemperaturen und den sogenannten Rußbrand ausgelegt – ein Szenario, bei dem sich abgelagerter Ruß im Schornstein entzündet und Temperaturen von über 1.000 °C entstehen können.
Abgasleitungen hingegen sind nur für niedrige Abgastemperaturen konzipiert, wie sie bei modernen Gasbrennwertgeräten auftreten. Für die Holzverbrennung sind sie nicht zugelassen. Die Abgastemperaturen bei Holzfeuerungen liegen typischerweise zwischen 200 °C und 400 °C – je nach Ofen und Betriebsweise.
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Aktuelle Vorschriften: BImSchV und Ableitbedingungen
Seit dem 1. Januar 2022 gelten verschärfte Ableitbedingungen für Abgase aus Feuerungsanlagen mit festen Brennstoffen. Die 1. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) regelt dabei nicht nur die Emissionsgrenzwerte, sondern auch die Anforderungen an die Schornsteinhöhe und -positionierung.
Ableitbedingungen nach § 19 BImSchV für Neuanlagen ab 2022
| Gesamtwärmeleistung |
Umkreis |
Mindestüberragung |
| bis 50 kW |
15 Meter |
1 Meter über Fenster/Türen/Lüftungen |
| 50 bis 100 kW |
17 Meter |
2 Meter über Fenster/Türen/Lüftungen |
| 100 bis 150 kW |
19 Meter |
3 Meter über Fenster/Türen/Lüftungen |
| 150 bis 200 kW |
21 Meter |
3 Meter über Fenster/Türen/Lüftungen |
Zusätzlich muss der Schornstein firstnah angeordnet sein und den Firen um mindestens 40 Zentimeter überragen. Bei Dachneigungen unter 20 Grad wird ein fiktiver Dachfiren berechnet. Diese Regelungen sollen sicherstellen, dass Abgase optimal abziehen und die Nachbarschaft nicht beeinträchtigt wird.
Die strengeren Ableitbedingungen seit 2022 dienen dem Immissionsschutz: Sie sorgen dafür, dass Abgase in ausreichender Höhe abgeleitet werden, um Belästigungen und Gesundheitsrisiken für die Nachbarschaft zu minimieren.
Ofenrohre richtig wählen und verlegen
Das Ofenrohr (auch Rauchrohr genannt) verbindet Ihren Kaminofen mit dem Schornstein. Es ist ein entscheidendes Element der Abgasführung und muss sorgfältig ausgewählt und installiert werden.
Bei kamdi24 finden Sie Ofenrohre mit Senotherm-Lackierung in Schwarz oder Gussgrau sowie emaillierte Varianten in verschiedenen Farben. Die Rohre bestehen aus 2 mm starkem Stahlblech und sind in allen gängigen Durchmessern erhältlich.
Wichtige Regeln für die Verlegung von Ofenrohren:
Die Gesamtlänge des Ofenrohrs sollte möglichen kurz gehalten werden – idealerweise nicht länger als 2 Meter. Zu lange Rauchrohre können den Kaminzug negativ beeinflussen. Waagerecht verlegte Strecken sollten vermieden werden, da sie den Kamineffekt stören. Für Richtungswechsel stehen Bögen mit Winkeln von 15°, 30°, 45° oder 90° zur Verfügung.
Übersicht: Ofenrohr-Komponenten
| Komponente |
Funktion |
| Längenelemente |
Gerade Verbindungsstücke in verschiedenen Längen |
| Rauchrohrbögen |
Richtungswechsel (15°, 30°, 45°, 90°) |
| T-Stücke (Kapselknie) |
Abzweigungen und Reinigungsöffnungen |
| Wandfutter |
Sichere Durchführung durch Wände |
| Drosselklappen |
Regulierung des Abgaszugs |

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Praxistipps für eine optimale Abgasführung
Eine gut funktionierende Abgasführung ist die Basis für sicheres und effizientes Heizen. Hier sind die wichtigsten Tipps für den Alltag:
Regelmäßige Reinigung: Lass Ihren Schornstein mindestens einmal jährlich vom Schornsteinfeger kehren. Bei intensiver Nutzung können auch häufigere Kehrungen sinnvoll sein. Rußablagerungen verringern nicht nur den Querschnitt, sondern erhöhen auch die Brandgefahr.
Richtiges Heizen: Vermeide Schwelbrände durch zu wenig Luftzufuhr oder zu feuchtes Holz. Die Restfeuchte Ihres Brennholzes sollte unter 20 % liegen. Schwelbrände führen zu erhöhter Rußbildung und schädlichen Emissionen.
Abgastemperatur im Blick behalten: Eine zu niedrige Abgastemperatur kann zur Versottung des Schornsteins führen – dabei kondensiert Feuchtigkeit im Schornstein und schädigt das Mauerwerk. Ein Rauchgaskühler kann helfen, die überschüssige Wärme der Abgase sinnvoll zu nutzt, ohne die Abgastemperatur zu stark zu senken.
Ein gut eingestellter Kaminofen mit optimaler Luftzufuhr und trockenem Brennholz sorgt für eine saubere Verbrennung, minimiert Emissionen und verlängert die Lebensdauer Ihrer Abgasanlage.
Sicherheitsabstände beachten: Ofenrohre müssen einen Mindestabstand zu brennbaren Bauteilen einhalten. Die genauen Werte sind in den Feuerungsverordnungen der Bundesländer geregelt und sollten unbedingt eingehalten werden. Im Zweifelsfall hilft Ihnen Ihr Schornsteinfeger weiter.
Fachgerechte Installation: Auch wenn der Anschluss eines Kaminofens grundsätzlich selbst durchgeführt werden kann, ist die Abnahme durch den bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger Pflicht. Er prüft, ob alle Vorschriften eingehalten wurden und stellt sicher, dass Ihre Feuerstätte sicher betrieben werden kann.
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