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02.02.26

Solarthermie im Winter – was bringt sie wirklich?

Solarthermie im Winter – was bringt sie wirklich? | kamdi24

Bild wurde KI-generiert

Solarthermie liefert im Sommer reichlich Energie – aber wie sieht es im Winter aus? Erfahren Sie ehrlich, welche Erträge realistisch sind, warum die kalte Jahreszeit eine Herausforderung darstellt und wie Sie mit cleveren Kombinationen dennoch das Maximum herausholen.

02.02.26 | von kamdi24 Redaktion

Solarer Deckungsanteil: Was leistet Solarthermie im Winter?

Zwischen Mai und September kann eine gut dimensionierte Solarthermie-Anlage den kompletten Warmwasserbedarf eines Einfamilienhauses decken. In den Wintermonaten sieht die Bilanz allerdings anders aus: Etwa 20 bis 30 Prozent der maximalen Leistung sind zwischen Oktober und März realistisch. Der solare Deckungsanteil für die reine Warmwasserbereitung liegt im Jahresdurchschnitt bei rund 60 Prozent – im Winter jedoch nur bei etwa 10 bis 25 Prozent.

Das klingt auf den ersten Blick ernüchternd, relativiert sich jedoch über das gesamte Jahr: Denn die im Sommer eingesparten Heizkosten entlasten das Haushaltsbudget erheblich. Wer zusätzlich zur Warmwasserbereitung auch die Heizung solar unterstützen möchte, kann den Deckungsanteil mit einer größeren Kollektorfläche und einem entsprechend dimensionierten Pufferspeicher weiter steigern.

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Globalstrahlung als Ertragsfaktor Nr. 1

Der wichtigste Einflussfaktor auf den Ertrag einer Solarthermie-Anlage ist die sogenannte Globalstrahlung – also die gesamte Sonnenstrahlung, die auf einen Quadratmeter Erdoberfläche trifft. Sie setzt sich aus direkter und diffuser Strahlung zusammen. In Deutschland liegt der langfristige Durchschnitt bei rund 1.086 kWh/m² pro Jahr, wobei die Werte im Süden (bis 1.259 kWh/m²) deutlich höher ausfallen als im Norden (ab 975 kWh/m²).

Die saisonale Verteilung ist entscheidend: Rund drei Viertel der jährlichen Globalstrahlung entfallen auf das Sommerhalbjahr (April bis September), nur etwa ein Viertel auf den Winter (Oktober bis März). Das Verhältnis liegt bei ungefähr 3:1. In den dunkelsten Monaten Dezember und Januar sinkt die monatliche Einstrahlung auf unter 30 kWh/m² – ein Bruchteil dessen, was im Juni oder Juli möglich ist.

Ein positiver Trend: Die Globalstrahlung in Deutschland steigt seit Jahrzehnten leicht an. Neuere Messungen des Deutschen Wetterdienstes zeigen für die letzten Jahre Werte, die über dem langjährigen Mittel liegen. Davon profitieren Solarthermie-Anlagen, allerdings verteilt sich der Anstieg gleichmäßig über das gesamte Jahr.

Solarthermie-Ertrag im Jahresverlauf

Zeitraum Globalstrahlung (kWh/m²) Solarer Deckungsanteil Warmwasser Heizungsunterstützung
Sommer (Apr–Sep) ca. 845 80–100 % nicht benötigt
Winter (Okt–Mär) ca. 237 10–25 % 5–15 %
Dez/Jan (Tiefstwerte) unter 30/Monat 5–10 % unter 5 %

Flachkollektoren vs. Röhrenkollektoren im Winter

Die Wahl des Kollektortyps beeinflusst den Winterertrag erheblich. Flachkollektoren decken mit rund 90 Prozent Marktanteil den Großteil aller installierten Anlagen ab. Sie sind günstiger in der Anschaffung und bei guten Sonnenverhältnissen sehr effizient. Bei niedrigen Außentemperaturen und diffusem Licht lässt ihre Leistung allerdings spürbar nach, da der Wärmeverlust über die große Frontscheibe steigt.

Röhrenkollektoren arbeiten nach einem anderen Prinzip: Unter den Glasröhren befindet sich ein Spiegel, der die Sonnenstrahlen bündelt. Dank einer Vakuumisolierung verlieren sie deutlich weniger Wärme an die Umgebung. Im Winter erzielen sie daher höhere Erträge als Flachkollektoren – selbst bei vereisten Oberflächen und bedecktem Himmel. Gerade für Standorte mit langen, kalten Wintern sind Röhrenkollektoren die bessere Wahl.

Röhrenkollektoren erzielen bei kalten Außentemperaturen tendenziell höhere Erträge als Flachkollektoren – besonders bei einem großen Temperaturunterschied zwischen Umgebung und Kollektor.

Ertrag im Winter steigern: Praktische Tipps

Auch wenn sich die schwache Winterstrahlung nicht verändern lässt, können Sie mit gezielten Maßnahmen das Beste aus Ihrer Anlage herausholen. Die folgenden Faktoren spielen eine entscheidende Rolle:

Südausrichtung: Je exakter die Kollektoren nach Süden zeigen, desto mehr Sonnenstunden fangen sie im Winter ein. Da die Tage kürzer sind, trifft Ost- oder Westlicht nur wenige Stunden auf die Kollektorfläche.

Steiler Neigungswinkel: Im Winter steht die Sonne tief am Horizont. Ein Neigungswinkel von 60 bis 70 Grad fängt die flach einfallenden Strahlen optimal ein. Gleichzeitig rutscht Schnee leichter ab – ein doppelter Vorteil.

Saubere Kollektorflächen: Herbstlaub, Feinstaub und Schnee mindern den Ertrag deutlich. Regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Kollektoren zahlen sich gerade in der ertragsarmen Jahreszeit aus.

Gute Wärmedämmung: Die größten Verluste entstehen an schlecht isolierten Rohren, Leitungen und Anschlüssen sowie an unzureichend gedämmten Pufferspeichern. Eine hochwertige Dämmung ist im Winter besonders wichtig, um die ohnehin geringen Erträge nicht weiter zu schmälern.

Kurze Leitungswege: Je kürzer die Rohrleitungen zwischen Kollektor und Speicher, desto weniger Wärme geht auf dem Transport verloren. Eine kluge Standortwahl des Speichers spart bares Geld.

Bild wurde KI-generiert

Solarthermie und Kaminofen: Die smarte Winter-Kombination

Solarthermie allein kann im Winter weder die Heizung noch die komplette Warmwasserbereitung übernehmen. Genau hier kommt ein wasserführender Kaminofen im Solar-Set ins Spiel: Während die Solarkollektoren im Sommer die gesamte Warmwasserversorgung übernehmen, liefert der Kaminofen in der kalten Jahreszeit zuverlässig Wärme auf Abruf – unabhängig von Wetter und Tageszeit.

Beide Systeme speisen ihre Energie in einen gemeinsamen Pufferspeicher ein. Dieser verteilt die Wärme bedarfsgerecht an Heizung und Warmwasser. Das Ergebnis: ein ganzjähriges Heizsystem ohne Schwachstellen. Im Sommer heizt die Sonne, im Winter der Kaminofen, und in der Übergangszeit ergänzen sich beide. Die Kombination aus Solarthermie und Kaminofen senkt die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen deutlich.

Frostschutz und Winterbetrieb: Was Sie beachten sollten

Solarthermie-Anlagen sind grundsätzlich für den Ganzjahresbetrieb ausgelegt. Die Wärmeträgerflüssigkeit in den Kollektoren enthält ein Frostschutzmittel auf Propylenglykol-Basis, das je nach Mischungsverhältnis Temperaturen von bis zu minus 30 Grad Celsius standhält. Dennoch sollten Sie regelmäßig den Frostschutz überprüfen lassen – idealerweise im Rahmen der jährlichen Wartung.

Bei starkem Schneefall kann die Anlage vorübergehend keinen Ertrag liefern. Viele moderne Kollektoren verfügen jedoch über eine leicht abschüssige Oberfläche, sodass Schnee bei Tauwetter schnell abrutscht. Manuelles Entfernen ist in der Regel nur bei anhaltender Schneelast notwendig. Weitere Details zur Anlagenpflege finden Sie im kamdi24 Solarthermie-Ratgeber.

Lohnt sich Solarthermie trotz schwachem Winter-Ertrag?

Die Antwort ist ein klares Ja – wenn die Anlage richtig dimensioniert und in ein sinnvolles Gesamtkonzept eingebunden ist. Zwar sinkt der Ertrag im Winter erheblich, doch über das Jahr betrachtet spart eine gut ausgelegte Solarthermie-Anlage spürbar Heizkosten und reduziert den CO₂-Ausstoß. In Kombination mit einem wasserführenden Kaminofen oder einem Pelletkessel entsteht ein nahezu unabhängiges Heizsystem, das fossile Brennstoffe weitgehend überflüssig macht.

Entscheidend ist die ehrliche Einschätzung: Solarthermie ist kein Alleinheizer für den Winter, sondern ein Baustein in einem durchdachten Energiekonzept. Wer die Anlage als Ergänzung versteht und mit einer geeigneten Zusatzheizung kombiniert, profitiert langfristig – finanziell und ökologisch. Einen umfassenden Vergleich beider Solartechnologien finden Sie in unserem Magazinbeitrag Solarthermie vs. Photovoltaik.

Die Blog-Inhalte wurden von unserer Redaktion mithilfe von KI erstellt