Solarthermie und Kaminofen: Warum sich die Kombination lohnt
Das ganze Jahr eine warme Wohnung, warmes Wasser und keine Angst vor der Nebenkostenabrechnung – das ist mit einem wasserführenden Kaminofen in Verbindung mit einer Solarthermie-Anlage möglich. Beide Systeme ergänzen sich ideal: Die Sonne liefert im Sommer kostenlose Energie, der Kaminofen übernimmt im Winter. Verbunden über einen gemeinsamen Pufferspeicher entsteht ein hocheffizientes Heizsystem mit maximaler Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen.
Warum Solarthermie und Kaminofen kombinieren?
Solarthermie und ein wasserführender Kaminofen verfolgen dasselbe Ziel: Wärme erzeugen, ohne auf Gas oder Öl angewiesen zu sein. Einzeln betrachtet hat jedes System seine Stärken und Schwächen. Zusammen gleichen sie sich perfekt aus.
Solarthermie allein
- Stärke: Kostenlose Energie durch Sonnenstrahlung – ganzjährig nutzbar
- Stärke: Im Sommer reicht die Solarenergie für die komplette Warmwasserbereitung
- Schwäche: Im Winter zu wenig Ertrag, um Heizung und Warmwasser allein zu versorgen
- Schwäche: Keine Wärme bei Dunkelheit und bedecktem Himmel
Wasserführender Kaminofen allein
- Stärke: Hohe Wärmeleistung auf Abruf – unabhängig von Wetter und Tageszeit
- Stärke: Heizkosten sinken durch Nutzung von Scheitholz oder Pellets
- Schwäche: Muss aktiv befeuert werden – kein automatischer Dauerbetrieb
- Schwäche: Im Sommer unnötig, da keine Heizwärme benötigt wird
Die Kombination
Zusammen entsteht ein System ohne Schwachstellen: Die Solarthermie deckt den Sommer ab, der Kaminofen den Winter. In der Übergangszeit ergänzen sich beide. Der gemeinsame Pufferspeicher nimmt die Energie beider Quellen auf und verteilt sie bedarfsgerecht an Heizung und Warmwasser.
Das Prinzip: Im Sommer heizt die Sonne, im Winter der Kaminofen. Der Pufferspeicher verbindet beide Systeme und sorgt dafür, dass die erzeugte Wärme genau dort ankommt, wo sie gebraucht wird.
Vorteile der Kombination auf einen Blick
- Ganzjährige Wärmeversorgung – Sommer durch Solar, Winter durch Kaminofen, Übergangszeit durch beide
- Deutlich geringere Heizkosten – weniger Gas- oder Ölverbrauch, da zwei erneuerbare Quellen die Grundlast tragen
- Warmes Wasser ohne fossile Energie – Solarkollektoren liefern ganzjährig Warmwasser für Bad und Küche
- Maximale Unabhängigkeit – weniger Abhängigkeit von Energiepreisen und Lieferengpässen
- Förderfähig über BAFA – sowohl Solarthermie als auch wasserführende Kaminöfen mit Pufferspeicher können bezuschusst werden
- Umweltfreundlich – CO2-neutrale Verbrennung von Holz plus emissionsfreie Solarenergie
- Flexibel erweiterbar – das System kann jederzeit um eine Wärmepumpe oder weitere Wärmeerzeuger ergänzt werden
- Gemütlichkeit inklusive – der Kaminofen liefert neben Heizwärme auch sichtbares Feuer und Raumwärme
Grober Kostenvergleich: Mit und ohne Solarthermie-Kombination
| Kriterium | Nur Gasheizung | Gas + Kaminofen | Gas + Kaminofen + Solar |
|---|---|---|---|
| Heizkosten/Jahr (ca.) | 2.000–3.000 EUR | 1.200–1.800 EUR | 600–1.200 EUR |
| Warmwasser im Sommer | Gas | Gas | Solar (kostenfrei) |
| CO2-Einsparung | – | ca. 30–40 % | ca. 50–70 % |
| Unabhängigkeit | Gering | Mittel | Hoch |
| BAFA-Förderung möglich | Nein | Ja (Kaminofen) | Ja (Kaminofen + Solar) |
Kostenangaben sind Richtwerte
Die tatsächlichen Einsparungen hängen von Gebäudedämmung, Heizverhalten, Brennstoffpreisen und der Dimensionierung der Anlage ab. Die Werte dienen als Orientierung für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit ca. 150 m2 Wohnfläche.
Systemaufbau: So arbeiten beide Systeme zusammen
Das Herzstück der Kombination ist der Pufferspeicher. Er nimmt die Wärme beider Erzeuger auf und gibt sie kontrolliert an Heizung und Warmwasser ab. Die folgende Darstellung zeigt den schematischen Aufbau:
Schematischer Systemaufbau
auf dem Dach
zentraler Wärmespeicher
im Wohnraum
Beide Wärmeerzeuger speisen in denselben Speicher ein
Heizkörper / Fußbodenheizung
Bad, Küche, Zapfstellen
Der Speicher verteilt die Wärme an Heizung und Warmwasser
optional als Spitzenlastabdeckung
Der Wärmefluss im Detail
- Solarkollektoren wandeln Sonnenstrahlung in Wärme um und leiten diese über einen Solarkreislauf in den unteren Bereich des Pufferspeichers
- Wasserführender Kaminofen erzeugt Wärme durch Holzverbrennung und speist diese über den Vorlauf in den oberen Bereich des Pufferspeichers
- Pufferspeicher nimmt die Wärme beider Quellen auf und hält sie über Stunden verfügbar
- Heizkreis entnimmt Wärme aus dem Speicher und verteilt sie über Heizkörper oder Fußbodenheizung
- Warmwasser wird über einen Wärmetauscher (Hygienespeicher) oder eine Brauchwasserblase (Kombispeicher) bereitgestellt
- Bestehende Heizung kann optional als Spitzenlastabdeckung eingebunden bleiben
Die Kombination aus Solarthermie und wasserführendem Kaminofen ist eines der effizientesten Heizsysteme für Einfamilienhäuser. Mit zwei bis drei Heizphasen am Tag erzeugt der Kaminofen genügend Energie, um den Pufferspeicher aufzuladen. Die Solarthermie übernimmt im Sommer die komplette Warmwasserbereitung – der Kaminofen bleibt aus.
kamdi24 Fachberatung – Wasserführende Systeme und Solarthermie
Energieverteilung im Jahresverlauf
Die Stärke der Kombination zeigt sich im Jahresverlauf: Jedes System übernimmt dann, wenn es am effizientesten arbeitet.
Wer liefert wann die Energie?
| Jahreszeit | Solarthermie | Kaminofen | Bestehende Heizung |
|---|---|---|---|
| Sommer (Jun–Aug) | Warmwasser 100 %, Heizung nicht nötig | Nicht nötig | Nicht nötig |
| Übergang Frühling (Mär–Mai) | Warmwasser 80–100 %, Heizunterstützung | Gelegentlich, an kalten Tagen | Selten, als Ergänzung |
| Übergang Herbst (Sep–Nov) | Warmwasser 50–80 %, abnehmend | Zunehmend, 1–2 Heizphasen/Tag | Selten, als Ergänzung |
| Winter (Dez–Feb) | Warmwasser 20–40 %, Heizunterstützung gering | Hauptwärmeerzeuger, 2–3 Heizphasen/Tag | Spitzenlast an sehr kalten Tagen |
Auch im Winter liefern Solarkollektoren Energie
Moderne Solarkollektoren arbeiten auch bei niedrigen Temperaturen und diffusem Licht. Der Ertrag ist im Winter zwar geringer als im Sommer, reicht aber in vielen Fällen aus, um einen Teil des Warmwasserbedarfs zu decken. Die Kombination mit dem Kaminofen gleicht die Differenz aus.
Voraussetzungen und Komponenten
Für die Kombination aus Solarthermie und wasserführendem Kaminofen werden folgende Komponenten benötigt:
Wasserführender Kaminofen oder Kamineinsatz
- Muss über einen Wasseranschluss (Vor- und Rücklauf) verfügen
- Leistung richtet sich nach Gebäudegröße und Heizlast
- Wasserführende Kamineinsätze eignen sich besonders für den Einbau in bestehende Kaminanlagen
Solarthermie-Anlage
- Flachkollektoren – günstiger, größere Fläche nötig, gut für Warmwasser
- Röhrenkollektoren – effizienter, kompakter, auch bei diffusem Licht leistungsstark
- Ausrichtung idealerweise nach Süden, Neigung 30–45 Grad
- Fläche: ca. 1–1,5 m2 pro Person für Warmwasser, ca. 2–3 m2 pro Person mit Heizunterstützung
Pufferspeicher
- Mindestens zwei Wärmetauscher – einen für den Kaminofen, einen für die Solaranlage
- Empfohlenes Volumen: 50–100 Liter pro kW Ofenleistung + 150–200 Liter Solar-Zuschlag
- Kombispeicher oder Hygienespeicher für gleichzeitige Warmwasserbereitung
Anschlusskomponenten
- Thermische Ablaufsicherung, Rücklaufanhebung, Kesselsicherheitsgruppe
- Solarstation mit Pumpe und Sicherheitsventil
- Temperaturdifferenzregelung (z. B. Resol DeltaSol) für Kaminofen und Solarkreis
Komponenten-Übersicht
| Komponente | Funktion | Pflicht? |
|---|---|---|
| Wasserführender Kaminofen/Einsatz | Wärmeerzeugung durch Holzverbrennung | Ja |
| Solarkollektoren | Wärmeerzeugung durch Sonnenstrahlung | Ja |
| Pufferspeicher (2+ Wärmetauscher) | Zentrale Wärmespeicherung und -verteilung | Ja |
| Solarstation | Pumpe und Sicherheitstechnik für Solarkreis | Ja |
| Temperaturdifferenzregelung | Steuerung der Pumpen für Kamin- und Solarkreis | Ja |
| TAS + Rücklaufanhebung + Sicherheitsgruppe | Sicherheitstechnik für den Kaminofen | Ja |
| Ausdehnungsgefäß (Solar + Heizung) | Druckausgleich bei Temperaturänderungen | Ja |
| Thermisches Mischventil | Verbrühschutz am Warmwasserausgang | Empfohlen |
Planung durch Fachbetrieb
Die Kombination aus Solarthermie und wasserführendem Kaminofen erfordert eine sorgfältige Planung durch einen Heizungsbauer. Speichergröße, Kollektorfläche und Ofenleistung müssen aufeinander abgestimmt sein. Unsere Fachberater unterstützen Sie bei der Auswahl der passenden Komponenten.
Häufige Fragen (FAQ)
Kann ich Solarthermie mit einem Kaminofen kombinieren?
Ja, über einen gemeinsamen Pufferspeicher lassen sich Solarthermie und ein wasserführender Kaminofen ideal kombinieren. Beide Wärmeerzeuger speisen ihre Energie in denselben Speicher ein, der Heizung und Warmwasser versorgt.
Wie funktioniert die Kombination aus Solarthermie und Kaminofen?
Im Sommer liefert die Solarthermie-Anlage genügend Energie für Warmwasser und teilweise Heizung. Im Winter ergänzt der wasserführende Kaminofen die Solarenergie. Beide Systeme speisen über separate Wärmetauscher in einen gemeinsamen Pufferspeicher ein.
Welchen Pufferspeicher brauche ich für Solarthermie und Kaminofen?
Empfohlen wird ein Kombispeicher oder Hygienespeicher mit mindestens zwei Wärmetauschern – einen für den Kaminofen und einen für die Solaranlage. Das Volumen sollte 50 bis 100 Liter pro kW Ofenleistung betragen, plus einen Zuschlag von 150 bis 200 Litern für die Solarthermie.
Reicht Solarthermie allein zum Heizen?
Im Sommer reicht Solarthermie in der Regel für die komplette Warmwasserbereitung. Zum Heizen im Winter reicht sie allein nicht aus – hier ist ein zweiter Wärmeerzeuger wie ein wasserführender Kaminofen oder eine Gasheizung notwendig.
Wie viele Heizphasen am Tag brauche ich mit einem wasserführenden Kaminofen?
In der Regel reichen zwei bis drei Heizphasen pro Tag aus, um genügend Energie für Heizung und Warmwasser zu erzeugen. Der Pufferspeicher überbrückt die Zeiten dazwischen und gibt die gespeicherte Wärme gleichmäßig ab.
Wird die Kombination aus Solarthermie und Kaminofen gefördert?
Ja, sowohl Solarthermie-Anlagen als auch wasserführende Kaminöfen mit Pufferspeicher können über die BAFA-Förderung bezuschusst werden. Die Kombination beider Systeme erhöht den erneuerbaren Anteil am Heizsystem und kann die Förderfähigkeit verbessern.