Sommer PV, Winter Holz – die perfekte Ergänzung?
Die Idee ist bestechend einfach: Im Sommer, wenn die Sonne kräftig scheint, produziert die Photovoltaikanlage reichlich Strom. Im Winter hingegen, wenn die Tage kürzer werden und der Ertrag der PV-Anlage sinkt, übernimmt der Kaminofen das Ruder. Diese saisonale Ergänzung macht aus energetischer Sicht durchaus Sinn.
Während eine PV-Anlage in den Sommermonaten bis zu 80 % des Jahresertrags einfährt, liegt der Wärmebedarf für Heizung genau in der sonnenarmen Zeit zwischen Oktober und März. Ein Kaminofen gleicht dieses Defizit elegant aus – mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Besonders interessant wird es, wenn du einen wasserführenden Kaminofen nutzt, der seine Wärme ins zentrale Heizsystem einspeist.
Systemintegration: Gemeinsamer Pufferspeicher als Herzstück
Die wahre Stärke der Kombination aus PV und Kaminofen entfaltet sich erst mit einem zentralen Pufferspeicher. Dieser fungiert als Wärmebatterie, die Energie aus verschiedenen Quellen aufnimmt und bei Bedarf wieder abgibt.
Ein wasserführender Kaminofen speist einen Teil seiner Wärme direkt in den Pufferspeicher ein. Gleichzeitig kann überschüssiger PV-Strom über einen Heizstab im Speicher in Wärme umgewandelt werden – besonders sinnvoll bei hoher Eigenproduktion und geringem Stromverbrauch. So wird keine Kilowattstunde verschenkt.
Für die optimale Integration benötigst du einen wasserführenden Ofen mit ausreichend hoher wasserseitiger Leistung (typisch 5–15 kW). Dazu kommen technische Komponenten wie Rücklaufanhebung, thermische Ablaufsicherung und Ausdehnungsgefäß. Bei kamdi24 findest du komplette Solar-Sets mit wasserführendem Kaminofen, die bereits alle notwendigen Komponenten enthalten.
„Die Kombination aus PV-Anlage und wasserführendem Kaminofen mit gemeinsamem Pufferspeicher ist eine der wenigen Heizkonzepte, die echte Energieautarkie ermöglichen – zumindest in der Übergangszeit."
Unabhängigkeit von Energiepreisen
Steigende Strom- und Gaspreise machen vielen Haushalten zu schaffen. Wer auf die Kombination aus Photovoltaik und Holzheizung setzt, kann sich ein Stück weit von diesen Preisentwicklungen abkoppeln. Der Sonnenstrom vom eigenen Dach kostet nach der Amortisation praktisch nichts mehr, und Brennholz ist – vor allem regional bezogen – oft günstiger als fossile Brennstoffe.
Besonders in Kombination mit einer Wärmepumpe wird das System hocheffizient: Die Wärmepumpe nutzt den PV-Strom, der Kaminofen springt an besonders kalten Tagen ein, wenn die Wärmepumpe an ihre Grenzen stößt. So reduzierst du den Stromverbrauch der Wärmepumpe und damit auch die Abhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz.
Stromausfall: Der Kaminofen als Backup-Heizung
Ein oft unterschätzter Vorteil des Kaminofens: Er funktioniert völlig unabhängig vom Stromnetz. Während eine Wärmepumpe oder Gasheizung bei Stromausfall den Dienst versagt, liefert der Kaminofen weiterhin zuverlässig Wärme – ganz ohne externe Energieversorgung.
In Zeiten zunehmender Netzinstabilität und extremer Wetterereignisse gewinnt dieser Aspekt an Bedeutung. Wer zusätzlich einen Batteriespeicher für die PV-Anlage besitzt, kann bei Stromausfall sogar einen Teil der Haushaltsgeräte weiter betreiben. Die Wärmeversorgung ist dank Kaminofen aber auch ohne Batterie gesichert.
Vergleich: Heizoptionen im Jahresverlauf
| Zeitraum |
Hauptwärmequelle |
Unterstützung |
Energiequelle |
| Frühling/Herbst |
Wärmepumpe/Solarthermie |
PV-Überschuss im Puffer |
Sonne + Strom |
| Sommer |
Solarthermie/PV-Heizstab |
Keine Raumheizung nötig |
Sonne |
| Milder Winter |
Wärmepumpe |
Kaminofen bei Bedarf |
Strom + Holz |
| Strenger Winter |
Wasserführender Kaminofen |
Wärmepumpe |
Holz + Strom |
Wirtschaftlichkeit der Kombination
Die Investitionskosten für ein kombiniertes System aus PV-Anlage und wasserführendem Kaminofen sind nicht unerheblich. Eine 10-kWp-PV-Anlage kostet zwischen 12.000 und 18.000 Euro, ein wasserführender Kaminofen mit Einbindung ins Heizsystem zwischen 3.000 und 8.000 Euro – je nach Modell und Installationsaufwand.
Die gute Nachricht: Für beide Systeme gibt es Fördermöglichkeiten. Solarkollektoren sind nach der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG EM) förderfähig. Auch wasserführende Öfen können unter bestimmten Voraussetzungen gefördert werden, insbesondere wenn sie Teil einer Hybridheizung sind.
Die Amortisation hängt stark von deinem individuellen Verbrauch, den aktuellen Energiepreisen und der Nutzungsintensität ab. Realistisch betrachtet rechnet sich die Kombination meist nach 8 bis 15 Jahren – wobei der Komfortgewinn und die Versorgungssicherheit schwer in Euro zu beziffern sind.
Praktische Umsetzung: Darauf solltest du achten
Die Integration eines wasserführenden Kaminofens in ein bestehendes Heizsystem erfordert sorgfältige Planung. Der Pufferspeicher muss groß genug dimensioniert sein – als Faustregel gelten 50 bis 100 Liter pro kW wasserseitiger Ofenleistung. Bei einem Ofen mit 10 kW wasserseitiger Leistung wäre also ein Speicher von 500 bis 1.000 Litern sinnvoll.
Wichtig ist auch die richtige Abstimmung zwischen den Wärmequellen. Ein Fachbetrieb sollte die hydraulische Einbindung planen und die Regelungstechnik so einstellen, dass alle Wärmeerzeuger optimal zusammenarbeiten. Auch die Abstimmung mit dem Schornsteinfeger ist unerlässlich – er prüft den Schornsteinanschluss und gibt den Ofen frei.
Grenzen des Konzepts
So attraktiv die Kombination auch klingt – sie ist nicht für jeden Haushalt die optimale Lösung. Ein wasserführender Kaminofen mit Solarthermie oder PV-Heizstab kann die Zentralheizung nicht vollständig ersetzen. Nach deutschen Vorschriften muss immer eine regelbare Wärmequelle wie eine Therme, Wärmepumpe oder ein Kessel vorhanden sein.
Zudem erfordert ein Holzofen regelmäßige Pflege und Wartung. Das Holz muss beschafft, gelagert und regelmäßig nachgelegt werden – das ist Aufwand, der nicht zu jedem Lebensstil passt. Auch die Feinstaubdiskussion sollte nicht ignoriert werden, auch wenn moderne Öfen deutlich sauberer verbrennen als ältere Modelle.
Für gut gedämmte Neubauten mit sehr geringem Heizwärmebedarf kann ein wasserführender Ofen sogar überdimensioniert sein. Hier ist ein luftgeführter Kaminofen oft die bessere Wahl – als gemütliche Zusatzwärme, nicht als Heizungsersatz.
Fazit: Smarte Kombination mit Potenzial
Die Kombination aus Photovoltaik und Kaminofen ist mehr als ein Trend – sie ist eine durchdachte Strategie für mehr Energieunabhängigkeit. Besonders mit einem wasserführenden Modell und gemeinsamem Pufferspeicher entsteht ein flexibles Heizsystem, das verschiedene Energiequellen optimal nutzt.
Die saisonale Ergänzung macht Sinn: PV-Strom im Sommer, Holzwärme im Winter. Die Investition ist zunächst höher, zahlt sich aber durch niedrigere Betriebskosten und maximale Versorgungssicherheit langfristig aus. Wer bereit ist, etwas mehr Aufwand in sein Heizsystem zu stecken, wird mit Komfort, Unabhängigkeit und dem guten Gefühl belohnt, auf erneuerbare Energien zu setzen.
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