Die Kunst, mit Mais und Oliven Feuer zu machen – Alternativen zu herkömmlicher Grillkohle

Holzkohle ist ein stark debattiertes Thema, mit welchem sich Verbraucher und Umweltverbände häufig auseinandersetzen. Viele Hersteller achten bei der Produktion von Holzkohle nicht darauf, ein nachhaltiges und ökologisches Produkt anzubieten, sondern kaufen das Holz von Forstbetrieben, die die Wälder nicht nachhaltig bewirtschaften, nutzen Tropenholz für die Grillkohle oder beziehen es aus Raubbau.
Doch die Entwicklung nimmt in den letzten Jahren eine positive Kehrtwende. So haben sich bereits viele Hersteller, die Alternativen zur klassischen Holzkohle anbieten, am Markt etabliert. In diesem Blogbeitrag haben wir uns den nachhaltigen Grillbrennstoffen gewidmet.


Der umweltbewusste Lebensstil

Der ökologische Fußabdruck – ein Thema, welches uns durch den Klimawandel immer häufiger begegnet. Er misst die biologisch produktive Erdfläche, die benötigt wird, um Lebensstil und Lebensstandard eines einzelnen Menschen dauerhaft zu halten. Der Wert des ökologischen Fußabdruckes wird auf Basis von Konsumverhalten, Energienutzung, Müllentsorgung und weiterer Lebensaspekte, wie der Fortbewegung und der Ernährung ermittelt. Er wird in „Globalen Hektar“ pro Person (gha/Person) angegeben und sagt in der Quintessenz aus, wie viele Erden notwendig wären, wenn alle Menschen so leben würden wie das gemessene Individuum. Dadurch wird er als Indikator für einen nachhaltigen Lebensstil verstanden.

Umweltbewusst leben
Der ökologische Fußabdruck misst, wie umweltbewusst
Sie leben.

Um den Fußabdruck zu verkleinern und damit nachhaltiger und umweltbewusster zu leben, gibt es viele Möglichkeiten:
✓ Auto-, Schiffs- und Flugzeugreisen verringern
✓ Fleisch- und Fischverzehr reduzieren
✓ Mehr regionale, saisonale und möglichst biozertifizierte Lebensmittel kaufen
✓ Weniger Konsumgüter kaufen
✓ Möglichst keine Lebensmittel wegwerfen

Vor diesem Hintergrund gibt es noch viel mehr Lebensbereiche, in denen wir stärker auf die Auswahl umweltgerechter Konsumgüter achten können.

Der Handel mit der Holzkohle

Allseits beliebt und oft gekauft: die Holzkohle. Etwa 250.000 t werden davon jährlich in Deutschland verbrannt, doch was kaum ein Grillmeister weiß: Nur etwa 40.000 t und damit ein geringer Teil werden hier produziert. Ungefähr 70 %* der in Deutschland verkauften Holzkohle stammt aus Polen, der Ukraine, Nigeria und Paraguay. Diese Herkunftsländer weisen ein hohes Risiko für Raubbau und illegale Holzkohleproduktion auf. Außerdem steckt in vielen Produkten, die in Deutschland verkauft werden, Tropenholz.

Da Holzkohle nicht unter die europäische Holzhandelsverordnung fällt, werden weder durch die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) noch durch den Zoll Kontrollen vorgenommen. Für Händler besteht keine Pflicht zur Deklaration, der WWF stellte sogar Abweichungen zwischen den auf der Verpackung deklarierten und den tatsächlich enthaltenen Hölzern fest.

Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Wie bei vielen anderen Handelswaren lassen Hersteller von Holzkohle ihre Produkte durch verschiedene Organisationen bewerten, um ihre Güter mit einem entsprechenden Siegel versehen zu dürfen. Beim Kauf können Konsumenten beispielsweise auf das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) oder das PEFC-Siegel (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) achten. Hinter beiden Erkennungszeichen stehen Betriebe, die Wälder nachhaltig und verantwortungsvoll bewirtschaften. Auch die Bundesregierung greift bei der Beschaffung von Holzprodukten ausschließlich auf solche mit diesen Siegeln zurück.

Naturland engagiert sich für ein weltweit umweltbewusstes, soziales und faires Wirtschaften. Der internationale Verband für ökologischen Landbau setzt auf Nachhaltigkeit und eine zukunftsfähige Land- und Lebensmittelwirtschaft.

Der größte Umweltverband Deutschlands – der NABU (Naturschutzbund) – bringt sich in den regionalen Arten- und Biotopschutz ein und liefert wichtige Informationen rund um den Natur- und Umweltschutz. Vom NABU zertifizierte Produkte sind ebenfalls ökologisch und nachhaltig.

Außerdem können Sie auch auf das EU-Bio-Logo und das Bio-Siegel achten. Sie zeigen an, dass die EU-weit gültigen Rechtsvorschriften für ökologischen Landbau eingehalten worden.

Trotz der verschiedenen Siegel sollten Verbraucher dennoch genau darauf achten, für welche Produkte sie sich entscheiden. Da die Zertifizierungen teilweise Schwachstellen aufweisen, geschieht es auch, dass die Handelswaren doch nicht alle Reglementierungen einhalten. Am besten ist es daher, Sie entscheiden sich gänzlich gegen Holz als Grundstoff in der Grillkohle und greifen auf Alternativen zurück.

Upcycling – Der Trend der Abfallverwertung

Grillkohle aus Kokosschalen von Tom Cococha
Die Kokoskohle von Tom Cococha besteht zu 100 %
aus Kokosnussschalen und bietet viele Vorteile.

Verbrauchsgüter wie Grillkohle und Grillbriketts werden immer häufiger aus Abfallprodukten der Landwirtschaft oder Trestern (Pressrückständen) hergestellt. Dieser Prozess wird als Upcycling bezeichnet. Die Abfälle dienen damit noch einem Zweck, wodurch sie besonders ökologisch und nachhaltig sind.

Grillkohle und -briketts können aus verschiedenen Abfallprodukten bestehen. Sie werden beispielsweise aus Olivenkernen, Maiskolben oder Kokosschalen hergestellt. Neben dem Umweltaspekt haben diese Holz-Alternativen viele weitere Vorteile. Sie verbrennen teilweise heißer, halten länger die Glut und es entstehen, je nach Sorte, weniger Rauch und Asche beim Abbrand. Damit wird der ökologische Gedanke noch komplettiert durch ein angenehmes Grillvergnügen.

Die Alternativen zu Grillkohle und ihre Vorteile

Wir haben uns mit vielen Herstellern umweltfreundlicher Grillstoffe auseinandergesetzt und sind von der Nachhaltigkeit absolut überzeugt. Die Brennstoffe werden allesamt aus Abfallprodukten hergestellt, die bei der Ernte beziehungsweise der Produktion von Handelswaren anfallen. Oftmals werden diese Reste nicht weiterverarbeitet, wodurch die Holzkohle-Alternativen im Upcycling-Prozess aufgewertet werden und absolut nachhaltig sind.

Grillbriketts aus Kokosnussschalen
Grillkohle aus Kokosschalen von Tom Cococha in Eiform und Quaderform
Ei- oder quaderförmig – je nachdem, ob Sie die Kohlen für
den Holzkohlegrill, den Smoker oder den Dutch Oven ver-
wenden, wählen Sie bei uns im Shop die richtige Form aus.

Die Tom Cococha GmbH & Co. KG existiert bereits seit 30 Jahren. Das Unternehmen produziert Grillbriketts aus Kokosnussschalen. Dabei halten sie die ökologischen Standards und Nachhaltigkeitskriterien ein und stellen so ein umweltfreundliches Produkt her. Sie entwickeln sich stetig weiter und orientieren sich dabei an den Wünschen und Bedürfnissen des Marktes.

Die Kokoskohle von TomCococha besteht zu 100 % aus Kokosnussschalen, die bei der Herstellung von Kokosprodukten übrigbleiben. Das Unternehmen verarbeitet diese Abfälle zu Grillbriketts. Diese verbrennen energieeffizienter als Holzkohle und weisen eine lange Brenndauer von bis zu sechs Stunden auf. Bei einem Einsatz im Smoker können sie sogar bis zu 13 Stunden Wärme abgeben. Bei der Verbrennung entsteht nur sehr wenig Asche, außerdem werden die Kokosbriketts bis zu 200 °C heißer als klassische Holzkohlen. Das Produkt ist zu 100 % biologisch und DIN plus zertifiziert. Die Grill-Kohlebriketts sind in Eiform oder quaderförmig erhältlich. Damit eignen sie sich für den Grill, für Dutch-Oven-Gerichte und für die Garung im Smoker.

Grillkohle aus Maiskolben
Grillkolben aus Maisspindeln von Maister BBQ
Die Grillkolben von Maister BBQ halten Hände und
Gewissen rein.

Maister BBQ bietet die Maiskohle und die Grillkolben an. Beides sind Abfallprodukte aus der Maisernte. Das Unternehmen aus Berlin wurde von zwei Freunden gegründet, die sich bei der Arbeit kennenlernten. Johannes Musiol und Valentin Schnoor waren beide für afrikanische Tochterfirmen deutscher Unternehmen tätig. Dabei waren sie unter anderem für die Entwicklung und Leitung von Farmen verantwortlich und wurden von der Bevölkerung für die Klimaveränderungen durch die Waldrodungen sensibilisiert. Aufgrund dessen beschäftigten sie sich eingehender mit dem Thema Holzkohleproduktion. Durch die gewonnenen Erkenntnisse wollten sie etwas verändern. Dabei stießen sie schnell auf die Option, Maisspindeln zu nutzen. Die leeren Kolben, die nach der Ernte übrigbleiben, werden damit zu einem Upcycling-Produkt.

Die Kolben lassen sich leicht und schnell entzünden und enthalten kein Holz als Ausgangsstoff. Die Maiskohle besteht aus verkokten Kolben, die sehr brennstark sind. Sie sind innerhalb von fünf Minuten durchgeglüht und brennen bis zu einer dreiviertel Stunde, wodurch sie sich sehr gut zum klassischen Grillen eignen. Die Grillkolben von Maister BBQ brennen ca. 30 Minuten und hinterlassen, da sie unverkokt sind, nicht nur ein reines Gewissen, sondern auch saubere Hände.

Grillbriketts aus Oliventrestern
Grillbriketts von OlioBric bestehen aus Trestern der Olivenölproduktion
Die Grillbriketts von OlioBric sind nachhaltig und sehr
effizient. Sie sind ökologisch und öko-zertifiziert.

Die Gourmet-Grillbriketts von OlioBric sind 100 % ökologisch, öko-zertifiziert und werden vom NABU empfohlen. Das Upcycling Produkt besteht aus Oliventrestern – also Resten, die bei der Herstellung von Olivenöl anfallen und normalerweise als Abfallprodukt entsorgt werden. Zusammen mit Wasser und Stärke werden die Trester zu dem Brennstoff verarbeitet. Für die Herstellung verwendet OlioBric nur eine geringe Menge Schnittholz, es wird kein Baum für die Grillbriketts gefällt. Selbst die Produktion ist absolut nachhaltig, da die Brennöfen für das Verkoken der Trester, nur mit Biomasse aus Olivenkernen beheizt werden und auch das verwendete Wasser zu 100 % recycelt wird, um es wieder zu verwenden. Das Unternehmen handelt verantwortungsvoll und setzt sich bewusst für die Erhaltung der Umwelt ein.

Die OlioBrics weisen eine lange Brenndauer auf und verbrennen mit sehr hoher Temperatur, wodurch sie für alle Grillgerichte eingesetzt werden können. Mit ihnen können Sie im Holzkohlegrill, Smoker und auch mit dem Dutch Oven grillen, braten und backen. Einen weiteren Vorteil bieten die Gourmet-Grillbriketts dadurch, dass bei der Verbrennung weder Rauch noch Funken entstehen.


Besonders bei sommerlicher Hitze aber natürlich auch während der kühleren Jahreszeiten oder im Winter sind Funken unangenehm. Sie können Kleidung und Haut versengen, schlimmstenfalls sogar Gras oder trockenes Laub in Brand stecken. Die OlioBrics verglühen ohne auseinanderzubrechen, da die verwendete Kartoffelstärke und die hohe Verdichtung sie auch beim Abbrand zusammenhalten. Da sie nicht zerbrechen, fliegen auch keine Funken auf.

Die Vorteile auf einen Blick

Kokosnüsse, Mais oder Oliven? Sie alle sind als Brennstoffe geeignet und bieten viele Vorteile. Wir haben diese gegenübergestellt, so können Sie sich für die Grillkohle entscheiden, die am meisten Ihren Ansprüchen gerecht wird.



Umweltbewusstes Handeln: Das Fazit zu den Holzkohle-Alternativen

Ökologisch handeln und umweltfreundlich konsumieren können Sie in allen Lebensbereichen. Gerade die Produkte, die weniger Reglementierungen und Kontrollen unterliegen, bieten Spielraum und Schlupflöcher für umweltschädliches Handeln. So ist es auch bei Holzkohle der Fall. Zwar unterliegt der Holzimport vielen Gesetzen, doch die Holzkohle bleibt davon unberührt. Deswegen stammen Hölzer oftmals aus illegalen Quellen und Raubbau und einige Produkte enthalten wertvolles Tropenholz. Auf dem Gebiet der Grillstoffe können Verbraucher auf Alternativprodukte setzen, für die kein Baum stirbt, denn der Markt bietet bereits jetzt viel Auswahl und wird sich stetig weiterentwickeln.

Viele Hersteller produzieren ihre Handelswaren schon seit Jahren nachhaltig und ökologisch und bieten eine große Auswahl umweltgerechter Güter. Verschiedene Umwelt- und Ökosiegel weisen diese Produkte aus und der Verbraucher kann beim Einkauf schneller erkennen, welche Waren ökologisch hergestellt worden sind. Gerade im Bereich der Grillkohle und -briketts gibt es für Grillmeister tolle Alternativen zur klassischen Holzkohle, dank derer Sie Ihren Grillgenuss mit Umweltfreundlichkeit perfektionieren.

*WWF, „Marktanalyse Grillkohle 2018 – Das schmutzige Geschäft mit der Grillkohle“, WWF Marktanalyse Holzkohle 2018

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