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Wie funktionieren wasserführende Kamine und Öfen?

Wie funktionieren wasserführende Kamine und Öfen? Funktionsprinzip erklärt | kamdi24

Wasserführende Kaminöfen und Kamineinsätze verbinden das Feuererlebnis mit der Einbindung in das Heizsystem. Die erzeugte Wärme wird nicht nur an den Aufstellraum abgegeben, sondern auch an Heizkörper, Fußbodenheizung und Warmwasser. Dieser Ratgeber erklärt, wie das Funktionsprinzip aufgebaut ist, welche Bauformen es gibt und welche Komponenten den Betrieb steuern.

Das Grundprinzip: Feuer erwärmt Wasser

Das Funktionsprinzip eines wasserführenden Kaminofens ist im Kern einfach: Die Verbrennungswärme wird nicht nur über Strahlung und Konvektion an den Aufstellraum abgegeben, sondern zusätzlich an einen Wasserbehälter im oder am Feuerraum übertragen. Dieses erwärmte Wasser wird in das Heizsystem eingespeist – ähnlich wie bei einer Gas- oder Ölheizung.

Im Durchlaufprinzip wird das Wasser in der Wassertasche oder im Wassermantel erwärmt und fließt dann über Rohrleitungen zu Heizkörpern, Fußbodenheizung oder Warmwasserspeicher. Abgekühltes Wasser fließt zurück in den Ofen und wird dort erneut erwärmt – ein kontinuierlicher Kreislauf.

Auf einen Blick: Ein wasserführender Kaminofen arbeitet nach dem Durchlaufprinzip. Die Verbrennungswärme erhitzt Wasser in einer Wassertasche oder einem Wassermantel. Dieses Wasser wird über einen Pufferspeicher in den Heizkreislauf eingespeist und steht für Heizkörper, Fußbodenheizung und Warmwasser zur Verfügung.

Wassertasche vs. Wassermantel

Wasserführende Kamineinsätze und Kaminöfen gibt es in zwei grundlegenden Bauformen. Der Unterschied liegt in der Fläche der Wärmeübertragung von Feuer an Wasser – und damit in der Wärmeverteilung zwischen Raum und Heizung.

Bauformen im Vergleich

Eigenschaft Wassertasche Wassermantel
Position Rückseite oder Dom der Brennkammer Umgibt die Brennkammer komplett
Wärmeübertragungsfläche Kleiner Größer
Anteil Wasser (Heizung) ca. 50–60 % ca. 70–80 %
Anteil Raum ca. 40–50 % ca. 20–30 %
Ideal für Aufstellraum soll mitbeheizt werden Maximale Einspeisung ins Heizsystem
Typischer Einsatz Wohnzimmer mit Zusatzheizung Hauptheizung, Heizungsunterstützung

Die Form ist zweitrangig

Ob Wassertasche oder Wassermantel – die Form des Wasserbehälters ist weniger wichtig als die Fläche der Wärmeübertragung. Je größer diese Fläche, desto mehr Energie geht an die Heizungsanlage und desto weniger an den Aufstellraum. Bei allen wasserführenden Geräten bei kamdi24 finden Sie daher immer Angaben zur Energieabgabe an den Raum und zur Energieabgabe ans Wasser.

Wärmeverteilung: Raum und Heizung

Die Wärmeverteilung eines wasserführenden Geräts ergibt sich direkt aus der Größe der Wärmeübertragungsfläche. Entscheidend ist: Wie viel Energie geht in die Heizungsanlage und wie viel in den Raum, wo das Gerät steht?

Warum ist das wichtig?

  • Zu viel Raumleistung – der Aufstellraum wird überheizt, die Heizung bekommt zu wenig Energie
  • Zu wenig Raumleistung – der Aufstellraum bleibt kühl, obwohl der Ofen läuft
  • Richtige Balance – der Aufstellraum wird angenehm warm, der Rest des Hauses profitiert über die Heizung

Für die Planung gilt: In einem gut gedämmten Wohnzimmer mit 25–30 m² reichen ca. 2–4 kW raumseitige Leistung aus. Die restliche Leistung sollte wasserseitig an die Heizung gehen.

Beispielhafte Leistungsaufteilung

Gesamtleistung Wasserseitig (Heizung) Raumseitig (Aufstellraum) Geeignet für
8 kW 5 kW (63 %) 3 kW (37 %) Zusatzheizung, Wohnzimmer
12 kW 8 kW (67 %) 4 kW (33 %) Heizungsunterstützung, EFH
18 kW 14 kW (78 %) 4 kW (22 %) Hauptheizung, großes EFH

Der Wasserkreislauf im Detail

Der Wasserkreislauf eines wasserführenden Kaminofens folgt einem klaren Ablauf. Wie im Durchlaufprinzip wird das Wasser kontinuierlich erwärmt, transportiert und wieder zurückgeführt.

Schritt für Schritt

  1. Verbrennung erzeugt Wärme – Holz oder Pellets verbrennen im Feuerraum bei Temperaturen von 400–800 °C
  2. Wärmeübertragung an Wasser – die Hitze wird über die Wassertasche oder den Wassermantel an das Wasser übertragen
  3. Umwälzpumpe transportiert heißes Wasser – das erwärmte Wasser (ca. 60–80 °C) wird in den Pufferspeicher gepumpt
  4. Pufferspeicher speichert Energie – der Speicher nimmt die Wärme auf und gibt sie bedarfsgerecht ab
  5. Verteilung an Heizkörper und Warmwasser – über den Heizkreislauf gelangt die Wärme in alle Räume
  6. Abgekühltes Wasser fließt zurück – das Rücklaufwasser (ca. 40–50 °C) gelangt zurück in den Ofen und wird erneut erwärmt

Wichtig: Kein Betrieb ohne Heizungsanschluss

Der Wasserkreislauf muss geschlossen sein. Ein wasserführender Ofen darf nicht ohne Anschluss an das Heizsystem betrieben werden – andernfalls drohen Überhitzung und Spannungsrisse in der Wassertasche. Mehr dazu in unserem Ratgeber zum Betrieb ohne Heizungsanschluss.

Steuerung und Regelung

Damit immer die richtige Menge warmes Wasser erzeugt wird, überwachen und steuern wenige mechanische und elektronische Komponenten Wassertemperatur und Energiebedarf. Das System arbeitet weitgehend automatisch.

Steuerungskomponenten im Überblick

Komponente Funktion Warum wichtig?
Temperaturfühler Misst die Wassertemperatur im Ofen Steuert die Umwälzpumpe – Pumpe startet erst bei ausreichender Temperatur
Umwälzpumpe Transportiert das heiße Wasser zum Pufferspeicher Ohne Pumpe keine Zirkulation – Wasser würde im Ofen stehen bleiben
Rücklaufanhebungsventil Hält die Rücklauftemperatur über dem Taupunkt Verhindert Kondensation im Ofen, schützt vor Korrosion
Thermische Ablaufsicherung (TAS) Leitet bei Überhitzung kaltes Wasser durch den Wärmetauscher Notfallschutz bei Stromausfall oder Pumpendefekt
Ausdehnungsgefäß Nimmt die Volumenausdehnung des erwärmten Wassers auf Verhindert Überdruck im geschlossenen System

Das Zusammenspiel der Steuerungskomponenten sorgt dafür, dass ein wasserführender Kaminofen sicher und effizient arbeitet. Die meisten Komponenten arbeiten rein mechanisch oder thermostatisch – das System ist robust und wartungsarm.

kamdi24 Fachberatung – Wasserführende Systeme

Anschlusskomponenten und Zubehör

Für den Anschluss eines wasserführenden Kaminofens an das Heizsystem werden neben dem Ofen selbst einige Komponenten benötigt:

Pflichtkomponenten

  • Pufferspeicher – nimmt die Wärme auf und gibt sie zeitversetzt ab (üblich: 500–1.000 Liter)
  • Umwälzpumpe – sorgt für die Wasserzirkulation zwischen Ofen und Speicher
  • Rücklaufanhebungsventil – hält die Rücklauftemperatur über 55 °C (Kondensationsschutz)
  • Thermische Ablaufsicherung (TAS) – Pflicht-Sicherheitseinrichtung gegen Überhitzung
  • Ausdehnungsgefäß – fängt die Volumenausdehnung des Wassers auf
  • Rohrleitungen und Anschlüsse – Vor- und Rücklauf zum Pufferspeicher

Optionale Komponenten

  • Solaranbindung – Kombination mit Solarthermie über den Pufferspeicher
  • Mischventil – regelt die Vorlauftemperatur für Fußbodenheizung
  • Kaminzubehör – Reinigungssets, Thermometer, Feueranzünder

Planung durch den Fachbetrieb

Die hydraulische Einbindung eines wasserführenden Kaminofens sollte immer von einem Heizungsbauer geplant und ausgeführt werden. Er dimensioniert Pufferspeicher, Pumpe und Sicherheitseinrichtungen passend zur Ofenleistung und zum vorhandenen Heizsystem. Mehr zur Wirtschaftlichkeit erfahren Sie in unserem Ratgeber zum wasserführenden Kaminofen.

Häufige Fragen (FAQ)

Was ist der Unterschied zwischen Wassertasche und Wassermantel?

Eine Wassertasche ist ein Wasserbehälter auf der Rückseite oder im Dom der Brennkammer. Ein Wassermantel umgibt die Brennkammer komplett. Der Wassermantel hat eine größere Wärmeübertragungsfläche und gibt daher mehr Energie an das Heizsystem ab, während mehr Wärme im Aufstellraum verbleibt, wenn eine kleinere Wassertasche verbaut ist.

Wie wird die Wärme bei einem wasserführenden Ofen verteilt?

Die Wärmeverteilung hängt von der Größe der Wärmeübertragungsfläche ab. Typisch sind 60 bis 70 Prozent wasserseitige Leistung (an Heizung und Warmwasser) und 30 bis 40 Prozent raumseitige Leistung (direkt an den Aufstellraum). Die genauen Werte stehen in den technischen Daten des jeweiligen Geräts.

Wie funktioniert der Wasserkreislauf im wasserführenden Kaminofen?

Das Wasser in der Wassertasche oder im Wassermantel wird durch die Verbrennungshitze erwärmt. Eine Umwälzpumpe transportiert das heiße Wasser in den Pufferspeicher. Von dort wird es bedarfsgerecht an Heizkörper, Fußbodenheizung oder Warmwasserbereitung abgegeben. Das abgekühlte Wasser fließt zurück in den Ofen und wird erneut erwärmt.

Welche Komponenten steuern den wasserführenden Kaminofen?

Wenige mechanische und elektronische Komponenten überwachen und steuern den Betrieb: Ein Temperaturfühler misst die Wassertemperatur, eine Umwälzpumpe sorgt für die Zirkulation, ein Rücklaufanhebungsventil schützt vor Kondensation im Ofen, und die thermische Ablaufsicherung (TAS) verhindert Überhitzung bei Stromausfall.

Welches Zubehör wird für den Anschluss benötigt?

Für den Anschluss eines wasserführenden Kaminofens werden in der Regel ein Pufferspeicher, eine Umwälzpumpe, ein Rücklaufanhebungsventil, eine thermische Ablaufsicherung (TAS), ein Ausdehnungsgefäß sowie die entsprechenden Rohrleitungen und Anschlüsse benötigt. Die genaue Ausstattung hängt vom Ofenmodell und der vorhandenen Heizungsanlage ab.

Woher weiß ich, wie viel Wärme an die Heizung und wie viel an den Raum geht?

Bei allen wasserführenden Geräten bei kamdi24 finden Sie in den technischen Daten immer Angaben zur Energieabgabe an den Raum und zur Energieabgabe ans Wasser (Heizungsanlage). Diese Werte helfen bei der Planung, ob der Ofen zur Raumgröße und zum Heizsystem passt.

Fragen zum wasserführenden Kaminofen?

Unsere Fachberater erklären Ihnen das Funktionsprinzip und helfen bei der Auswahl des passenden wasserführenden Kaminofens oder Kamineinsatzes.

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Silvio Wirth berät Sie gern rund um das Thema Kaminöfen. Keine Frage bleibt unbeantwortet, kein Problem ungelöst. Haben Sie Fragen zu unseren Produkten? Dann kontaktieren Sie uns gern unter: