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03.02.26

Autarkiegrad verstehen – Marketing vs. Realität

Autarkiegrad verstehen – Marketing vs. Realität | kamdi24

Bild wurde KI-generiert

„90% Autarkie garantiert!" – solche Werbeversprechen klingen verlockend. Doch was bedeutet der Autarkiegrad wirklich? Wo liegt der Unterschied zur Eigenverbrauchsquote? Und warum ist 100% Autarkie für die meisten Haushalte weder realistisch noch wirtschaftlich sinnvoll?

03.02.26 | von kamdi24 Redaktion

Was ist der Autarkiegrad?

Der Autarkiegrad beschreibt, wie viel Prozent deines gesamten Stromverbrauchs du mit deiner eigenen Photovoltaikanlage deckst – entweder durch direkten Verbrauch des Solarstroms oder durch gespeicherten Strom aus einem Batteriespeicher. Je höher der Autarkiegrad, desto unabhängiger bist du vom öffentlichen Stromnetz.

Die Berechnung ist dabei recht einfach: Du teilst den selbst genutzten Solarstrom (direkt verbraucht plus aus dem Speicher entnommen) durch deinen Gesamtstromverbrauch und multiplizierst das Ergebnis mit 100.

Beispiel: Bei einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh und 2.800 kWh selbst genutztem Solarstrom ergibt sich ein Autarkiegrad von 70%.

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Autarkie vs. Eigenverbrauch: Der wichtige Unterschied

Obwohl die Begriffe oft synonym verwendet werden, messen sie völlig verschiedene Dinge:

Die Eigenverbrauchsquote gibt an, welcher Prozentsatz deines selbst erzeugten Solarstroms vor Ort genutzt wird. Beispiel: 40% des erzeugten Stroms werden selbst verbraucht, 60% werden ins Netz eingespeist.

Der Autarkiegrad gibt an, welcher Prozentsatz deines gesamten Strombedarfs durch deine PV-Anlage gedeckt wird. Beispiel: 70% deines Strombedarfs kommen aus der Solaranlage, 30% musst du aus dem Netz beziehen.

Auswirkungen bei Systemänderungen

Änderung am System Eigenverbrauchsquote Autarkiegrad
Größere PV-Anlage Sinkt (mehr Überschuss) Steigt (mehr Solarstrom nutzbar)
Mehr Speicherkapazität Steigt Steigt
Höherer Stromverbrauch Steigt (mehr direkt verbraucht) Sinkt (Anteil am Gesamt sinkt)
Wärmepumpe hinzufügen Steigt deutlich Kann sinken (höherer Bedarf)

„Ein niedriger Eigenverbrauch von 30% kann trotzdem zu einer hohen Autarkie von 80% führen – nämlich dann, wenn die PV-Anlage deutlich mehr produziert als verbraucht wird. Umgekehrt ist bei kleinen Anlagen ein hoher Eigenverbrauch mit niedriger Autarkie möglich."

Realistische Autarkie-Werte: Was ist tatsächlich erreichbar?

Die Versprechen der Werbung klingen oft zu gut, um wahr zu sein – und das sind sie meist auch. Hier die realistischen Werte für deutsche Haushalte:

Ohne Batteriespeicher: Mit einer reinen Photovoltaikanlage erreichst du typischerweise einen Autarkiegrad von 25 bis 40 Prozent. Der Rest muss aus dem Netz bezogen werden – vor allem nachts und im Winter.

Mit Batteriespeicher: Durch einen ausreichend dimensionierten Speicher steigt der Autarkiegrad auf 60 bis 80 Prozent. In optimalen Fällen sind auch 85% möglich, aber die letzten Prozente werden unverhältnismäßig teuer.

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Warum 100% Autarkie meist unrealistisch ist

Eine vollständige Unabhängigkeit vom Stromnetz ist für typische Wohngebäude in Deutschland technisch extrem schwierig und wirtschaftlich kaum sinnvoll. Dafür gibt es mehrere Gründe:

Saisonale Schwankungen: Im Winterhalbjahr (Oktober bis März) ist die Sonneneinstrahlung deutlich geringer als im Sommer. Selbst große PV-Anlagen erzeugen dann oft nicht genug Strom, um den Bedarf zu decken.

Speichergröße: Um die „Winterlücke" zu überbrücken, wären riesige Batteriespeicher nötig, die über Monate Energie speichern könnten. Solche Speicher sind extrem teuer und würden im Sommer kaum ausgelastet.

Kosten-Nutzen-Verhältnis: Die letzten Prozentpunkte Autarkie (z.B. von 80% auf 90%) erfordern überproportional hohe Investitionen. Die Mehrkosten übersteigen oft die Einsparungen beim Netzstrom um ein Vielfaches.

Marketing-Tricks erkennen: Worauf du achten solltest

Werbeversprechen von Solaranbietern sind oft geschickt formuliert. Diese Tricks solltest du kennen:

Sommerwerte statt Jahreswerte: Manche Anbieter zeigen Autarkiegrade für sonnenreiche Sommermonate. Im Jahresdurchschnitt liegen die Werte deutlich niedriger.

Idealbedingungen vorausgesetzt: Die beworbenen Werte gelten oft nur bei optimaler Südausrichtung, keiner Verschattung und perfekt abgestimmtem Verbrauchsverhalten – Bedingungen, die in der Praxis selten gegeben sind.

Verwechslung von Begriffen: Manchmal wird der Eigenverbrauch als Autarkie verkauft oder umgekehrt. Ein hoher Eigenverbrauch klingt gut, sagt aber nichts über deine tatsächliche Unabhängigkeit aus.

Überdimensionierte Systeme: Größer ist nicht immer besser. Eine überdimensionierte Anlage erhöht zwar den Autarkiegrad minimal, aber die Mehrkosten amortisieren sich kaum.

„Ein guter Kompromiss aus hoher Autarkie (70-80%) und vernünftigen Kosten ist meist wirtschaftlicher als das Streben nach maximaler Unabhängigkeit. Das Stromnetz bleibt als zuverlässiges Backup unverzichtbar."

Sinnvolle Ziele setzen: Der wirtschaftliche Sweetspot

Statt maximaler Autarkie anzustreben, lohnt sich der Blick auf das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis. Ein Autarkiegrad von 60 bis 75 Prozent ist für die meisten Haushalte der wirtschaftliche Sweetspot.

Intelligentes Energiemanagement: Mit einem Home Energy Management System (HEMS) oder angepasstem Verbrauchsverhalten kannst du ohne zusätzliche Hardware mehr aus deiner Anlage herausholen. Stromintensive Geräte wie Waschmaschine oder Spülmaschine laufen idealerweise zur Mittagszeit.

Sektorkopplung nutzen: Die Kombination mit einer Wärmepumpe oder einem Elektroauto erhöht den sinnvoll nutzbaren Solarstromanteil. Bei kamdi24 findest du auch Informationen zu Hybridheizungen, die Wärmepumpe und Kaminofen kombinieren.

Realistische Planung: Lass dir eine individuelle Wirtschaftlichkeitsberechnung erstellen. Diese sollte Jahreswerte, saisonale Schwankungen und dein tatsächliches Verbrauchsprofil berücksichtigen.

Fazit: Realistisch bleiben und Geld sparen

Der Autarkiegrad ist eine wichtige Kennzahl für die Unabhängigkeit von externen Stromanbietern. Doch die Werbeversprechen der Branche sind oft übertrieben. Realistische Werte liegen ohne Speicher bei 25-40%, mit Speicher bei 60-80%.

100% Autarkie ist für normale Wohngebäude weder wirtschaftlich noch technisch sinnvoll. Die saisonalen Schwankungen in Deutschland machen vollständige Unabhängigkeit extrem teuer. Ein Autarkiegrad von 60-75% bietet das beste Verhältnis aus Unabhängigkeit und Investitionskosten.

Wer Solarstrom und Heizung clever kombiniert, kann zusätzliche Synergien nutzen – ob mit Wärmepumpe, wasserführendem Kaminofen oder modernen Hybridlösungen. Die Zukunft liegt nicht in maximaler Autarkie, sondern in intelligenten Energiekonzepten.

Die Blog-Inhalte wurden von unserer Redaktion mithilfe von KI erstellt