Feinstaub und Kaminöfen: Was Allergiker wissen sollten
Feinstaub (englisch Particulate Matter, kurz PM) besteht aus winzigen Partikeln, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind. Bei der Verbrennung von Holz entstehen diese Schwebeteilchen und gelangen über den Schornstein in die Außenluft. Je nach Partikelgröße unterscheidet man zwischen PM10 (bis 10 µm), PM2,5 (bis 2,5 µm) und Ultrafeinstaub (unter 0,1 µm). Die Faustregel lautet: Je kleiner die Partikel, desto tiefer dringen sie in die Atemwege ein.
Für Allergiker und Menschen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma bronchiale ist das besonders relevant. Die Partikel können Schleimhautreizungen, Entzündungen und verstärkte Asthma-Anfälle auslösen. Laut Umweltbundesamt erzeugen Holzfeuerungen in Privathaushalten mittlerweile mehr Feinstaub als der gesamte Straßenverkehr. Das klingt alarmierend – doch die gute Nachricht: Mit modernen Kaminöfen und richtigem Heizverhalten lässt sich die Belastung erheblich reduzieren.
Innenraum vs. Außenluft: Wo entsteht die Belastung?
Ein häufiges Missverständnis: Der Großteil des Feinstaubs eines Kaminofens gelangt über den Schornstein nach draußen – nicht in den Wohnraum. In einem technisch einwandfreien, modernen Kaminofen mit geschlossener Brennkammer bleibt die Raumluft weitgehend unbelastet. Die Belastung im Innenraum entsteht hauptsächlich in zwei Situationen: beim Öffnen der Feuerraumscheibe zum Nachlegen und bei undichten Ofentüren oder fehlerhaftem Betrieb.
Studien zeigen, dass die Feinstaubkonzentration in Wohnräumen mit Kaminofen bei sachgemäßem Betrieb oft nur geringfügig über der allgemeinen Hintergrundbelastung liegt. Kritisch wird es hingegen, wenn feuchtes Holz verwendet wird, die Luftzufuhr falsch eingestellt ist oder der Ofen technische Mängel aufweist. Auch offene Kamine ohne Glasscheibe erzeugen aufgrund niedriger Verbrennungstemperaturen und überhöhter Luftüberschusse deutlich mehr Schadstoffe.
„Ein moderner, geschlossener Kaminofen mit externer Luftzufuhr und korrekter Bedienung stellt für Allergiker kein größeres Risiko dar als eine herkömmliche Zentralheizung. Entscheidend sind Ofenqualität und Heizverhalten.“
Raumluftunabhängige Kaminöfen: Die beste Wahl für Allergiker
Für Allergiker besonders empfehlenswert sind raumluftunabhängige Kaminöfen. Diese Geräte beziehen die für die Verbrennung benötigte Luft über einen separaten Kanal von außen – der Wohnraum bleibt unangetastet. Das bringt gleich mehrere Vorteile: Die Raumluftqualität bleibt konstant hoch, es wird kein Sauerstoff aus dem Zimmer entzogen und die Gefahr eines Rauchgasrückstaus ist praktisch ausgeschlossen.
Besonders in modernen, gut gedämmten Niedrigenergiehäusern und Passivhäusern ist ein raumluftunabhängiger Betrieb ohnehin vorgeschrieben, da eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) sonst einen gefährlichen Unterdruck erzeugen kann. Achten Sie beim Kauf auf eine DIBt-Zulassung (Deutsches Institut für Bautechnik) – sie bestätigt, dass der Ofen auch in Kombination mit Lüftungsanlagen sicher betrieben werden darf.
Vergleich: Raumluftabhängig vs. Raumluftunabhängig
| Merkmal |
Raumluftabhängig |
Raumluftunabhängig |
| Luftzufuhr |
Aus dem Wohnraum |
Von außen über separaten Kanal |
| Raumluftqualität |
Kann beeinträchtigt werden |
Bleibt konstant hoch |
| Sauerstoffverbrauch im Raum |
Ja |
Nein |
| Kombinierbar mit Lüftungsanlage |
Eingeschränkt |
Ja (mit DIBt-Zulassung) |
| Geeignet für Allergiker |
Bedingt |
Sehr gut geeignet |
| Preis (Aufpreis) |
– |
Ca. 500 € mehr |
Feinstaubfilter und moderne Ofentechnik
Die aktuellen Grenzwerte der 1. BImSchV (Bundes-Immissionsschutzverordnung) schreiben für Kaminöfen seit 2025 maximal 0,04 g/m³ Feinstaub und 1,25 g/m³ Kohlenmonoxid vor. Ältere Öfen, die diese Werte nicht einhalten, müssen nachgerüstet oder stillgelegt werden. Moderne Kaminöfen mit externer Luftzufuhr liegen mit ihren Emissionswerten oft deutlich unter diesen Grenzen.
Für bestehende Öfen bieten Feinstaubfilter eine effektive Nachrüstmöglichkeit. Elektrostatische Partikelabscheider werden auf dem Schornstein installiert und können die Feinstaubemissionen um bis zu 90 Prozent reduzieren. Passive Filterlösungen arbeiten ohne Strom und nutzen Katalysatortechnik. Vor einer Nachrüstung sollten Sie stets Rücksprache mit Ihrem Schornsteinfeger halten, der die fachgerechte Installation prüft und bestätigt.
Moderne Kaminöfen verfügen zudem über ausgeklügelte Verbrennungstechnik: Optimierte Luftführungssysteme, automatische Abbrandsteuerungen und Scheibenspülungen sorgen für eine nahezu rückstandsfreie Verbrennung. Je vollständiger das Holz verbrennt, desto weniger Feinstaub und Schadstoffe entstehen.
Praktische Tipps für Allergiker am Kaminofen
Mit wenigen Maßnahmen können Sie die Feinstaubbelastung in Ihrem Zuhause auf ein Minimum reduzieren. Die folgenden Punkte helfen Ihnen, Ihren Kaminofen allergikerfreundlich zu betreiben:
Trockenes Holz verwenden: Brennholz mit einer Restfeuchte unter 20 Prozent verbrennt sauberer und erzeugt deutlich weniger Feinstaub. Feuchtes Holz hingegen qualmt stark und setzt zusätzliche Schadstoffe frei. Harthölzer wie Buche oder Eiche eignen sich besonders gut, da sie gleichmäßig und lange abbrennen.
Von oben anzünden: Bei der Top-Down-Methode legen Sie die Holzscheite unten in den Brennraum und das Anzündholz mit Anzünder obenauf. So verbrennt der entstehende Rauch sofort in den Flammen – die Anheizphase wird wesentlich sauberer und die Feinstaubspitze zu Beginn deutlich reduziert.
Richtig lüften: Öffnen Sie die Ofentür zum Nachlegen nur kurz und immer bei geöffnetem Lüftungsschieber. Stoßlüften Sie den Raum regelmäßig für fünf bis zehn Minuten, anstatt Fenster dauerhaft zu kippen. So tauschen Sie die Raumluft effektiv aus, ohne den Ofen in seiner Zugwirkung zu beeinträchtigen.
Regelmäßige Wartung: Lassen Sie Ihren Kaminofen und den Schornstein jährlich vom Schornsteinfeger prüfen. Kontrollieren Sie Türdichtungen auf Verschleiß und tauschen Sie Schamottesteine rechtzeitig aus. Ein technisch einwandfreier Ofen produziert deutlich weniger Emissionen als ein vernachlässigtes Gerät.
Asche richtig entsorgen: Warten Sie, bis die Asche vollständig erkaltet ist. Entfernen Sie sie vorsichtig mit einem Aschesauger statt mit Kehrblech und Besen – so wirbeln Sie deutlich weniger Feinstaub auf. Entsorgen Sie die Asche in einem geschlossenen Metalleimer.
Keine verbotenen Brennstoffe: Verbrennen Sie niemals lackiertes, behandeltes oder verleimtes Holz, Spanplatten, Kunststoffe oder Hausmüll. Diese Materialien setzen beim Verbrennen hochgiftige Schadstoffe wie Dioxine und Furane frei. Verwenden Sie ausschließlich naturbelassenes Scheitholz und ökologische Anzünder.
Fazit: Kaminofen und Allergien – kein Widerspruch
Ein Kaminofen ist auch für Allergiker kein Tabu – vorausgesetzt, Sie setzen auf moderne Technik und verantwortungsvolles Heizverhalten. Raumluftunabhängige Modelle mit externer Luftzufuhr und DIBt-Zulassung bieten die höchste Sicherheit für empfindliche Atemwege. Kombiniert mit trockenem Brennholz, der richtigen Anzündtechnik und regelmäßiger Wartung genießen Sie gemütliche Kaminwärme bei gleichbleibend guter Luftqualität.
Wenn Sie unsicher sind, welcher Kaminofen für Ihre Situation am besten geeignet ist, berät Sie das kamdi24-Team gerne persönlich. Gemeinsam finden wir die Lösung, die zu Ihrem Zuhause und Ihren Bedürfnissen passt.
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