Die neuen Richtlinien zur BAFA-Förderung ab 2020: Was hat sich geändert?

Sie ziehen den Kauf einer Solarthermie-Anlage, eines wasserführenden Pelletofens, einer anderen Biomasse-Heizung oder einer Wärmepumpe in Erwägung? Dann sollten Sie eines nicht außer Acht lassen: das Förderprogramm zum Heizen mit erneuerbaren Energien des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), die sogenannte BAFA-Förderung. Zum Beginn des Jahres 2020 wurden die Rahmenbedingungen dieser Förderung grundlegend verändert. Wir geben Ihnen einen Überblick über die Neuerungen.

Was wird gefördert?

Das BAFA fördert folgende Heizungsanlagen-Typen:

  • Biomasseanlagen (wasserführende Pelletöfen und -kessel, Scheitholzvergaserkessel, Hackschnitzelheizungen)
  • Wärmepumpenanlagen
  • Solarkollektoranlagen (Solarthermie)
  • Erneuerbare-Energien-Hybridheizungen (Kombinationen aus Solarthermie, Biomasse- und/oder Wärmepumpenanlagen)
  • Gas-Hybridheizungen (Kombinationen aus einer neuen Gas-Brennwertheizung mit einer oder mehreren Technologie-Komponenten zur thermischen Nutzung erneuerbarer Energien)

Die Heizungsanlagen müssen bestimmte Kriterien hinsichtlich Effizienz, Umweltfreundlichkeit und Arbeitsweise erfüllen. Es ist sowohl eine Förderung von Anlagen in Bestandsgebäuden als auch in Neubauten möglich. Anlagen im Neubau unterliegen allerdings besonderen technischen Mindestanforderungen, um als förderfähig zu gelten.1


Welche Änderungen ergeben sich aus den neuen Richtlinien ab 01.01.2020?

Während sich die BAFA-Förderung bis Ende 2019 aus einzelnen Förderbeträgen für bestimmte Anlagensegmente errechnete, wird die Förderung nun prozentual auf das gesamte Vorhaben angesetzt. Hierfür werden vom Antragsteller im Vorfeld sämtliche förderfähige Kosten zusammengetragen, auf welche das BAFA dann – bei Erfüllung der Fördervoraussetzungen – einen bestimmten Fördersatz gewährt. Wenn Sie im Zuge der Neuanschaffung Ihre bestehende Ölheizung stilllegen und also gegen eine BAFA-förderfähige Heizungsanlage austauschen, erhöht sich der maximale Fördersatz um 10 Prozentpunkte. Somit ergeben sich Fördersätze von bis zu 45 % auf die förderfähigen Kosten.

Förderfähige Kosten sind beispielsweise:

  • Anschaffungskosten der geförderten Anlage
  • Kosten für Installation und Inbetriebnahme der geförderten Anlage
  • Notwendige Maßnahmen in unmittelbarem Zusammenhang mit der Installation und Inbetriebnahme der neuen Heizung:
    • Deinstallation und Entsorgung der Altanlage inkl. ggf. Tanks
    • Optimierung des Heizungsverteilsystems
    • Notwendige Wanddurchbrüche
    • Erdbohrungen zur Erschließung der Wärmequelle bei Wärmepumpen
    • Schornsteinsanierung
    • Anschaffung und Installation von Speichern bzw. Pufferspeichern
  • Kosten für die Errichtung eines Staubabscheiders oder einer Einrichtung zur Brennwertnutzung bei Biomasseanlagen
  • Kosten für die Einbindung von Experten für die Fachplanung und Baubegleitung des Einbaus der geförderten Anlage

Die förderfähigen Kosten, die anerkannt werden können, sind bei Wohngebäuden auf maximal 50.000 € pro Wohneinheit begrenzt. Bei Nichtwohngebäuden werden maximal 3.500.000 € pro Gebäude anerkannt.
Neben dieser grundsätzlichen Änderung des Förderverfahrens profitieren Antragsteller nun von einem längeren Bewilligungszeitraum: Nach der Bewilligung des Antrags bleiben Ihnen 12 Monate, um Ihr Vorhaben umzusetzen. Weitere 6 Monate später müssen Sie alle Verwendungsnachweise (Rechnungen etc.) beim BAFA eingereicht haben.


Was geschieht mit Anträgen, die bis zum 31.12.2019 beim BAFA eingereicht wurden?

Anträge auf BAFA-Förderung, die bis einschließlich 31.12.2019 gestellt wurden, werden nach den bis dahin wirksamen Richtlinien behandelt. Das gilt unabhängig davon, wann der Antrag seitens des BAFA bearbeitet wird oder wurde. Ein Rückzug des laufenden Antrags mit der Absicht, das Vorhaben anschließend nach den neuen Förderbedingungen wieder einzureichen, ist nicht zulässig.
Alle Informationen zum Förderverfahren bis Ende 2019 finden Sie auf dieser Webseite des BAFA.


Allgemeine Hinweise zur BAFA-Förderung

In unserem BAFA-Ratgeber haben wir alle Fakten rund um die BAFA-Förderung für Sie zusammengetragen. Auch nützliche Links zum aktuellen Förderantrag und zu Dokumenten des BAFA können Sie dort einsehen.
Bitte beachten Sie, dass der Förderentscheid ausschließlich durch das BAFA erteilt wird und an verschiedene Voraussetzungen geknüpft ist. Die Förderung wird nicht in jedem Falle gewährt. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle prüft in jedem Fall die Erfüllung der Fördervoraussetzungen und stellt danach den Bescheid aus. kamdi24 übernimmt daher keine Haftung für die Entscheidung des BAFA. Die genauen Fördervoraussetzungen können Sie auf der Internetseite des BAFA nachlesen.
Für alle Produkte und Produktgruppen bei kamdi24, zu denen Angaben bezüglich der BAFA-Förderung gemacht werden, gilt nicht ausschließlich, dass eine Förderung gewährleistet wird. Auch dieser Blogbeitrag besitzt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.2 Bitte informieren Sie sich beim BAFA direkt über die bei Ihnen mögliche Förderung und die notwendigen Schritte.


1 Die Förderbedingungen für Heizungsanlagen in Bestandsgebäuden und Neubauten können Sie detailliert in den Richtlinien zur Förderung von Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien nachlesen. Wir bilden diese auf unserer Webseite BAFA-Richtlinien ab.
2 Quelle für alle Angaben auf dieser Webseite: www.bafa.de

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